Hoffnungsvoll waren die Essener nach Hagen gefahren, inklusive der zahlreichen Fans. Klar war aber auch, dass es beim Tabellenvorletzten nicht einfach werden würde, denn die Hagener haben in ihrer heimischen Ischelandhalle durchaus schon für Überraschungen gesorgt. Unter anderem schlugen die den Spitzenreiter Bergischer HC.
Und tatsächlich entwickelte sich eine umkämpfte Begegnung. Die Gastgeber konnten sich schnell auf 3:0 absetzen, auch weil der TUSEM zu Beginn gleich zweimal am gegnerischen Keeper Pascal Bochmann scheiterte. In der Folge legten die Gäste etwas zu, waren in der Abwehr nun etwas griffiger und erspielten sich einige gute Möglichkeiten. Durch die Treffer von Jan Reimer oder auch Finley Werschkull blieb das Team von der Margarethenhöhe dran, schaffte es aber nicht den Ausgleich zu erzielen.
Die Hagener stellten eine recht offensive Abwehr auf die Platte, mit der der TUSEM durchaus seine Probleme hatte. Das Durchkommen war nicht einfach, gelang trotzdem immer wieder. Nur oft fehlten Genauigkeit und Glück im Abschluss, weshalb sich die Hausherren noch vor der Pause wieder etwas absetzen konnten (11:8, 21.). Pierre Busch und Torhüter Pascal Bochmann zogen den Gästen einige Male den Zahn und so mussten sie weiterhin einem Rückstand hinterherlaufen. Zur Pause stand es 16:12.
Besonders ärgerlich aus Sicht des TUSEM: durch gleich zwei Wechselfehler startete er in doppelter Unterzahl in den zweiten Durchgang. Das machte es natürlich nicht einfacher, zumal Hagen darauf gut eingestellt war und Mann gegen Mann verteidigte. Die Essener fanden kaum ins Spiel, bekamen keinen echten Schwung in die Partie. Stattdessen war jeder Treffer hart erarbeitet und raubte ordentlich Kraft. Auf der anderen Seite schien es bei der Eintracht deutlich besser zu laufen. Sie fand immer wieder Lücken in der Essener Abwehr und setzte sich recht früh schon deutlich ab.
TUSEM-Trainer Daniel Haase versuchte mit Auszeiten dagegenzuhalten, doch diese hatten kaum einen Effekt. Zu viele technische Fehler und vergebene Chancen raubten die Chance auf etwas Zählbares. Zudem war die Abwehr alles andere als sattelfest, lediglich Torhüter Dennis Wipf konnte im zweiten Durchgang mit seinen Paraden überzeugen. Doch spätestens nach dem 30:19 (52.) durch Benedikt Israel war das Derby endgültig entschieden und der TUSEM war nur noch auf Schadensbegrenzung aus. Immerhin raufte er sich noch einmal zusammen, doch mehr als ein Neun-Tore-Rückstand am Ende war nicht drin. Die Essener mussten sich verdientermaßen mit 23:32 geschlagen geben.
„Wir sind natürlich enttäuscht, weil wir zum einen den Turnaround auswärts schaffen und in der Tabelle etwas nach oben klettern wollten. Wir haben gut angefangen und gute Lösungen erarbeitet. Aber dann hatten wir nicht mehr die Konsequenz im Angriff und auch nicht in der Abwehr, in der wir zu Beginn fast jeden Angriff bis zum Zeitspiel verteidigt haben. Wir haben uns dann kurz vor der Halbzeit mit den Wechselfehlern das Leben selber schwer gemacht. In der zweiten Halbzeit hatten wir das Momentum nicht auf unserer Seite, sondern es lag weiterhin beim Gegner. Wenn man sich hohe Ziele setzt, ist die Fallhöhe hoch. Am Ende sind es aber auch ‚nur‘ wieder zwei Punkte, die wir verloren haben“, sagte Trainer Daniel Haase nach der Derbyniederlage.
Sein Rückraumspieler Max Neuhaus sagte im Interview bei „Dyn“: „Es gibt auswärts immer wieder Phasen, in denen wir komplett den Kopf verlieren. Die Wechselfehler vor der Halbzeit dürfen uns nicht passieren, so kamen wir unfassbar schlecht in die zweite Halbzeit. Und dann wird es natürlich schwierig gegen so eine starke Hagener Mannschaft. Bei uns hat hinten raus der Kampf ein bisschen gefehlt.“
Für den TUSEM steht nun wieder ein Heimspiel an. Am 7. März geht es gegen den TSV Bayer Dormagen, Anwurf in der Arena „Am Hallo“ ist um 19 Uhr.
VfL Eintracht Hagen – TUSEM Essen 32:23 (16:12). Hagen: Bochmann, Brockmeyer; Öhler (3), Norouzinezhad (4), Pröhl (3), Alves, Pieczkowski (1), Israel (3), Gaubatz, Granlund, Quittmann, Thiele (1), Jukic (2), Richter (1), Busch (9), von Boenigk (5). TUSEM: Wipf, Plaue; Wilhelm (1), Göttler, Hermeling, Wolfram, Homscheid (2), Reimer (6), Eißing (5), Szczesny, Clarius (1), Neuhaus (5), Kostuj, Mast, Werschkull (3), Schoss. Schiedsrichter: Förster (Bergneustadt)/Meyer (Pfullingen). Siebenmeter: 5/5 – 3/5. Strafminuten: 8 – 8. Foto: Dennis Ewert.
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