Die Woche begann mit einem Heimsieg gegen den TV Emsdetten (32:25) und nur wenige Tage später wollten die Essener beim TV Hüttenberg nachlegen. Die Statistik sprach allerdings nicht für das Team aus dem Ruhrgebiet, denn die letzten sechs Aufeinandertreffen gingen alle an die Hessen. Und mit Felix Göttler (krank) und Alex Schoss (Muskelverletzung) fehlten weiterhin zwei wichtige Rückraumspieler. Immerhin: Neuzugang Gabriel Kofler, der mit einem Zweitspielrecht von den Füchsen Berlin II ausgestattet ist, konnte zum ersten Mal für den TUSEM mitwirken.
Die ersten Minuten der Partie gehörten den Gastgebern, die sich vor allem im Angriff sehr treffsicher zeigten und keine Chance liegenließen. So konnten sie sich schnell eine Führung erspielen und diese sogar auf 9:6 (14.) ausbauen. Paul Ohl und Co. bekam der TUSEM noch nicht so recht in den Griff.
Doch nun kippte die Partie. Die Hereinnahme von Finn Knaack zahlte sich aus, denn der Essener Keeper war sofort mit einer Siebenmeter-Parade zur Stelle und konnte in den Folgeminuten weitere Gegentreffer vermeiden. Zudem stabilisierte sich die TUSEM-Abwehr insgesamt etwas mehr und im Angriff lief es auch besser. Die Gäste stellten in der Offensive um: von nun an spielten sie ein Sieben-gegen-Sechs, was sich auszahlen sollte. Hüttenberg hatte Probleme damit und musste zusehen, wie sich das Spiel drehte. Der TUSEM spielte sich nun in einen Rausch und hatte einen 8:0-Lauf. Somit stand es plötzlich 9:14 (25.).
Auch die Unterzahl-Situationen durch Zeitstrafen überstanden die Essener gut, weshalb Hüttenberg nicht so recht herankam. Zwar kämpften sich die Gastgeber zurück ins Spiel, aber der TUSEM ließ nicht locker und baute den Vorsprung bis zur Pause auf 11:17 aus. Durchaus mit Selbstbewusstsein, denn unter anderem traf Max Hejny nach schönem Zuspiel von Felix Mart (Foto) per Kempa-Trick.
Die Essener waren auf einem guten Weg, durften aber eigentlich nicht lockerlassen. Hüttenberg lauerte auf seine Chance und sollte diese auch noch einmal bekommen. In der zweiten Halbzeit strauchelte der TUSEM etwas, woran er vor allem selbst schuld war. Denn es blieben plötzlich zu viele Möglichkeiten auf der Strecke und einfache Ballverluste luden die Gegner zu schnellen Treffern ein. Aus dem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprung (11:18, 31.) wurde ein immer kleiner werdendes Polster. Vor allem Danil Dyatlov sorgte mit seinen Toren dafür, dass der TVH noch einmal hoffen durfte. Plötzlich stand es durch den Treffer des starken Torsten Anselm nur noch 20:22 (44.).
Aber die Gäste berappelten sich und zogen wieder an. Knaacks Paraden waren ein Faktor, aber auch das Zusammenspiel von Felix Mart und Valentin Willner. Immer wieder bediente der Rückraumspieler mit geschickten Pässen seinen Kollegen am Kreis, der dort meist eiskalt verwandelte. Dagegen fanden die Hessen kaum ein Mittel. Und Mart war vom Siebenmeterstrich ebenfalls ein verlässlicher Schütze.
Mit viel Kampf und starken Nerven behielt der TUSEM in der Schlussphase die Oberhand und brachte den Sieg über die Zeit. Eine starke kämpferische, aber auch taktisch disziplinierte Leistung.
„Nach dem Sieg gegen Emsdetten sind wir mit einem extrem positiven Gefühl nach Hüttenberg gefahren. Wir wussten, dass wir gut genug für die Liga sind, mussten uns aber einfach mal belohnen. Das haben wir in Hüttenberg wieder gemacht und so kann es weitergehen. Wir haben einfach eine brutal kämpferische Leistung gezeigt. Das Sieben-gegen-Sechs haben wir in den letzten Wochen schon oft trainiert, aber entweder uns nicht getraut umzusetzen oder es nicht gebraucht. Dieses Mal schon und es hat gut geklappt“, freute sich Felix Mart bei „Dyn“.
Auch Trainer Kenji Hövels war nach dem Sieg glücklich: „Ich bin sehr zufrieden. Wir kommen nicht gut rein, haben ein paar Probleme mit ihrer offensiven Abwehr. Dann stellen wir auf Sieben-gegen-Sechs um, was ein absoluter Gamechanger für uns war. Wir haben das gut gelöst und hatten einige Paraden von Finn Knaack. Es war wichtig, dass wir uns absetzen konnten. Hüttenberg kommt in der zweiten Halbzeit zu schnell zurück ins Spiel. Aber ich bin stolz auf die Mannschaft, dass wir bei uns geblieben sind und dran geglaubt haben. Wir haben viel gutes Gefühl in dieser Woche sammeln können. Aber wir dürfen jetzt auf keinen Fall weniger machen oder uns ausruhen. Das ist der Weg, den wir weitergehen müssen. Der verspricht nicht immer Erfolg, aber er macht ihn wahrscheinlicher.“
Für den TUSEM steht nun ein Heimspiel gegen den HSC 2000 Coburg an. Anwurf ist am kommenden Freitag (30. Oktober) um 20 Uhr in der Sporthalle „Am Hallo“.
TV Hüttenberg – TUSEM Essen 30:33 (11:17). Hüttenberg: Wehrum, Shamir; Schwarz (2), Sehnke (1), Ohl (4), Spandau, Rüdiger (1), Reichl (1), Haack, Gümbel, Weimer, Anselm (5), Dyatlov (7), Schreiber (2), Kuntscher (7/7). TUSEM: Knaack, Diedrich; Mart (8/6), Willner (5), Zunic, Faljic, Homscheid (4), Eißing (4), Schley (1), Wolf, Kofler (1), Neuhaus (3), Kostuj, Hejny (4), Mast (1), Werschkull (2). Schiedsrichter: Funk/Jaros. Siebenmeter: 7/8 – 6/6. Strafminuten: 4 – 16. Rote Karte: Neuhaus (60., Unsportlichkeit). Zuschauer: 1250. Foto: Dennis Ewert.
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