Aufgrund der aktuellen Corona-Lage blieb die SAP-Arena in Mannheim weitestgehend leer. Neben den Offiziellen durfte lediglich eine Handvoll Fans in die Halle, die jedoch mit Trommeln für wenigstens etwas Stimmung sorgten. Unabhängig davon begann der TUSEM sehr mutig und mit Köpfchen. Die Angriffe waren durchdacht und bereiteten den Löwen zum Teil einige Probleme. Zudem konnten die Essener eine kompakte Deckung auf die Platte stellen, was die Top-Stars um Andy Schmid immer wieder vor einige Aufgaben stellte. Allen voran feuerte Rückraumspieler Lucas Firnhaber immer wieder auf das Tor der Hausherren und war damit erfolgreich. Insgesamt traf der Linkshänder allein in der ersten Halbzeit achtmal. Doch auch die Rhein Neckar Löwen beteiligten sich an dieser torreichen Partie, dabei überzeugten vor allem Neuzugang Lukas Nilsson und Schmid.
Dass der TUSEM auf Augenhöhe mit dem Europapokal-Teilnehmer agierte, zeigten immer wieder vereinzelte Aktionen. So konnte Sebastian Bliß einen Siebenmeter gegen Nationalspieler Uwe Gensheimer parieren und im Angriff trauten sich die Essener den schnellen Weg zum Tor zu, zum Beispiel über den Kreis und Tim Zechel. Dementsprechend hielten die Gäste aus dem Ruhrgebiet die Partie in der ersten Halbzeit offen, hätten sogar in Führung gehen können. In der einen oder anderen Aktion fehlten jedoch das Glück im Abschluss oder die Genauigkeit. So ging es mit einem knappen 15:16-Rückstand in die Halbzeitpause.
Das gab der jungen Mannschaft von Trainer Jamal Naji jedoch Schwung und Selbstbewusstsein für den zweiten Durchgang. Die Rhein Neckar Löwen wussten um die Schwere der Aufgabe und verstärkten ihr Team nun mit noch etwas mehr internationaler Erfahrung. Unter anderem war Mait Patrail ein wichtiger Faktor, der die Löwen auf Kurs brachte. Schnell war der Vorsprung angewachsen, doch der TUSEM ließ sich nicht abschütteln. Unter anderem bemühten sich Eloy Morante und Justin Müller um den Anschluss, außerdem konnte der eingewechselte Lukas Diedrich im Essener Tor einige Abschlüsse entschärfen. Den Rhein Neckar Löwen war die Unzufriedenheit immer wieder anzusehen, Trainer Martin Schwalb reagierte daher und brachte neben Uwe Gensheimer auch Routinier Alexander Petersson. Die individuelle Klasse und die immer stabiler werdende Abwehr der Hausherren sorgten in der Schlussphase dafür, dass der Vorsprung deutlich anwuchs. Der TUSEM verlor etwas den Anschluss und konnte letztendlich nur noch verkürzen. Somit war das 33:27 zwar nicht unverdient, anhand des Spielverlaufs jedoch etwas zu deutlich aus Sicht der Gäste.
„Die Jungs haben in der ersten Halbzeit gekämpft wie Stiere. Da waren wir voll zufrieden, denn sie haben gut mitgehalten. In der zweiten Halbzeit haben wir uns ein paar Fehler erlaubt, die die Rhein Neckar Löwen eiskalt bestraft haben. Irgendwann waren sie dann weg. Doch man hat im Vergleich zum letzten Spiel eine Entwicklung gesehen. Wir haben mutiger gespielt und weniger Fehler gemacht. Das macht Mut“, lobte der Sportliche Leiter des TUSEM, Herbert Stauber, nach der Partie.
Auch Trainer Jamal Naji war mit dem Großteil des Spiels zufrieden: „Es war eine couragierte Leistung der Jungs und insgesamt ein gutes Ergebnis. Trotzdem überwiegt ein bisschen die Enttäuschung, weil wir nur 48 Minuten richtig gut mitgehalten haben und zwei etwas schwächere Phasen gehabt haben. Dennoch war es vor allem in der Abwehr ein großer Schritt nach vorne und auch im Angriff ist unser Matchplan aufgegangen. Lucas Firnhaber haben wir in viele Abschlusssituationen bekommen. Wenn wir jetzt den nächsten Schritt machen, dann haben wir in den nächsten Spielen auf jeden Fall noch bessere Chancen zu punkten.“
Für den TUSEM steht nun endlich das erste Heimspiel in der neuen Saison der 1. Handball-Bundesliga an. Am kommenden Sonntag ist HBW Balingen-Weilstetten in der Arena „Am Hallo“ zu Gast, Anwurf ist um 16 Uhr.
Rhein Neckar Löwen – TUSEM Essen 33:27 (16:15) Löwen: Palicka, Späth; Schmid (8/2), Gensheimer (3), Kirkelokke (1), Lagarde (2), Patrail (3), Tollbring (4), Ahouansou, Abutovic, Lagergren (2), Groetzki, Baena (2), Petersson (1), Gislason (1), Nilsson (6). TUSEM: Bliß, Diedrich; Ellwanger, Rozman, Durmaz, Becher (2), Ignatow (2), Szczesny (1/1), Müller (4), Firnhaber (11), Seidel, Morante (2), Klingler (2/1), Kluth, Zechel (3). Siebenmeter: 5/7 - 2/2. Strafminuten: 4 – 10. Schiedsrichter: Schmidt (Bochum) / Linker (Recklinghausen). Zuschauer: 20.
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