Am letzten Freitagabend sollte in der Arena „Am Hallo“ ein gewisser Pokalgeist durch die Halle wabern. So zumindest der Plan der Essener, die zum zweiten Mal in der noch recht jungen Spielzeit den Erstliga-Absteiger aus Leipzig empfingen. Im Pokal Mitte August konnte der TuSEM die Leipziger ärgern, mehr noch, besiegen: Das 36:33 nach doppelter Verlängerung bot eigentlich genug Anlass, um mit ordentlich Rückenwind in die Liga zu starten. Doch fünf Spieltage später hatte sich das Blatt aus sportlicher Sicht quasi um 180 Grad gewendet: Der TuSEM stand vor dem zweiten Duell mit dem SC DHfK am Tabellenende. Dort blieben die Essener auch nach diesen 60 Minuten, denn die Gäste bejubelten am Ende einen 32:35-Auswärtssieg und nahmen somit Revanche für das Pokalaus. Leipzig lag quasi die gesamte Zeit in Führung und sah auch lange wie ein sicherer Sieger aus. Am Ende musste die Mannschaft von Frank Carstens tatsächlich doch noch einmal zittern, als der TuSEM in der Schlussphase mit einem 3:0-Lauf verkürzen konnte. Doch all der kämpferische Einsatz war vergebens, die Punkte wanderten in den Bus Richtung Sachsen. TuSEM-Cheftrainer Kenji Hövels kann sich mit Niederlagen naturgemäß nie anfreunden, wenngleich der 33-Jährige mit den spielerischen Fortschritten im Vergleich zu den Vorwochen einverstanden war: „Mit unserer Offensivleistung war ich schon zufrieden, das war eine Steigerung. Wir haben nahezu die Mannschaft gesehen, die wir vor vier Wochen gesehen haben. Man muss aber sagen, dass wir defensiv lange Probleme hatten. Leipzig hat insbesondere in Person von Franz Semper ein paar Sachen überragend gemacht, diese Effektivität aus dem Rückraum ist nicht immer leicht zu verteidigen. Grundlegend war das aber eine Leistung, mit der man ein Spiel gewinnen kann – wenn man vielleicht nicht gegen Leipzig spielt.“
Derby wird zum Kellerduell – Wiedersehen mit Naji und Firnhaber
Am Freitag steht nun ein brutal wichtiges Spiel an, es geht zum Derby nach Hamm. Der ASV ist nach dem dramatischen Abstieg im Sommer 2025 zurück in der 2. Liga und konnte bislang einen Sieg feiern (28:27 gegen Minden). Trainiert wird die Mannschaft von Jamal Naji, der in Essen kein Unbekannter ist. Naji war zwei Jahre lang Chefcoach in Essen, stieg mit dem TuSEM 2021 aus der Bundesliga ab und wechselte ein Jahr später zum Bergischen HC. Im November 2025 übernahm Naji den ASV und führte die Hammer zum direkten Wiederaufstieg. Darüber hinaus trägt mit Lucas Firnhaber ein weiterer Ex-Essener das ASV-Trikot, der wurfgewaltige Rückraumrechte spielte insgesamt vier Jahre beim TuSEM. Hamm ist derzeit Vorletzter und hat am letzten Wochenende eine Auswärtsniederlage beim VfL Lübeck-Schwartau kassiert, bei welcher die Leistung allerdings in weiten Teilen stimmte. Der TuSEM hofft darauf, in der WESTPRESS Arena endlich den ersten Saisonsieg einzufahren und kann dabei auf die Unterstützung zahlreicher mitreisender Anhänger setzen. In der Vorbereitung haben beide Teams bereits gegeneinander gespielt, der TuSEM siegte damals mit 39:30. Für Kenji Hövels zählt dieses Ergebnis jedoch nur bedingt: „Die Mannschaft von damals hat mit der von heute recht wenig zu tun. Hamm spielt einen wirklich unangenehmen Angriff und verfügt über ein gutes Torhüterduo. Gerade zuhause können sie ein unangenehmes Level erreichen, was die Aufgabe schwer macht. Wir wollen bei uns bleiben, eine gute Leistung zeigen und dann sehe ich gute Chancen, dass wir den ersten Sieg holen.“ Der TuSEM freut sich über jeden Fan, der sich am Freitagabend auf den Weg nach Hamm begibt, um die Jungs vor Ort zu unterstützen. Tickets gibt es unter https://tickets.snec.de/shops/236. DYN überträgt die Partie ab 19:10 Uhr live und on demand.
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