Dieses Duell sollte es in sich haben. Beide Mannschaften brauchten zwingend Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Dabei waren die Gäste aus Hannover mehr unter Druck als der TUSEM, der mit einem Sieg den direkten Konkurrenten auf Abstand und sich etwas Luft verschaffen würde. Vinnhorst versuchte die Abstiegssorgen von Beginn an auszublenden und trat durchaus mutig auf. Jeder Angriff lief über den starken Falk Kolodziej, der immer wieder auch selbst gefährlich wurde. Die Essener offenbarten in der ersten Halbzeit noch einige Lücken in der Abwehr, sollten sich im zweiten Durchgang aber stabilisieren.
Die Teams trafen sich auf Augenhöhe und forderten sich in vielen Zweikämpfen heraus. Die Schiedsrichter hatten ordentlich zu tun, denn es ging ordentlich zur Sache, manchmal auch zu hart. Man merkte, dass es kein normales Zweitligaspiel ist, sondern dass die zwei Punkte am Ende viel mehr wert sein können. Beide Mannschaften versuchten es zwischenzeitlich mit viel Tempo, was zum Teil jedoch zu einigen Fehlern führte. Daher gab es im ersten Durchgang noch einige zähe Phasen, wobei die Gäste leicht die Nase vorn hatten und sich durch das Tor von Jonas Gertges erstmals etwas absetzen konnten (12:14, 27.). Noch vor der Pause musste der TuS Vinnhorst jedoch den Verlust von Milan Mazic hinnehmen, der den Essener Philipp Asmussen bei einem Zweikampf im Gesicht traf und die rote Karte sah.
Der Halbzeitstand von 13:14 versprach reichlich Spannung für die zweite Hälfte. Und der TUSEM startete stark. Max Neuhaus war mit seinen wuchtigen Vorstößen und den überzeugenden Abschlüssen der Vorreiter auf dem Weg zum Heimsieg. Der Rückraumspieler konnte von den Gästen nur schwer gebremst werden. Zudem konnte Torhüter Arne Fuchs in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit wichtige Paraden verbuchen und heizte somit auch die Stimmung in der Halle an.
Es blieb eine emotionale und umkämpfte Partie in der Arena „Am Hallo“, die zu jedem Zeitpunkt auf eine Seite hätte kippen können. Insgesamt wirkte der TUSEM jedoch etwas stabiler, vor allem in der Defensive und ließ nicht mehr so viele Chancen liegen. So zeigte sich auch Nils Homscheid sehr treffsicher, nicht nur vom Siebenmeterstrich. Auf der anderen Seite blieben die Niedersachsen jedoch im Rennen, ließen nicht locker. Es ging mit einem engen 22:21 (48.) in die Schlussphase, in der sich die Essener etwas absetzen konnten.
Vinnhorst versuchte noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und dranzubleiben. Jedoch schlichen sich im Spiel der Gäste einige kleine Fehler im Passspiel ein und teilweise waren die Abschlüsse nicht genau genug. Diese Kleinigkeiten sorgten auch dafür, dass das Spiel am Ende zugunsten der Gastgeber ausging. Da machte auch die rote Karte gegen Neuhaus (Foulspiel) keinen Unterschied mehr. Dennis Szczesny, der nach seiner Verletzung zurückkehrte, setzte mit seinem Treffer den Schlusspunkt. Ein wichtiger Sieg für den TUSEM, der den Abstand zu den Abstiegsplätzen auf neun Punkte ausbaute – und eine bittere Niederlage für den TuS Vinnhorst im Kampf um den Klassenerhalt.
„Das Spiel zu gewinnen war extrem wichtig für uns. Der Sieg war absolut hart erkämpft und ein brutaler Fight. Im Angriff haben wir immer wieder gute Lösungen gefunden. In der Abwehr haben wir in der ersten Halbzeit noch zu viel zugelassen, da ist Vinnhorst zu schnell zum Tor gekommen. Aber da haben wir uns stabilisiert, was wichtig war. Jetzt ist die Erleichterung erstmal groß. Vor allem war es wichtig zu sehen, dass wir auch dann gewinnen können, wenn wichtige Spieler wie Malte Seidel oder Julius Rose fehlen. Wir sind jetzt wieder einen Schritt weiter, um in den Rhythmus zurückzufinden“, sagte TUSEM-Trainer Michael Hegemann nach dem 30:27-Heimsieg.
Nun steht die Auswärtspartie beim TV Großwallstadt an. Anwurf beim Tabellennachbarn ist am kommenden Freitag (12. April) um 19.30 Uhr in der Untermainhalle.
TUSEM Essen – TuS Vinnhorst 30:27 (13:14). TUSEM: Fuchs, Diedrich; Ellwanger (2), Kämper, Wolfram, Wilhelm (2), Homscheid (8/5), Asmussen (1), Szczesny (1), Klingler (3), Neuhaus (9), Kostuj, Mast (1), Werschkull, Schoss (3). Vinnhorst: Kristoffersen, Hanemann; Mileta (4), Kolodziej (3), Buntic, Ruddat (1), Eberlein (1), Lungela (4), Siegler, Mazic (1), Gertges (2/1), Hagen (4), Timm (3), Mussner, Schröder (2), Hild (2). Schiedsrichter: C. vom Dorff/F. vom Dorff (Kaarst). Siebenmeter: 5/6 – 1/1. Strafminuten: 14 – 12. Rote Karten: Neuhaus (58.) – Mazic (30.). Zuschauer: 1580.
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