Nach dem dramatischen Unentschieden gegen GWD Minden wollte der TUSEM endlich nun die ersten Punkte auf fremdem Boden holen. Lediglich Dennis Szczesny stand dem Team nicht zur Verfügung, doch es ließ sich die Abwesenheit des Kapitäns nicht anmerken. Die Essener begannen gut, stellten sofort eine griffige Abwehr auf die Platte und kamen im Angriff schnell zum Abschluss. Lübbecke verschlief die ersten Minuten, weshalb es schon früh 0:3 stand (3.).
TUSEM-Trainer Daniel Haase versuchte es phasenweise mit einem Sieben-gegen-Sechs in der Offensive, nahm also einen Torhüter heraus und brachte einen weiteren Kreisläufer in die Partie. Das funktionierte gut, denn die Gastgeber hatten Probleme dies zu verteidigen. Auf der anderen Seite kamen sie nun aber besser in die Begegnung, unter anderem über Falk Kolodziej. So kam der TuS auf 5:6 (13.) heran.
Aber die Essener hatten immer wieder die richtige Antwort parat und behielten die Ruhe. Sie nahmen sich Zeit und ließen sich auch nicht zu hektischen Würfen hinreißen. Die stabile Abwehr, inklusive der Torhüter, bildete die Basis für eine erfolgreiche erste Halbzeit. Fast jeden Fehler der Lübbecker konnte der TUSEM ausnutzen und somit die Führung ausbauen. Die Hausherren hatten vor allem in der Offensive Schwierigkeiten und kamen im ersten Durchgang nicht über acht eigene Treffer hinaus. Das 8:12 zur Pause ging also in Ordnung.
Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gastgeber durch ihre offensivere Deckung den TUSEM unter Druck zu setzen. Tatsächlich war es nicht einfach einen schnellen Weg zum Tor zu finden, doch Nils Homscheid und Co. behielten auch hier die Nerven. Man hatte das Gefühl, dass die Essener an diesem Abend nur schwer aus der Ruhe zu bringen waren.
Jedoch war die Partie noch längst nicht entschieden, auch nicht beim komfortablen Vorsprung von 9:16 (36.). Denn nun ließ der TUSEM etwas nach und Lübbecke weckte den Kampfgeist in sich. Nun galt es diese entscheidende Phase gut zu überstehen und die Partie nicht aus der Hand zu geben. Haase nahm zu einem guten Zeitpunkt eine Auszeit und stoppte somit den kleinen Lauf der Gegner.
Die Essener fanden zurück zu ihrem Spiel und konnten sich wieder absetzen. Die kämpferischen Gastgeber holten zwar wieder auf, standen sich an diesem Abend aber mehrfach selbst im Weg und schafften es nicht das Duell zu drehen. Letztendlich machte der TUSEM den Deckel drauf und ließ nichts mehr anbrennen. Einziger Wehrmutstropfen: Alexander Schoss kugelte sich die Schulter aus und könnte seiner Mannschaft künftig fehlen. Die Freude über den ersten Auswärtssieg war dennoch ungebrochen.
„Wir wollten eine gute Abwehr stellen und die Emotionalität, die wir bei den Heimspielen haben, auch in Lübbecke simulieren. Das erlaubt uns dann auch, dass wir vorne mal einen Fehler machen können. Mit insgesamt 20 Gegentoren kann man auswärts auf jeden Fall zufrieden sein. Wir hatten zwar in der zweiten Halbzeit mit ihrer offensiven Deckung ein paar Probleme, aber hatten einfach eine unfassbare Mentalität diese Fehlerkultur anzunehmen und uns zu verbessern. Das Team musste ohne ihren Kapitän auskommen und deswegen kann man es gar nicht unterbewerten, was sie geleistet hat. Darauf bin ich sehr stolz und jetzt wollen wir diesen Erfolg mit einem Heimsieg bestätigen“, sagte ein zufriedener TUSEM-Trainer Daniel Haase.
Schon am kommenden Sonntag geht es mit einem Heimspiel weiter, dann kommt der TV Hüttenberg in die Sporthalle „Am Hallo“. Anwurf ist um 17 Uhr.
TuS N.-Lübbecke – TUSEM Essen 20:24 (8:12). Lübbecke: Katsigiannis, Grabenstein; Genz (1), Heiny (1), Hörr (3), Ebner, Schulze (2), Severec, Dräger (1), Kontrec, Kolodziej (4), Skroblien (2), Kloor, Süsser, Wieling (6/1). TUSEM: Wipf, Plaue; Wilhelm (3), Göttler (5), Hermeling, Wolfram, Homscheid (6/2), Reimer (2/2), Eißing (3), Clarius, Szuharev, Neuhaus (1), Kostuj, Mast (2), Werschkull, Schoss (2). Schiedsrichterinnen: Heinz (Esslingen)/Lenhardt (Stuttgart). Siebenmeter: 1/1 – 4/5. Strafminuten: 12 – 2. Zuschauer: 1128. Foto: Dennis Ewert.
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