Vor dem ersten Heimspiel der Saison ereilte den TUSEM eine traurige Nachricht. Vereins-Ikone Stefan Hecker verstarb im Alter von nur 60 Jahren nach schwerer Krankheit. Der Torhüter war jahrelang für den Traditionsklub aktiv und hatte großen Anteil daran, dass der TUSEM unter anderem drei Mal Deutscher Meister werden konnte. Mit Stefan Hecker geht ein ganz Großer der Vereinsgeschichte.
Nach dieser Nachricht, die für viele der Essener Fans überraschend kam, versuchten sich alle Beteiligten jedoch schnell auf das Sportliche zu konzentrieren. Denn die Gastgeber wollten nach dem Unentschieden zum Auftakt in Gummersbach nun den ersten Saisonsieg einfahren. Und das zeigten sie gleich von Beginn an. Der TUSEM stellte eine stabile Abwehr auf die Platte und sah seine Chance im Tempospiel. Dies gelang sehr gut, denn nach einigen Paraden von Torhüter Frederik Genz und schnellen Ballgewinnen, schalteten die Hausherren sofort um und vollendeten unter anderem in Person von Lucas Firnhaber oder Dennis Szczesny. Die Siegerländer kamen oft kaum hinterher und fanden selbst nur selten den erfolgreichen Abschluss. Der TUSEM hingegen zeigte sich vor dem gegnerischen Gehäuse in den meisten Fällen sehr abgezockt, was auch die Siebenmeterstatistik zeigt: Nachdem in Gummersbach noch drei Versuche scheiterten, landeten diesmal alle sieben Abschlüsse vom Punkt im Tor. Schütze Tom Skroblien erwies sich als sicherer Schütze.
Trotz einer kurzen Schwächephase Mitte der ersten Halbzeit, erspielten sich die Gastgeber eine klare Führung. Zur Pause stand es bereits 16:10, was für den zweiten Durchgang natürlich eine gute Ausgangsposition bedeutete.
Und so sahen es auch die Essener. Denn sie ließen keine Minute locker und wollten nachlegen – das erste Heimspiel sollte unbedingt mit einem Erfolgserlebnis enden. Und so lief es nahezu wie aus einem Guss. Denn Genz im Tor (12 Paraden), die solide Deckung und der schnelle Angriff funktionierten so, wie es sich die Mannschaft von der Margarethenhöhe vorgestellt hatte. Von Minute zu Minuten verzweifelten die Gäste mehr und mehr an der kompakten und aggressiven Abwehr der Hausherren, weshalb die Führung für den TUSEM immer größer wurde. Schon nach rund 45 Minuten war eine Entscheidung gefallen, da der Abstand nun schon zehn Treffer groß war.
Dementsprechend kam in der Schlussphase keine Spannung mehr auf, stattdessen zeigten sich die Essener weiterhin hungrig und schraubten das Ergebnis auf 35:22 hoch. Ein Sieg, der absolut verdient war und dem TUSEM die Saisonpunkte zwei und drei besorgte.
„Wir haben das, was wir uns vorgenommen hatten, sehr gut umgesetzt. Wir standen von Anfang an gut in der Abwehr, mit einem guten Torhüter dahinter. Wir sind selber dann gut ins Tempospiel gekommen und das haben wir in der zweiten Halbzeit durchgezogen. Bei so deutlichen Ergebnissen sieht es immer einfach aus, aber es ist wirklich viel Arbeit. Ferndorf hatte sich auch sehr viel vorgenommen. Der Sieg tut uns sehr gut, auch mit dieser guten Leistung. Jeder Spieler ist in der Saison angekommen“, freute sich TUSEM-Trainer Jaron Siewert.
Auch Essens bester Schütze, Tom Skroblien, war sehr zufrieden: „Mit dem Abend können wir auf jeden Fall zufrieden sein. Wir haben den Grundstein in der ersten Halbzeit gelegt und dann erspielen wir uns recht schnell ein Zehn-Tore-Polster. Und dann ist es in der Halle mit unseren Fans im Rücken schwer für den Gegner heranzukommen. Und so haben wir uns in einen Rausch gespielt. Wir wollen demonstrieren, dass wir zuhause eine Macht sind und das haben wir diesmal eindrucksvoll bewiesen.“
Für den TUSEM steht nun wieder ein Auswärtsspiel an. Am kommenden Freitag (6. September) geht es gegen Erstliga-Absteiger SG BBM Bietigheim. Anwurf in der EgeTrans-Arena ist um 19.30 Uhr.
TUSEM Essen – TuS Ferndorf 35:22 (16:10) TUSEM: Genz, Bliß; Beyer (2), J.Ellwanger (1), Urios (1), Akakpo, Szczesny (6), Ridder (2), Müller (2), Firnhaber (5), Klingler (1), Skroblien (13/7), Zechel (2). Ferndorf: Durica, Hottgenroth; Faulenbach, Müller (1), Weber, Basic (1), Andersson (2/1), J.Schneider (3), Michel, L.Schneider (1), Bornemann (4), Neitsch (2), Wicklein, Rüdiger (4), Michel (1), Koloper, Rink (2). Siebenmeter: 7/7 – 2/4. Strafminuten: 10 – 10. Schiedsrichter: D.Hannes/C.Hannes. Zuschauer: 1673.
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