Der TUSEM musste an der Ostsee ohne Sebastian Bliß, Eloy Morante, Markus Dangers, Jonas Kämper und Alexander Schoss auskommen, die aufgrund von Infekten oder Verletzungen nicht zur Verfügung standen. Dementsprechend musste Trainer Hegemann viel ausprobieren und umbauen. So startete Dennis Szczesny am Kreis, wo später auch mal Luis Buschhaus zu finden war.
Die Essener taten sich zu Beginn schwer, erlaubten sich einfache Ballverluste und standen in der Abwehr nicht so sattelfest wie in den vergangenen Wochen. Auf der anderen Seite brauchten die Rostocker auch einige Minuten, um in die Partie zu finden, traten dann aber recht mutig auf und erspielten sich eine 7:4-Führung (12.). Immer wieder zwangen sie die Gäste ins Zeitspiel, aus dem diese sich jedoch in der ersten Halbzeit einige Male befreien konnten.
Tim Rozman besorgte nach 17 Minuten den Ausgleich zum 8:8 und die Begegnung kippt etwas mehr zugunsten des TUSEM. Nun hielt die Abwehr zusammen und Torwart Lukas Diedrich war mit mehreren Paraden zur Stelle. Auf der anderen Seite ging es über den eingewechselten Luis Buschhaus recht schnell und so kamen die Essener zu einer 15:12-Halbzeitführung. Diese schien erst einmal Schwung für den zweiten Durchgang zu geben, denn der TUSEM legte direkt nach und hielt das Tempo hoch. Rostock hatte es nicht so einfach und musste zusehen, wie ihr Rückstand auf fünf Treffer anwuchs (18:13, 34.).
Eigentlich hatte das Team von Trainer Michael Hegemann bis dato alles im Griff, doch plötzlich riss der Faden ab. Nun erlaubte sich der TUSEM einige Fehler und ungenaue Abschlüsse. Zudem bekam die Abwehr ihre Gegenspieler nicht mehr so richtig zu packen. Auch, weil Rostock sich nicht aufgab und auf jede sich bietende Chance lauerte.
Der erfahrene Marc Pechstein im Rückraum war einer der Angelpunkte beim HC Empor und setzte seine Mitspieler gut in Szene. Teilweise war der 31-Jährige auch selbst erfolgreich, weshalb seine Mannschaft aufholen konnte. Die Essener kamen nun mit der guten Verteidigung der Gastgeber nicht mehr so klar und ließen sich im Zeitspiel zu teils unvorbereiteten Abschlüssen hinreißen. Somit fehlte es an Genauigkeit und Kraft, was wiederum Torhüter Robert Wetzel freute. Der Schlussmann sollte in der zweiten Halbzeit ein wichtiger Faktor werden – und letztendlich auch das Torhüterduell für sich entscheiden.
Auch wenn Rostock nun wieder voll im Spiel war und sich immer weiter steigerte, hatte der TUSEM alles noch in seiner eigenen Hand. So entwickelte sich eine spannende Begegnung, die zu beiden Seiten hätte kippen können. Beim Stand von 24:24 (55.) war klar, dass jeder Fehler nun entscheidend sein könnte. Und tatsächlich erlaubten sich die Gäste den einen oder anderen davon zu viel und blieben an den Hausherren hängen. Angetrieben von den über 1400 Fans in der Stadthalle war Rostock nun nicht mehr zu bremsen und bestrafte jeden Fehler. Die Entscheidung fiel in der Schlussminute zugunsten des HC Empor, der mit diesem Sieg wichtige Punkte im Abstiegskampf sammelt. Auf der anderen Seite kassierte der TUSEM die erste Niederlage nach drei Siegen in Serie.
„Wir hatten Probleme ins Spiel zu kommen und uns leichte Fehler erlaubt. Aber noch vor der Pause haben wir es geschafft uns etwas freizuschwimmen und starten eigentlich gut in die zweite Halbzeit. Aber dann kam ein Bruch ins Spiel und wir haben es im Angriff nicht mehr geschafft in die tiefen Räume zu kommen. Ihr Torhüter hat sich zudem immer mehr gesteigert und so brach uns das Spiel letztendlich weg. Wir mussten aufgrund der Personalsituation ordentlich basteln, deshalb war es schwierig in den Rhythmus zu finden. Kämpferisch kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, aber es fehlte eben jemand, der einen herausragenden Tag hatte“, sagte TUSEM-Trainer Michael Hegemann nach dem Auswärtsspiel.
Das nächste Duell steht am kommenden Freitag (17. Februar) in der Arena „Am Hallo“ an, dann geht es für die Essener zuhause gegen die Wölfe Würzburg. Anwurf ist um 19.30 Uhr.
HC Empor Rostock – TUSEM Essen 28:25 (12:15). Rostock: Wetzel, L.Mehler; Wilhelm (5), Sveinnsson (5), Steidtmann (4/1), Ottsen (2), D.Mehler (2), Völzke, Witte (3), Asmussen (3), Schmidt, Schütze (1), Reimer, Thümmler, Pechstein (3), Lössner. TUSEM: Fuchs, Diedrich; Ellwanger (4), Rozman (5), Wolfram (2), Homscheid, Eißing, Szczesny (3), Buschhaus (2), Müller (1), Seidel (1), Klingler (6/2), Mast (1), Werschkull. Schiedsrichter: Fedtke/Wienrich (Berlin). Siebenmeter: 1/1 – 2/3. Strafminuten: 6 – 8. Zuschauer: 1410.
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