Diesen Abend hatte sich der TUSEM ganz anders vorgestellt. Nach der Hinspielniederlage im Dezember, wollten die Essener nun das Derby in heimischer Halle für sich entscheiden. Doch erneut machte der Bergische HC ein Strich durch diese Rechnung und entführte die Punkte aus der Arena „Am Hallo“.
Dabei zeigten die Solinger über 60 Minuten eine starke Leistung, vor allem in der Abwehr. Die gute Deckungsarbeit sorgte dafür, dass der TUSEM kaum gefährlich vor das Tor kommen konnte und somit Probleme hatte in das Spiel zu finden. Immer wieder prallten die Angriffe der Hausherren an den hochgewachsenen und erfahrenen Defensivspielern des BHC ab, lediglich Lucas Firnhaber war zu Beginn mit seinen kraftvollen Abschlüssen erfolgreich.
Auf der anderen Seite lief für die Gäste vieles nach Plan. Immer wieder konnten sie ihre abschlussstarken Spieler in Position bringen, weil der TUSEM teilweise zu passiv verteidigte und einige Lücken offenbarte. Nationalspieler David Schmidt war einer derjenigen, die diese Lücken ausfindig machen und besetzen konnten. Und diese Möglichkeiten ließen sich die routinierten Solinger nicht entgehen. So sehr sich die Essener auch bemühten in die Begegnung hineinzufinden, von Erfolg gekrönt waren diese Versuche nicht. Es fehlte meist die entscheidende Idee oder sie erlaubten sich den einen oder anderen Fehler im Passspiel zu viel. So konnte der TUSEM nicht verhindern, dass es mit einem klaren 9:15-Rückstand in die Kabine ging.
Allerdings gab sich der Aufsteiger nicht auf und startete motiviert in die zweite Halbzeit. Noch war die Chance da am Ergebnis etwas zu ändern und noch einmal aufzuholen. Das gelang zunächst auch ganz gut, denn die Essener legten an Tempo zu. Noah Beyer war einer der Nutznießer und vollstreckte einige Angriffe. Ein ums andere Mal fing der TUSEM nun die Angriffe der Gäste ab und konnte einige Bälle stehen. So kam er immerhin auf bis zu drei Treffer heran (14:17, 40.).
Allerdings war diese Drangphase dann schnell wieder vorbei. Denn der BHC stabilisierte sich wieder und ließ von diesem Zeitpunkt an kaum etwas zu. Nicht nur die Abwehr erwischte einen starken Tag, sondern auch Torhüter Tomas Mrkva, der insgesamt zehn Paraden verzeichnen konnte. Allerdings wurden diese auch von den einfach vergebenen Würfen der Essener begünstigt, die zu wenig aus ihren Möglichkeiten machten. Letztendlich zogen die Gäste entscheidend davon und trafen in den Schlussminuten fast alles. Somit war das Endergebnis von 22:32 zwar deutlich, aber verdient.
Immerhin konnte auf Seiten der Gastgeber Christopher Wolf noch einige Minuten Erstliga-Luft schnuppern, ehe er nun den Verein von der Margarethenhöhe wieder verlassen wird. Der TUSEM bedankt sich für die Zeit in Essen und wünscht Christopher alles Gute für die Zukunft!
„Wir haben es nicht geschafft die Abwehr auszuspielen und die Pässe schnell weiterzuleiten. Ich hatte nicht den Eindruck, dass wir einen Zugang zu diesem Spiel hatten und es kommt hinzu, dass wir das Torhüter-Duell ganz klar verloren haben. Uns hat es sehr wehgetan, dass wir kaum Bälle halten konnten und auf der anderen Seite der Torhüter vom BHC einfach viele Eins-gegen-Null-Situationen für sich entscheidet. Wir kamen gut in die zweite Halbzeit, konnten uns aber nicht ausreichend belohnen, weil wir zu viele freie Würfe liegengelassen haben“, ärgerte sich TUSEM-Trainer Jamal Naji nach der Niederlage.
Auch Rückraumspieler Dennis Szczesny war enttäuscht: „Wir haben uns viel zu sehr an deren Abwehr aufgerieben. Wir habe kaum Zweikämpfe gewonnen und hinten leider auch nicht unser bestes Spiel gemacht. Es hat sehr wenig geklappt. Das ist natürlich extrem enttäuschend, denn man verliert ungern so deutlich und es spiegelt einfach nicht unsere Saison wider.“
Für den TUSEM geht es schon am Samstag (8. Mai) mit einem Heimspiel weiter, dann ist der SC DHfK Leipzig in Essen zu Gast. Anwurf in der Arena „Am Hallo“ ist um 20.30 Uhr.
TUSEM Essen – Bergischer HC 22:32 (9:15) TUSEM: Bliß, Diedrich; Beyer (6/1), Rozman (4), Durmaz, Homscheid (1), Becher (1), Ignatow, Szczesny, Müller (1), Firnhaber (4), Seidel, Morante, Klingler (1), Wolf, Zechel (4). BHC: Rudeck, Mrkva (1); Darj (2), Weck, Gunnarsson (7/5), Thomas, Babak (2), Szücs (1), Gutbrod (2), Arnesson (2), Bergner (1), Nikolaisen (3), Boomhouwer (4), Uscins, Stutzke (1), Schmidt (6). Siebenmeter: 1/1 – 5/5. Strafminuten: 10 – 4. Schiedsrichter: Hurst (Berlin)/ Krag (Frankfurt).
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