Besser hätte der Rahmen für das Eröffnungsspiel in der 2. Handball-Bundesliga kaum sein können. Gleich am ersten Spieltag der Saison 2019/20 traf der Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach auf den dreifachen Deutschen Meister TUSEM Essen, was einen tollen Abend für die Zuschauer in der Schwalbe-Arena versprach – und sie sollten nicht enttäuscht werden.
Nach einer starken Vorbereitung war die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert voll motiviert die ersten Punkte einzufahren. Allerdings erwartete sie ein Gegner, der nach dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus einen guten ersten Eindruck bei den eigenen Fans hinterlassen und das erste Heimspiel natürlich gewinnen wollte. Schnell zeigte sich, dass dieses besondere Duell der Vereine auch noch im Jahr 2019 viele Emotionen bereithält. Von Beginn an war es eine intensiv geführte Partie, teilweise mit Nickeligkeiten und harten Zweikämpfen. Essens Rückraumspieler Dennis Szczesny legte mit seinen ersten Treffern gut los, doch auch der VfL war zielstrebig. Nicht nur im Angriff, sondern auch in der Abwehr. Gummersbach tat alles dafür, das gefürchtete Tempospiel des TUSEM zu unterbinden und die Schützen möglichst fern vom Tor zu halten, was teilweise gut gelang. Auf der anderen Seite war es immer wieder Janko Bozovic, der erfolgreich abschließen und den Hausherren somit eine Führung erspielen konnte.
Die Stimmung in der gut gefüllten Schwalbe-Arena war hervorragend und absolut würdig für dieses emotionale Spiel. Beim TUSEM zeigte sich jedoch hin und wieder etwas Nervosität, was der VfL für sich nutzen konnte. Somit ging die 12:10-Führung zur Pause in Ordnung.
Nach dem Seitenwechsel mussten die Essener also einem Rückstand hinterherlaufen, was sich auch erst einmal nicht ändern sollte. Denn immer wenn sie am Ausgleich schnupperten, setzten die Gastgeber die nächste Duftmarke und blieben auf Abstand. Vor allem Neuzugang Alexander Herrmann war nur schwer zu stoppen, insgesamt kam der Rückraumspieler – ebenso wie Szczesny – auf neun Treffer. Beim TUSEM lief noch nicht alles rund, unter anderem blieben drei Siebenmeter auf der Strecke. Aber die Gäste aus dem Ruhrgebiet gaben sich nicht auf, agierten etwas offensiver in der Deckung und probierten im Angriff noch einmal alles. Mit zunehmender Spielzeit fanden sie immer besser zu ihrem Tempospiel und holten somit den Rückstand auf. In einer spannenden und dramatischen Schlussphase war dann alles offen. Gummersbach legte vor, der TUSEM zog nach. Die Treffer von Cyrill Akakpo und Felix Klingler, der seine Siebenmeterversuche eiskalt verwandelte, ließen hoffen. Und tatsächlich: Justin Müller traf Sekunden vor dem Ende zum 25:25! Noch einmal mussten die Essener allerdings einen gegnerischen Angriff überstehen. Die Oberbergischen kamen zum Abschluss, trafen allerdings nur den Pfosten, ehe TUSEM-Torwart Sebastian Bliß den Nachwurf ebenfalls abwehren konnte. Ende, ein gerechtes Unentschieden zum Auftakt.
„Wenn man den Spielverlauf sieht, dann sind wir auf jeden Fall zufrieden“, sagt TUSEM-Trainer Jaron Siewert, „denn hier in Gummersbach, vor dieser Kulisse, ist es für jede Mannschaft schwer. Für unsere Verhältnisse haben wir kaum in unser Angriffsspiel gefunden, dennoch haben wir es dann am Ende gut gelöst. Wir waren eigentlich im Spiel drin, haben bloß vorne die Bälle nicht reingemacht und hatten hinten nicht die letzte Konsequenz. Aber wir haben von vornherein gesagt: Wenn wir das Ding eng halten, dann haben wir eine Chance. Und so war es.“
Auch Essens bester Schütze, Dennis Szczesny, war zufrieden: „Der Punkt ist zum Auftakt sehr, sehr wichtig. Ich denke, dass wir der Liga gezeigt haben, dass wir mit Spitzenteams mithalten können. Es waren alle heiß auf das Spiel, das hat man auch an der Stimmung gemerkt. Nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Spielern und Trainern. Wir waren bereit, das war wichtig. Ansonsten kannst du das Spiel auch mit zehn Toren verlieren.“
Für den TUSEM steht nun das erste Heimspiel der neuen Saison an. Am kommenden Freitag (30. August) geht es gegen den TuS Ferndorf. Anwurf in der Arena „Am Hallo“ ist um 19.30 Uhr.
VfL Gummersbach – TUSEM Essen 25:25 (12:10) Gummersbach: Ivic, Puhle; Schröter, Dayan, Blohme (1), Kontrec (2), Sommer (1), Hermann (9), Herzig (3), Meinhardt, Villgrattner, Haller (2), Stüber, Becker (1), Bozovic (6), Busch. TUSEM: Genz, Bliß; Beyer, J.Ellwanger (1), Urios (1), Akakpo (3), Szczesny (9), Ridder (1), Müller (1), Firnhaber (1), Klingler (2/2), Skroblien (4/2), Zechel (2). Siebenmeter: 0 – 4/7. Strafminuten: 6 – 6. Schiedsrichter: Kern (Belheim)/Kuschel (Karlsruhe). Zuschauer: 3211.
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