Nun ist die Serie also doch gerissen. Zum ersten Mal seit einem Jahr musste sich der TUSEM in der eigenen Halle geschlagen geben und den Gegner jubeln lassen. Dabei war es bis zum Schluss spannend und die Essener hatten den Spitzenreiter aus Baden-Württemberg am Rande einer Niederlage.
Der TUSEM ging hellwach in die Partie und bot dem Favoriten sofort die Stirn. Die Abwehr stand von Beginn an sehr stabil und stellte den Gegner vor Herausforderungen. Tom Wolfs wuchtige Abschlüsse aus der Distanz konnte sie allerdings zunächst nicht verteidigen, weshalb die Gäste leicht in Führung lagen. Aber die Essener hatten mit Max Neuhaus einen starken Antreiber, der selbst einige Male erfolgreich in die Tiefe ging. Ebenso durchschlagskräftig zeigte sich Julius Rose im Rückraum, weshalb die Zuschauer ein starkes Duell auf Augenhöhe zwischen beiden Mannschaften zu sehen bekamen.
Die Bietigheimer Abwehr wirkte phasenweise nicht so sattelfest, was der TUSEM dazu nutzte das Spiel zu drehen. Zwar mussten die Hausherren zunächst auf den angeschlagenen Alex Schoss und damit auf den einzigen Linkshänder im Rückraum verzichten, doch sein Vertreter Jonas Ellwanger erledigte seine Aufgaben gut und es war kaum spürbar, dass im Angriff des TUSEM etwas fehlte. So war die 13:10-Führung zur Pause absolut verdient und die Fans belohnten dies mit großem Applaus.
Der Start in die zweite Halbzeit verlief aus Sicht der Essener allerdings nicht nach Plan. Die gegnerische Abwehr wirkte nun deutlich kompakter und besser eingestellt. So bissen sich die Gastgeber die Zähne aus und ließen sich zu schwierigen Abschlüssen zwingen. Immerhin stand die eigene Abwehr ebenfalls weiterhin gut, hatte zudem mit Arne Fuchs einen gut aufgelegten Torhüter. Bietigheim war drauf und dran die Partie wieder zu drehen, was erst einmal nicht gelang. Denn TUSEM-Kapitän Jonas Ellwanger erzielte wichtige Treffer und hielt sein Team vorn.
Der Spitzenreiter erhöhte weiter den Druck. Torhüter Fredrik Genz parierte einige Male stark und die Essener taten sich im Angriff schwer. Nun schafften es die Gäste tatsächlich nicht nur zum Ausgleich zu kommen, sondern selbst wieder in Führung zu gehen (17:18, 47.). Nun galt es für den TUSEM dranzubleiben und die Begegnung weiter offen zu gestalten. Dies gelang, weshalb die Zuschauer eine spannende Schlussphase zu sehen bekamen. Der eingewechselte Alex Schoss sorgte in der Essener Offensive für Hoffnung und lieferte wichtige Treffer. Allerdings stand die SG dem in Nichts nach und blieb in Front. Als Sekunden vor dem Ende Paco Barthe mit einem wuchtigen Abschluss das 25. Tor für den Tabellenführer warf, war die Partie entschieden.
„Es war ja klar, dass die Serie irgendwann mal reißen muss, auch wenn wir es versucht haben, so lange wie möglich herauszuzögern. Wir hatten es in der eigenen Hand, aber Bietigheim hat am Ende etwas weniger Fehler gemacht und mehr Bälle ins Tor geworfen. Uns hat der entscheidende Punch im Angriff gefehlt, der letzte Schritt. Das ist natürlich ärgerlich, aber ich denke, dass wir uns wieder sehr gut verkauft haben“, sagte TUSEM-Torhüter Arne Fuchs nach der Niederlage.
Trainer Michael Hegemann ergänzte: „Die Serie ist gerissen, aber es geht weiter für uns. Wir haben ein sehr ordentliches Spiel hingelegt, hatten nur in der zweiten Halbzeit leider nicht mehr die Durchschlagskraft wie in der ersten. Wir haben leider ein paar zu viele Bälle zum Kreis zugelassen und Bietigheim hat es dann am Ende auch verdient gewonnen. Ich kann meiner Mannschaft in Sachen Einsatzbereitschaft und Leidenschaft aber keinen Vorwurf machen. Jetzt heißt es: eine neue Serie starten.“
Nun steht für den TUSEM wieder ein Auswärtsspiel an. Am kommenden Samstag (28. Oktober) geht es zum Aufsteiger TuS Vinnhorst nach Hannover. Anwurf im Sportzentrum des TuS ist um 18 Uhr.
TUSEM Essen – SG BBM Bietigheim 24:25 (13:10). TUSEM: Fuchs, Diedrich; Ellwanger (5), Kämper, Wolfram (1), Wilhelm, Homscheid (1/1), Eißing (3), Szczesny (1), Seidel, Klingler, Neuhaus (4), Rose (4), Mast (1), Werschkull, Schoss (4). Bietigheim: Baranasic, Genz; Vlahovic, Michalski, Wolf (4), Schäfer (5/3), de la Pena (2), Wiederstein (1), Velz (4), Barthe (2), Hejny (2), Bader, Pfeifer (2), Kaulitz, Fischer (3). Schiedsrichter: Hillebrand (Bönen)/Umbescheidt (Bergkamen). Siebenmeter: 1/1 – 3/3. Strafminuten: 4 – 6. Zuschauer: 1213.
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