Das war ein absolut gebrauchter Abend für den TUSEM. Nach dem Spiel merkte man den Beteiligten die Sprachlosigkeit an, denn es war nur schwer zu verstehen und zu glauben, was in den 60 Minuten zuvor passiert.
Doch von Beginn an. Die Essener konnten nach dem Unentschieden in Minden eigentlich durchaus selbstbewusst in das Duell mit dem ambitionierten HC Elbflorenz gehen. Doch die Gäste ließen dies gar nicht zu. Dresden stellte eine starke und kompakte Abwehr auf die Platte, hatte es zudem im Angriff sehr eilig. Der TUSEM wirkte wie überrumpelt und bekam seine Gäste kaum in den Griff. In der Essener Abwehr machte der HC immer wieder Lücken aus, die Oliver Seidler am Kreis oder Timo Löser im Rückraum nutzen konnten. Währenddessen hatten die Hausherren große Probleme eine Lösung gegen die Defensive zu finden, was zu einigen Fehlern führte.
So konnte Dresden sich schnell absetzen und führte nach acht Minuten schon mit 7:0. Das erste Tor für den TUSEM erzielte Max Neuhaus nach neun Minuten, da hatte Trainer Kenji Hövels schon längst seine erste Auszeit genommen. Es gelang nicht viel und der rollende Zug aus Sachsen war nicht aufzuhalten. Enorm bissig und gierig trat die Mannschaft von Trainer Andre Haber auf. Zwar leistete sie sich mal eine kurze Schwächephase Mitte der ersten Halbzeit, doch zu diesem Zeitpunkt stand im Prinzip schon fest, dass der TUSEM nur noch Schadensbegrenzung würde betreiben können. Ein bisschen Hoffnung machten die Paraden von Lukas Diedrich, aber im Angriff lief nur wenig zusammen. Dementsprechend war der Halbzeitstand von 11:20 zwar sehr deutlich, aber durchaus verdient.
Und es sollte auch nach dem Seitenwechsel nicht besser werden – im Gegenteil. Dresden machte keine Anstalten nachzulassen und legte nach - über Antonio Preußner, Nils Fuhrmann und Co. Zu keinem Zeitpunkt strauchelten die Gäste und waren absolut abgezockt.
Der TUSEM weckte noch seinen Kampfgeist, konnte dem HC aber nicht gefährlich werden und hatte nur noch in der eigenen Hand die Niederlage nicht allzu hoch ausfallen zu lassen. Max Neuhaus versuchte als Kapitän voranzumarschieren und setzte sich einige Male durch, ebenso wie zum Beispiel Oskar Kostuj, aber all das reichte nicht aus. Zu deutlich war der Vorsprung der Dresdener, die sich souverän die zwei Punkte einheimsten.
„Das tut weh. Die Enttäuschung ist groß und ich bin ein bisschen sprachlos. Dresden hat es extrem gut gemacht, die waren voll da und wir eben nicht. Dass wir so abreißen lassen und uns teilweise so aufgeben, darf natürlich nicht sein, vor allem zuhause. Das Beste ist, dass wir das Spiel schnell abhaken und weitermachen. Jetzt geht es gegen Dormagen und das ist ein wichtiges Spiel für uns. Dafür muss der Fokus voll da sein und wir müssen schauen, dass wir die Intensität schon im Training haben, um ab der ersten Minute da zu sein“, sagte TUSEM-Kapitän Max Neuhaus nach der Niederlage.
Sein Trainer Kenji Hövels war ebenfalls enttäuscht: „Wir kommen katastrophal ins Spiel. Da müssen wir uns alle hinterfragen, ich allen voran, warum wir so reinkommen. Das darf uns so nicht passieren und kann ich, so kurz nach dem Spiel, noch nicht erklären. Dresden macht es zudem sehr, sehr gut. Und bei unserer Mannschaft kam Verunsicherung ins Spiel und dann läuft das Spiel so, wie es läuft. Ich finde es schade, weil wir super Wochen bis hierhin gespielt haben. Ganz wichtig wird sein, dass wir diese Unsicherheit nicht mit in die nächsten Wochen nehmen. Das war nicht okay, das wissen wir. Aber jetzt müssen wir nach vorne schauen. Ein Lob an unsere Fans, die uns nach so einem Spiel noch unterstützt haben. Das ist nicht selbstverständlich.“
Am kommenden Freitag (18. September) geht es auswärts gegen den TSV Bayer Dormagen. Anwurf im Bayer Sportcenter ist um 19.30 Uhr.
TUSEM Essen – HC Elbflorenz Dresden 26:42 (11:20). TUSEM: Knaack (1 Parade), Diedrich (6 P.); Mart (7/5), Göttler, Willner (3), Zunic, Wolfram (2), Homscheid, Eißing (5), Wolf, Neuhaus (4), Kostuj (1), Hejny (1), Mast (1), Werschkull, Schoss (2). Dresden: Mallwitz (1 Parade), Cantegrel (9 P.); Bensch (1), Meyer-Siebert (2), Norberg (2), Dierberg (5/4), Preußner (5), Blaha, Skopar (4), Aktas (1), Stavast (3), Greß (3), Fuhrmann (4), Thümmler (1), Löser (6), Seidler (5). Siebenmeter: 5/6 – 4/4. Strafminuten: 2 – 8. Rote Karte: Greß (60. Foulspiel). Schiedsrichter: L.Bärmann/N.Bärmann. Zuschauer: 1308. Foto: Dennis Ewert.
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