Nach dem hart erarbeiteten, emotionalen Heimsieg gegen die SG BBM Bietigheim unter der Woche, wollte der TUSEM nun beim TV Großwallstadt nachlegen. Trainer Jamal Naji betonte im Vorfeld, dass man nicht in den Aufstiegskampf eingreifen, sondern seiner Favoritenrolle gerecht werden wolle. Doch dies erwies sich vor allem in der Anfangsphase alles andere als einfach. Die fast 1200 Fans in der Untermainhalle sorgten direkt für eine tolle Atmosphäre, die die Gastgeber offensichtlich beflügelte. In der Abwehr agierten sie sehr leidenschaftlich und zwangen die Essener zu einigen Fehlern. Im Angriff schloss der Tabellen-18. mit viel Überzeugung ab und erspielte sich schnell einen kleinen Vorsprung.
Der TUSEM, der auf Lukas Diedrich (verletzt), Tom Bergner (krank) und Dennis Szczesny (private Gründe) verzichten musste, hatte Probleme in die Partie zu finden. Auch deshalb, weil Jan Steffen Minerva allein in der ersten Halbzeit sechs Abschlüsse der Gäste parierte und somit kein richtiger Spielfluss zustande kam.
Jamal Naji musste schon nach 17 Minuten, beim Stand von 7:1 für Großwallstadt, seine zweite Auszeit nehmen. Von da an lief es tatsächlich etwas besser, auch dank der Hereinnahme von Lucas Firnhaber. Der Rückraumschütze war mit seinen kraftvollen Würfen auch aus der Distanz erfolgreich und half dabei den Rückstand aufzuholen. Sein Gegenüber war Savvas Savvas, der wiederum dafür sorgte, dass sein TVG in Front blieb und sich bis zur Pause einen verdienten 12:7-Zwischenstand erspielte. Die Essener mussten etwas tun, um die Chance auf den Auswärtssieg zu wahren. Allerdings trafen sie auf weiterhin selbstbewusste Gegner, die zu keinem Zeitpunkt lockerließen. Zwar erlaubten sich auch die Unterfranken einige vermeidbare Fehler, doch die Führung hielt.
Der TUSEM versuchte es mit mehr Dynamik im Angriff und hatte unter anderem über Eloy Morante einige Erfolgreiche Abschlüsse. Und tatsächlich wurde der Rückstand immer kleiner, weshalb die Zuschauer in der Halle eine spannende Schlussphase miterlebten. Auf zwei Treffer kam das Team von der Margarethenhöhe heran (27:25, 55.) und hatte nun die Möglichkeit die Partie zu drehen. Großwallstadt wirkte nun etwas nervös und ließ die Vorentscheidung liegen.
Doch dieser knappe Vorsprung sollte letztendlich reichen, um den Heimsieg über die Zeit zu bringen. Denn in den letzten Sekunden machte sich bei den Gästen bemerkbar, dass sie viel Kraft bei der Aufholjagd gelassen hatten. Letztendlich waren es wieder zwei, drei kleine Fehler zu viel, um etwas Zählbares mitzunehmen. Der Sieg für den Abstiegskandidaten war durchaus verdient, auch dank der zehn Treffer von Savvas Savvas, aber erneut wäre für den TUSEM mehr drin gewesen.
„Wir wussten, dass es schwierig für uns werden würde, auch wegen des Ausfalls unseres etatmäßigen Innenblocks. Viktor Glatthard und Tim Rozman haben es dafür aber gut gemacht. Wir haben mit Absicht das Tempo etwas verschleppt, um der Abwehr auch kurze Pausen zu geben, obwohl es unserer DNA widerspricht. Die Krux in den ersten Minuten war aber wieder einmal die schlechte Ausbeute der freien Würfe. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, da sind wir einfach nicht kaltschnäuzig genug. In der zweiten Halbzeit mussten wir all-in gehen, mit dem Risiko, dass wir einige Körner lassen werden. Das war dann leider auch der Fall“, sagte TUSEM-Trainer Jamal Naji nach der Niederlage.
Für die Essener geht es nun zuhause weiter. Gegen den TV Hüttenberg steht am Freitag (3. Juni) das letzte Heimspiel der Saison an. Anwurf in der Arena „Am Hallo“ ist um 19.30 Uhr.
TV Großwallstadt – TUSEM Essen 25:24 (12:7) Großwallstadt: Minerva, Adanir; Klenk, Babarskas, Eisenträger (3), Bandlow (3), Schauer (2), Bicer, Weit, Corak (3), Rink, Savvas (10/2), Busch (4/1). TUSEM: Bliß, Fuchs; Beyer (5/3), Ellwanger (3), Glatthard, Rozman (2), Dangers (1), Homscheid, Becher (1), Ignatow, Müller, Firnhaber (7), Morante (4), Klingler (1). Siebenmeter: 3/4 – 3/4. Strafminuten: 6 – 2. Schiedsrichter: Kern (Bellheim)/Kuschel (Karlsruhe). Zuschauer: 1190.
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