Nach dem umjubelten Sieg im DHB-Pokal, sollte es nun in der heimischen Sporthalle „Am Hallo“ auch die ersten Ligapunkte geben. Dementsprechend motiviert startete der TUSEM in das Heimspiel und zeigte sich dabei durchaus selbstbewusst. Die Abwehr arbeitete ordentlich, zudem verzeichnete Torhüter Lukas Diedrich erste Paraden. Im Angriff gab es immer eine Lösung, mal über Felix Göttler, mal über Alex Schoss. Die zwischenzeitliche 6:4-Führung (10.) ging dementsprechend in Ordnung. So weit so gut.
Doch die HSG steigerte sich, kämpfte sich in die Begegnung. In der Abwehr packte sie nun beherzter zu und zwang den TUSEM immer wieder ins Zeitspiel. Das führte zu nicht perfekt vorbereiteten Abschlüssen, die letztendlich einige Male in den Händen oder an den Beinen von Torhüter Kacper Ligarzewski landeten. Der Torhüter der Gäste wurde warmgeschossen und sollte sich zum Mann des Spiels entwickeln.
Doch zunächst konnte sich keines der beiden Teams so wirklich absetzen. Der TUSEM hatte gute Ideen und traf durch Felix Eißing sogar zum 10:7 (15.), wurde dann aber etwas überrumpelt. Im Angriffsspiel erlaubten sich die Hausherren einige Ungenauigkeiten, die die Gäste für sich nutzen konnten. Unter anderem durch die Tore von Maximilian Lux war der Zwischenstand schnell ausgeglichen (10:10, 18.) und die Partie kippte. Weitere Paraden von Ligarzewski und die wuchtigen Tore von Tarek Marschall sorgten dafür, dass die HSG mit einer 18:15-Führung in die Pause gehen konnte.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein emotionales und hart umkämpftes Duell. Ein zähes Ringen um die Führung, die die Gäste zunächst verteidigen konnten. Aber spätestens als Alex Schoss für den TUSEM ausgleichen konnte (20:20, 40.), war die Stimmung in der Halle auf dem Siedepunkt. Nun war die Hoffnung auf den Heimsieg wieder da, was auch bei der Mannschaft spürbar war. Nun gelang wieder mehr, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Die Belohnung folgte prompt: Felix Göttler brachte die Gastgeber wieder in Führung (23:22, 45.). Das Problem aus Essener Sicht: Nordhorn ließ nicht locker.
Marschall und der ehemalige TUSEM-Spieler Christian Wilhelm stellten die Partie erneut auf den Kopf und nun wurde es für die Mannschaft von der Margarethenhöhe ein noch schwierigeres Unterfangen. Nordhorn stand nun sehr kompakt und lauerte auf Fehler. Diese gab es dann auch, weshalb die Gäste ihre Führung ausbauen konnten (26:28, 55.). Der TUSEM war etwas zu ungenau, nicht nur im Abschluss, sondern auch im Passspiel. So war es am Ende nicht nur der bärenstarke Kacper Ligarzewski im HSG-Tor, sondern auch die eigene Ungenauigkeit, die die Chance auf den Heimsieg raubte. Die Essener mussten sich mit 29:32 geschlagen geben.
„Am meisten ärgert mich, dass wir verloren haben. Ich würde lügen, wenn bei so vielen Fehlwürfen nicht irgendwann auch der Kopf eine Rolle spielt. Je mehr Siebenmeter wir verwerfen, desto größer ist der Druck treffen zu müssen. Nichtsdestotrotz müssen wir es insgesamt effektiver gestalten. Mit was für einer Emotionalität wir in die zweite Halbzeit gegangen sind, wie wir gekämpft haben und in die Zweikämpfe gegangen sind, das müssen wir schaffen von Anfang an mit ins Spiel zu nehmen“, sagte Neuzugang Nicholas Schley nach der Niederlage.
Trainer Kenji Hövels ärgerte sich ebenfalls, sah aber auch positive Ansätze: „Wenn der gegnerische Torwart 44 Prozent der Abschlüsse hält und wir so viele Siebenmeter verwerfen, dann spricht das Bände und sagt viel über das Spiel aus. Ich bin grundsätzlich gar nicht so unzufrieden, weil es ein Match auf Augenhöhe war. Wir haben auch in schwierigen Phasen nicht abreißen lassen und schon auch Ideen im Angriff hatten. Wir kamen immer zu Chancen. Das ist mega positiv. Aber wenn du die Tore nicht machst, wird es in dieser Liga schwer Spiele zu gewinnen. Da brauchen wir mehr Überzeugung. Aber den Zaubertrank dafür habe ich auch nicht, deswegen muss sich jeder Spieler selbst fragen, woran er da noch feilen kann.“
Für den TUSEM steht nun das erste Auswärtsspiel der Saison auf dem Programm. Am kommenden Sonntag (6.9.) geht es gegen den Erstliga-Absteiger GWD Minden. Anwurf in der Kampa-Halle ist um 17 Uhr.
TUSEM Essen – HSG Nordhorn-Lingen 29:32 (15:18). TUSEM: Knaack (1 Parade), Diedrich (14 P.); Mart (2), Göttler (6), Willner (3), Zunic, Homscheid (3/3), Eißing (5), Schley (2), Wolf, Neuhaus, Kostuj, Hejny (1), Mast (1), Werschkull (2), Schoss (4). Nordhorn: Ligarzewski (22 Paraden), Tschentscher; Wilhelm (5), Gentzel, van Berlo, Els, Lux (6/3), Marschall (11), Hüter (2), Hoogland (1), Ruddat, Rajkovic, Thiel (1), Erlingsson (4/2), Duvancic (2), Lingers. Schiedsrichter: R.Müller (Potsdam)/L.Müller (Neubrandenburg). Siebenmeter: 3/7 – 5/7. Strafminuten: 4 – 6. Zuschauer: 1513. Foto: Dennis Ewert.
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