Die Englische Woche startete für den TUSEM mit einem Auswärtssieg gegen die Rimpar Wölfe und sollte natürlich nun erfolgreich weitergehen. Auf dem Papier war die Partie gegen den Tabellenletzten TuS Ferndorf eine klare Angelegenheit, doch Essens Trainer Jamal Naji warnte vor den Stärken der Gäste. Und tatsächlich spielten sie mutig auf und hielten die Abwehr des TUSEM auf Trab. Andreas Bornemann war in der ersten Halbzeit immer wieder gefährlich und mit seinen Abschlüssen auch erfolgreich.
Auf der anderen Seite brauchten die Gastgeber einige Minuten, um richtig in die Spur zu finden. Im Angriff wurden sie immer wieder dazu gezwungen aus der Ferne zu werfen, was nicht immer zum Erfolg führte. Aber Lucas Firnhaber oder auch Dennis Szczesny konnten dennoch einige Treffer erzielen. Zudem hatte der TUSEM in der Defensive viel zu tun, wurde da aber immer stabiler. Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr fanden die Essener zu ihrem Spiel.
Phasenweise wirkte das Spiel der Hausherren im ersten Durchgang etwas wild, weshalb sie sich auch einige Fehler erlaubten. Aber es reichte dennoch, um zur Pause mit vier Toren Vorsprung zu führen. Denn auch die Siegerländer spielten nicht fehlerlos und prallten des Öfteren an der Essener Hintermannschaft ab.
Nach dem Seitenwechsel machte der TUSEM ernst und schraubte das Ergebnis weiter nach oben. Dank eines zielstrebigen Eloy Morante und einer kompakten Abwehr führte das Team von der Margarethenhöhe plötzlich sogar mit acht Toren (23:15, 42.). Ferndorf gingen zeitweise die Ideen im Angriff aus, behielt seinen Kampfgeist aber bei. Und deswegen gaben die Gäste nicht auf, versuchten sogar noch einmal gefährlich zu werden. Und beinahe hätten sie eine Schwächephase des TUSEM für sich nutzen können, immerhin kamen sie auf vier Treffer heran (26:22, 51.).
Die Essener waren nun gefordert die Kurve zu kriegen, ansonsten hätte der Heimsieg noch einmal in Gefahr geraten können. Aber letztendlich waren es die guten Ballgewinne in der Abwehr und die darauffolgenden Gegenstöße, die die Hausherren zum Beispiel durch Dimitri Ignatow vollendeten und sich dadurch entscheidend absetzten. In die Torschützenliste eintragen durfte sich auch Luca Lewandowski, der für Linksaußen Noah Beyer (Erkältung) aus der zweiten Mannschaft in den Zweitliga-Kader rückte.
„Am Anfang hatten wir noch ein paar Probleme mit Bornemann, der durch Fernwürfe gefährlich war. Aber danach haben wir ihre größte Stärke weggenommen und viele Fernwürfe dann besser verteidigt. In der zweiten Halbzeit waren wir im Angriffsspiel dann sehr effektiv und haben verdient gewonnen. Wir haben viel gewechselt, auch mit Blick auf die Belastungssteuerung in der Englischen Woche. Da hatten wir einen kleinen Bruch im Spiel, haben uns aber auch schnell wieder gefangen und konnten wegziehen“, sagte TUSEM-Trainer Jamal Naji nach dem Sieg.
Die Essener rücken damit auf den zweiten Tabellenplatz vor und freuen sich nun auf das Spitzenspiel am kommenden Samstag. Dann geht es auswärts gegen den Spitzenreiter VfL Gummersbach (Anwurf 18 Uhr, Schwalbe Arena).
TUSEM Essen – TuS Ferndorf 30:23 (14:10) TUSEM: Bliß, Diedrich; Glatthard, Rozman (2), Dangers, Homscheid (2/1), Lewandowski (1), Becher (2), Ignatow (2), Szczesny (2), Bergner (2), Müller (3), Firnhaber (4), Seidel, Morante (5), Klingler (5/2). Ferndorf: Rottschäfer, Hottgenroth; Strakeljahn (2), L.Schneider, Persson (2), Michel (1), Voss-Fels (2), Siegler (5), J.Schneider, Bornemann (4), Rüdiger (1), Koloper, ten Velde (5/2), Diebel, Duvancic (1). Siebenmeter: 3/4 - 2/3. Strafminuten: 6 – 6 (Disq. Koloper 44.). Schiedsrichterinnen: Janz/Sug (beide Köln). Zuschauer: 1473.
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