Blickt man in die glorreiche Bundesliga-Historie des TUSEM, stößt man auf einige rekordverdächtige Ergebnisse mit Essener Beteiligung. Im November 1982 gewann der TUSEM mit 32:10 gegen den PSV Hannover, bis heute der höchste Bundesliga-Sieg der Essener. Schmerzhaft war derweil die 17:43-Niederlage in Göppingen im März 2009, bis heute die zweithöchste Niederlage aller Zeiten in der Beletage des deutschen Handballs. Und in der 2. Bundesliga? Da hat der TUSEM am vergangenen Sonntag seinen persönlichen Rekord eingestellt: Der 36:20-Sieg gegen den zu großen Teilen überforderten Aufsteiger aus Oppenweiler/Backnang steht nun auf einer Stufe mit dem bisher deutlichsten Erfolg, einem 42:26 gegen Empor Rostock im Jahr 2013. Doch zurück zum Sonntag – und damit zu den ersten TUSEM-Punkten in dieser noch jungen Spielzeit. In den 60 Minuten gelang den Essenern nahezu alles: Torhüter Dominik Plaue überragte mit einer Quote von knapp 60 Prozent gehaltener Bälle, wovon auch das Essener Tempospiel profitierte. Der TUSEM kam enorm oft über Tempogegenstöße zu leichten Toren und entschied das Spiel bereits frühzeitig für sich. Besonders erfreulich: Rückraumspieler Alexander Schoss gab nach einen knappen halben Jahr sein Comeback und steuerte gleich zwei Treffer zum Heimsieg bei. Sein eigenes Befinden stellte der 22-Jährige im Interview nach dem Spiel allerdings hinten an: „Es hat sich super angefühlt, dass ich wieder auf der Platte stehen konnte. Aber viel wichtiger ist, dass wir dieses Spiel gewonnen haben, vor allem nach den beiden Niederlagen zu Saisonbeginn. Die gesamte Mannschaftsleistung war heute einfach top.“ Dass ein solcher Erfolg dann Kräfte freisetzt und die allgemeine Stimmung auch gleich aufhellt, ist auch Cheftrainer Daniel Haase in der zurückliegenden Trainingswoche nicht verborgen geblieben: „Natürlich waren die Jungs positiver drauf und auch selbstbewusster. Wichtig ist aber jetzt, dass wir konzentriert weiterarbeiten und nicht nachlassen.“
Krefeld spielt als Aufsteiger bisher stark auf – Haase setzt auf die Unterstützung der Fans
Nun soll also der erste Auswärtssieg der Saison her. Am Samstag wartet dann direkt der nächste Aufsteiger auf die Essener. Die HSG Krefeld Niederrhein spielt als Liganeuling bisher stark auf und steht mit 3:3-Punkten auf Platz neun der Tabelle. Zwei Personalien der Krefelder sind in Essen nicht unbekannt: Trainiert wird die HSG von Mark Schmetz, der lange Jahre in Essen gespielt hat und mit dem TUSEM 2005 den EHF-Pokal gewonnen hat. Am Kreis spielt außerdem mit Niklas Ingenpaß ein TUSEM-Eigengewächs, der seit der C-Jugend alle Jugendmannschaften der Essener durchlief und auch schon Erstligaerfahrung bei der Ruhrpott-Schmiede sammeln konnte. Ingenpaß, mittlerweile sogar Kapitän bei den Krefeldern, blickt gerne auf seine Zeit in Essen zurück: „Für junge Spieler ist das ein tolles Umfeld – mit einer echten Arbeitskultur“, so der 26-Jährige, der in den bisherigen drei Saisonspielen acht Treffer erzielen konnte. Für den TUSEM wird die Reise nach Krefeld die kürzeste Auswärtsfahrt der gesamten Saison sein, nur 40 Kilometer trennen die Hallen beider Mannschaften. Dementsprechend groß wird die Fanunterstützung für die Essener sein, was Daniel Haase als echtes Faustpfand für sein Team verbucht: „Wir freuen uns, dass uns viele Zuschauer in Krefeld unterstützen werden. Krefeld hat viele Stärken mit vielen verschiedenen Spielertypen. Wir wollen unserem Matchplan folgen den Schwung aus dem HCOB-Spiel mitnehmen. Wenn wir wieder gut in unser Tempospiel kommen, haben wir gute Chancen, am Samstag zu gewinnen.“ Es sind noch vereinzelte Restkarten für die Gästeblöcke zu haben, mehr Informationen gibt es unter https://hsg-krefeld-niederrhein.de/tickets/. Für Daheimgebliebene besteht die Chance, die Partie bei DYN zu verfolgen.
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