Eine Besonderheit gab es bereits mit dem Anpfiff: Kapitän Dennis Szczesny ging in sein 300. Spiel im TUSEM-Trikot! Eine beeindruckende Zahl, die es heute im Profisport nicht mehr allzu oft gibt. Herzlichen Glückwunsch!
Die Heimniederlage gegen Hüttenberg (27:34) sollte schnell aus den Köpfen und deswegen wollte der TUSEM beim Tabellenletzten am Bodensee unbedingt punkten. Die lange Anreise sollte sich lohnen, was man den Essenern in den ersten Minuten auch ansah. Torhüter Dennis Wipf war schnell mit einigen Paraden zur Stelle, weshalb die Gastgeber erst nach mehr als sechs Minuten zum ersten Treffer kamen. Der TUSEM konnte sich somit eine erste Führung erspielen (2:4, 10.), hatte es im Angriff aber nicht leicht. Die HSG stellte eine kämpferische Abwehr auf die Platte, die die Gäste nur selten mal passieren ließ.
Auf der anderen Seite hatten die Essener durchaus Schwierigkeiten in der Deckung zuzupacken und auch die Zahl der Torhüterparaden hielt sich fortan in Grenzen. So entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem Daniel Haase schon früh seine zweite Auszeit nehmen musste (23.). Vor allem mit der Angriffsleistung war der TUSEM-Trainer nicht zufrieden, phasenweise fehlte es an Durchschlagskraft. Doch Nils Homscheid, Felix Göttler und Co. fanden schließlich doch ein Durchkommen und versuchten damit immer wieder die richtigen Antworten auf mutige Gastgeber zu finden. Die HSG zeigte sich engagiert, war unter anderem durch Michel Stotz gefährlich. Somit ging die 15:14-Führung für das Schlusslicht in Ordnung.
Es war klar, dass der TUSEM in der zweiten Halbzeit eine Schippe drauflegen musste, um die Punkte entführen zu können. Doch auch der zweite Durchgang war ein hartes Stück Arbeit und es gelang keiner der beiden Mannschaften für eine längere Phase die Kontrolle zu übernehmen. Zunächst hatten die Männer vom Bodensee etwas Oberwasser und erhöhten auf 21:19 (40.), ehe der TUSEM seinen Kampfgeist weckte und sich Mühe gab das Spiel zu drehen. Dies gelang tatsächlich, er erwischte einen kleinen Lauf und kam durch Felix Eißing zur Führung (21:22, 43.).
Es lief sogar noch besser. Konstanz leistete sich einige Ballverluste, die die Essener zu nutzen wussten. Sie bauten die Führung auf 23:26 aus (46.) und schienen auf der Siegerstraße zu sein. Doch der Tabellenletzte hielt dagegen. Mit der Stimmung der Zuschauer im Rücken bündelten sie noch einmal alle Kräfte in der Schänzle-Halle und machten es den Gästen wieder schwer. Diese scheiterten einige Male an HSG-Torwart Konstantin Poltrum oder erlaubten sich technische Fehler. So konnte Veit Schlafmann tatsächlich die Partie wieder drehen und so stand es plötzlich 27:26 (49.).
In einer spannenden Schlussphase hatten beide Teams die Möglichkeit den Deckel drauf zu machen, doch es gelang nicht. Der TUSEM behielt letztendlich die Nerven und leistete sich einen Fehler weniger als der Gegner. Nils Homscheid erlöste die Essener mit seinem Treffer zum 32:33 nur wenige Sekunden vor dem Ende. Der letzte direkte Freiwurf der Süddeutschen landete im Abwehrblock der Gäste.
„Ich habe gerade zu meiner Mannschaft gesagt, dass sie wahrscheinlich noch gar nicht wissen, wie unfassbar wichtig diese zwei Punkte sein können. Deswegen steht das Ergebnis über allem. Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung, das muss man auch ansprechen. Konstanz war zwar sehr dezimiert, aber sehr kämpferisch und hat nicht aufgegeben. In der ersten Halbzeit waren wir etwas undiszipliniert gegenüber den Schiedsrichtern und in der zweiten Hälfte haben wir uns teilweise selbst im Weg gestanden. Aber wir haben immer wieder den Kopf aus der Schlinge gezogen und – auch wenn es vielleicht doof klingt – war der Sieg verdient und wir nehmen ihn gerne mit. Dieser dreckige Sieg ermöglicht uns in der Tabelle etwas mehr nach oben zu gucken und mit Ergebnissen entspannter umzugehen. Es überwiegt die Erleichterung und die Freude“, sagte TUSEM-Trainer Daniel Haase nach dem zweiten Auswärtssieg der Saison.
Nun steht in der Liga wieder ein Heimspiel an. Am kommenden Freitag (11. April) geht es in der Sporthalle „Am Hallo“ gegen den TV Großwallstadt, Anwurf ist um 19 Uhr.
HSG Konstanz – TUSEM Essen 32:33 (15:14). Konstanz: Poltrum, Göres; Stotz (8), Czako (5), Iberl, Schwormstede (1), Leindl (3), Knipp, M.Pliuto, N.Pliuto (2), Ennighorst, Hadlich (2), Fuhrmann, Fenyö (8), Köder (1/1), Schlafmann (2). TUSEM: Plaue, Wipf; Wilhelm (2), Göttler (9), Hermeling, Wolfram, Homscheid (9/2), Reimer, Eißing (4), Szczesny (2), Clarius, Szuharev (1), Neuhaus (5), Kostuj, Mast, Werschkull (1). Schiedsrichter: Hillebrandt (Bönen)/Umbescheidt (Bergkamen). Siebenmeter: 1/2 – 2/2. Strafminuten: 6 – 8. Zuschauer: 900. Foto: Dennis Ewert.
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