Die ersten 60 Minuten der Saison 2025/2026 liegen hinter dem TUSEM. Zum Auftakt gingen die Essener leer aus, die Niederlage bei den Eulen war zweifelsohne verdient. Dabei hatte der TUSEM stark angefangen, führte nach 16 Minuten mit 8:7. Danach schlichen sich einige Unkonzentriertheiten in das TUSEM-Spiel ein, was die Eulen ihrerseits nutzten, um in Führung zu gehen. Beim Stand von 11:14 aus Essener Sicht wurden die Seiten getauscht. Was dann folgte, war eine Kopie des letzten Auswärtsspiels in Ludwigshafen Ende Mai und somit auch eine schmerzhafte Reproduktion dessen, was der TUSEM generell in vielen Auswärtsspielen der vergangenen Saison auf die Platte brachte. Das Tor von Max Neuhaus zum 13:16 sollte zunächst der letzte TUSEM-Treffer werden, die Eulen überrannten die Essener und bauten ihren Vorsprung auf 13:22 aus. In der 45. Minute führte Ludwigshafen gar mit elf Toren Unterschied (15:26) und der TUSEM lief Gefahr, eine richtig böse Auftaktniederlage einstecken zu müssen. Doch das bewahrheitete sich zum Glück nicht: Die Essener berappelten sich etwas und konnten das Ergebnis am Ende (26:32) noch halbwegs erträglich gestalten. Felix Eißing war mit fünf Toren (100%-Quote) bester TUSEM-Torschütze, Neuzugang Felix Mart überzeugte mit sechs Scorern. Cheftrainer Daniel Haase versuchte während der zweiten Halbzeit, den Lauf der Eulen mit zwei frühen Auszeiten zu stoppen, allerdings vergeblich. Doch worauf ist der plötzliche Leistungsabfall zu Beginn der zweiten Halbzeit zurückzuführen? „Dass wir das Spiel derart aus der Hand geben, tut weh. Wir fangen richtig gut an, auch die letzten zehn Minuten des Spiels waren gut. In dieser Mittelphase aber machen wir uns das Leben selber schwer: Unnötige Zeitstrafen, technische Fehler, kein Zugriff in der Abwehr – die Fehlerkette ist lang gewesen. Dass wir eine junge Mannschaft sind, kann ich nur bedingt als Ausrede gelten lassen. Aber klar ist, dass wir uns schwer getan haben, diese Schwächephase abzuschütteln, was sicherlich auch an der Atmosphäre dieses Auswärtsspiels lag,“ so Haase.
Hüttenberg hätte beinahe erste Liga gespielt – TUSEM muss 3-2-1-Deckung bespielen
Das Spiel bei den Eulen ist nun aufgearbeitet und analysiert, am Freitag geht es nämlich schon wieder um zwei Punkte. Mit dem TV 05/07 Hüttenberg kommt dann eine Mannschaft nach Essen, die den Aufstieg in die Handball-Bundesliga nur hauchzart verpasst hat. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison unterlag das absolute Überraschungsteam der Saison 24/25 mit 27:29 in Ludwigshafen – und musste auf den letzten Metern GWD Minden vorbeiziehen lassen. Es wäre für die Mittelhessen die erste Rückkehr in die Bundesliga seit 2018 gewesen. Von allen Seiten gab es dennoch – und das auch zurecht – viel Respekt und Anerkennung für die Hüttenberger, Trainer Stefan Kneer wurde zum Trainer der Saison gewählt. Personell schmerzt vor allem der Abgang von Rückraumshooter Niklas Theiß (HSG Wetzlar), auch Tristan Kirschner hat den Verein verlassen. Am ersten Spieltag gewann der TVH 30:23 gegen den Aufsteiger HC Oppenweiler/Backnang und fuhr nach anfänglichen Problemen einen souveränen Heimsieg ein. Bereits in der vergangenen Saison geriet das heimische Sportzentrum zu einer uneinnehmbaren Festung: Der TVH war das einzige Team ohne Heimniederlage. Hüttenberg ist ligaweit einzigartig für eine offensive 3-2-1-Deckung, die die Mittelhessen schon seit Jahren praktizieren. Dementsprechend groß ist die Aufgabe für den TUSEM , diese Deckung zu bespielen. Daniel Haase freut sich auf das erste Heimspiel: „In der Trainingswoche ist alles glatt gelaufen, wir freuen uns auf diesen Auftakt vor heimischem Publikum. Da denke ich auch an unsere fünf Neuzugänge, die dann vor unseren Fans daheim debütieren werden. Die offensive Deckung von Hüttenberg ist besonders, ich rechne uns aber Chancen dagegen aus, gerade weil wir beim es beim letzten Heimspiel gegen den TVH in weiten Teilen ganz gut gemacht haben.“ Der TUSEM freut sich über lautstarke Unterstützung, Tickets gibt es unter tusemessen.de/tickets und an den Abendkassen. Für Daheimgebliebene besteht die Chance, die Partie bei DYN zu verfolgen, die Übertragung beginnt um 19:15.
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