Über 1200 Zuschauer waren in die Hansehalle gekommen, um sich die Partie anzuschauen. Und sie sahen zunächst motivierte Gäste aus dem Ruhrgebiet, die im Angriff entschlossen wirkten und sich immer wieder durch zügige Kombinationen gute Chancen erspielten. Der TUSEM musste ohne Kapitän Jonas Ellwanger und Markus Dangers (beide krank) sowie Tom Bergner (im Einsatz für den Bergischen HC) auskommen, wollte die vergangenen Niederlagen aber unbedingt aus den Köpfen bekommen. Justin Müller hatte einige gute Ideen und fand unter anderem Teilzeit-Kreisläufer Dennis Szczesny.
Auf der anderen Seite agierten die Hausherren häufig zu ungenau im Abschluss und erlaubten sich auch im Passspiel Fehler. Lübeck versuchten die Essener Abwehr mit dem siebten Feldspieler zu überlisten, schaffte dies jedoch nicht immer. Beinahe wären diese Versuche sogar nach hinten losgegangen, doch der TUSEM traf gleich zweimal aus der Distanz das leere Tor nicht. So hätte er seine Führung ausbauen können.
Stattdessen wurden die Gastgeber nun stabiler in der Abwehr und die Gäste taten sich schwer. Zudem kamen die Außenspieler auf keine gute Trefferquote in der ersten Halbzeit, weshalb die Partie zugunsten des VfL kippte. Markus Hansen und Mex Raguse strahlten die meiste Gefahr aus und waren erfolgreich. Die Führung hielt allerdings nicht allzu lange stand, denn der TUSEM ließ nicht locker. Mit einem gerechten 13:13 ging es in die Pause.
Die Essener stellten zu Beginn des zweiten Durchgangs auf eine 5:1-Deckung um und versuchten so die Norddeutschen aus dem Konzept zu bringen. Sie fanden dennoch die Lücken und gingen wieder in Führung. In einem insgesamt eher durchschnittlichen Zweitligaspiel schaffte es keine der beiden Mannschaften sich vorentscheidend abzusetzen, weshalb es zunächst eine offene Angelegenheit blieb. Zwar hatte der VfL Lübeck-Schwartau lange die Nase etwas vorn, doch nach dem 22:20 (49.) durch Raguse, wendete sich das Blatt.
Nun legte der TUSEM eine Schippe drauf und bestrafte fast jeden Fehler der Hausherren. Torwart Sebastian Bliß steuerte einige wichtige Paraden bei und seine Mitspieler belohnten diese mit weiteren Treffern. Tim Rozman oder auch Dimitri Ignatow vollendeten die Angriffe und brachten den Essenern einen kleinen Vorsprung. Lübeck erlaubte sich erneut zu viele einfache Ballverluste und ungenaue Abschlüsse, was den Gästen in die Karten spielte. Als dann noch Torhüter Blaz Voncina wegen eines Wechselfehlers aus dem Spiel musste und Feldspieler Martin Waschul ins Tor musste, war die Entscheidung gefallen. Die Essener behielten die Ruhe und spielten es in der Schlussphase souverän zu Ende. Der 28:24-Sieg ging letztendlich in Ordnung.
„Wir haben in der zweiten Halbzeit von den Jungs gefordert, dass wir eine klare Idee verfolgen müssen. Das haben sie gemacht und wir sind unserer Linie treu geblieben. Wir waren sehr effektiv und hatten dazu insgesamt eine gute Torhüterleistung. Der Innenblock hat gut gearbeitet und wir haben viele Bälle gewonnen. In den letzten Spielen hat oft der letzte Pass nicht so funktioniert und wir hatten keine gute Abschlussquote – das hat dieses Mal besser geklappt und deswegen geht der Sieg in Ordnung. Obwohl es ein Spiel war, das auch in die andere Richtung hätte kippen können“, sagte TUSEM-Trainer Jamal Naji nach dem Auswärtssieg.
Das nächste Ligaspiel für die Essener steht am kommenden Freitag (6. Mai) an, dann geht es zuhause in der Arena „Am Hallo“ gegen den Dessau-Roßlauer HV (Anwurf 19.30 Uhr).
VfL Lübeck-Schwartau – TUSEM Essen 24:28 (13:13) Lübeck: Voncina, Klockmann; Ritterbach, Gonschor (3), Raguse (4), Mizumachi, Hansen (6/2), Löfström, Skorupa (1), Waschul, Schult (2), Versteijnen (2/1), Schrader (2/1), Kretschmer (1), Klima (2), Bruhn (1). TUSEM: Bliß, Diedrich; Beyer (6/4), Glatthard, Rozman (4), Becher (2), Ignatow (3), Szczesny (3), Müller (4), Firnhaber (3), Seidel, Morante (3), Klingler. Siebenmeter: 4/6 – 4/5. Strafminuten: 6 – 6. Schiedsrichter: Gimmler (Irxleben)/Rips (Magdeburg). Zuschauer: 1215.
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