TUSEM verlangt Kiel im Traditionsduell alles ab

25.04.2021 | Spielbericht
TUSEM verlangt Kiel im Traditionsduell alles ab
Der TUSEM Essen hat im Traditionsduell mit dem Rekordmeister THW Kiel eine engagierte Leistung gezeigt und die Partie lange offengehalten. Letztendlich konnte sich der Favorit aus Kiel erst in der Schlussphase entscheidend absetzen und sie mit 31:27 (16:15) gewinnen. Die Mannschaft von Trainer Jamal Naji bleibt damit vorerst auf dem 19. Tabellenrang der Liqui Moly Handball-Bundesliga.

Nach der ärgerlichen Niederlage in Balingen, richtete sich der Fokus und die Vorfreude schnell auf die Begegnung mit dem THW Kiel. Der TUSEM wollte wieder eine gute Leistung zeigen und eine der besten Mannschaften der Welt ärgern. Und das sollte auch lange gelingen, denn die Essener starteten motiviert und mutig in das Spiel. Justin Müller gab die Ideen vor, seine Mitspieler vollendeten. Immer wieder zeigte der Außenseiter schnell und gut vorgetragene Angriffe, mit denen die Kieler durchaus Probleme hatten. Die Wurfkraft von Lucas Firnhaber, sowie die Durchsetzungsfähigkeit von Eloy Morante brachten einige Treffer und die Hoffnung, dass gegen den großen Favoriten ein Erfolg möglich ist.

Zudem arbeitete die Abwehr mit viel Herz und hatte die Kieler in vielen Situationen gut im Griff. Der THW musste sich schon etwas einfallen lassen, um die kompakte Deckung zu überspielen. Dies gelang meist dann, wenn Sander Sagosen oder Harald Reinkind mit Tempo durch das Bollwerk hindurch brachen oder Hendrik Pekeler eine Sekunde lang zu viel Platz am Kreis hatte. Aber der TUSEM hielt dagegen und war im Angriff völlig unbeeindruckt von der Weltklasse des Gegners. Stattdessen spielten die Essener mutig und frech, gönnten sich sogar mehrere Treffer nach Kempa-Tricks. Da harmonierten zum Beispiel die Außen Dimitri Ignatow und Noah Beyer, der THW konnte nur mit großen Augen zuschauen. So war es kein Zufall, dass der Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet zwischenzeitlich sogar die Partie zu seinen Gunsten drehen konnte (12:11, 21.).

Allerdings schraubten die Gäste ihr Tempo noch einmal nach oben und ergatterten die Führung zurück. Kurz vor der Pause erlaubte sich der TUSEM den einen oder anderen kleinen Fehler zu viel, was der Rekordmeister sofort bestrafte. Doch der knappe 15:16-Rückstand gab weiterhin Mut und Hoffnung für die zweite Hälfte.

Und in dieser zeigten die Essener eine ähnlich leidenschaftliche und spielerisch gute Leistung. Kiel hatte weiterhin viel zu tun und musste alles investieren, um die Partie nicht aus der Hand zu geben. Domagoj Duvniak und Patrick Wiencek bekamen mehr Einsatzzeit, um die Defensive zu stabilisieren. Aber noch fand der TUSEM immer eine Möglichkeit zum Torerfolg zu kommen. Der Ex-Kieler Firnhaber war immer wieder zur Stelle, ebenso wie Rechtsaußen Dimitri Ignatow oder Tim Zechel am Kreis.

Es war wahrlich kein entspannter Sonntagnachmittag für die Gäste aus Schleswig-Holstein, die bis tief in die Schlussphase aufpassen mussten, dass sie die Führung nicht noch verspielen. Miha Zarabec kurbelte die Offensive des THW noch einmal an und war entscheidend daran beteiligt, dass der Vorsprung allmählich größer wurde. Kiel wechselte zudem Torhüter Niklas Landin ein, der in den letzten Minuten noch wichtige Paraden beisteuerte. Der TUSEM lief sich nun an der Defensive der Gäste fest und kam nicht mehr richtig hindurch, weshalb es am Ende nicht für die ganz große Überraschung reichte. Doch der Aufsteiger zeigte eine starke Leistung gegen den Deutschen Meister.

„Das Ergebnis ist zwei bis drei Tore zu hoch ausgefallen. Aber es lief ausnahmslos alles besser, als bei der Niederlage in Balingen. Wir haben sehr mutig und sehr frech gespielt. Wir wollten viele Kempas spielen und viele Fake-Bewegungen, das haben die Jungs super gemacht. Am Ende des Tages hat die individuelle Weltklasse das Spiel entschieden, vor allem ihre Fernwurf-Qualität. Das war dann natürlich schwierig für uns. Aber wir haben mutig und frech gespielt, das hat mir gefallen“, sagte TUSEM-Trainer Jamal Naji nach der Niederlage.

Rechtsaußen Dimitri Ignatow sah ebenfalls viele gute Ansätze: „Wir haben gut mitgehalten und gespielt, am Ende ist es dann ärgerlich noch recht deutlich zu verlieren. Man hat uns den Spaß am Spiel und die Lockerheit angemerkt. Wir wollten gegen die beste Mannschaft der Welt einfach nur Spaß haben und schauen, was dabei herauskommt. Dass wir Kiel so lange ärgern konnten, macht mir einfach nur Freude.“

Nun steht in der Liqui Moly Handball-Bundesliga eine Länderspielpause an, ehe der TUSEM dann am 5. Mai im Derby auf den Bergischen HC trifft. Anwurf in der Arena „Am Hallo“ ist dann um 18.30 Uhr.

TUSEM Essen – THW Kiel 27:31 (15:16) TUSEM: Fuchs, Bliß; Beyer (4/1), Rozman, Durmaz, Homscheid, Becher, Ignatow (6), Szczesny (2), Müller (1), Firnhaber (7), Seidel, Morante (3), Klingler, Wolf, Zechel (4). Kiel: N.Landin, Quenstedt; Ehrig (2), Duvnjak (1), Sagosen (7/2), Reinkind (4), M.Landin, Sunnefeldt (2), Weinhold (1), Wiencek (1), Ekberg (3), Dahmke (3), Zarabec (2), Voigt, Horak, Pekeler (5). Siebenmeter: 1/2 – 2/4. Strafminuten: 8 – 2. Schiedsrichter: Thöne (Lilienthal)/Zupanovic (Berlin).

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