Nach der Länderspielpause wollte der TUSEM zurück zu alter Heimstärke finden. Auf der anderen Seite wartete der TV Großwallstadt, der in dieser Saison auswärts noch nicht punkten konnte. Doch für den Auftritt im Ruhrgebiet hatten sich die Unterfranken viel vorgenommen und stellten die Gastgeber vor einige Herausforderungen. Die Abwehr stand von Beginn an recht gut und zwang den TUSEM zu einigen technischen Fehlern. So konnten sich die Gäste Mitte der ersten Halbzeit unter anderem durch Treffer von Mario Stark etwas absetzen (4:6, 14.). Der TUSEM aber antwortete schnell in Person von Dennis Szczesny, der nun einen Weg durch die Defensive des Gegners fand.
Beide Mannschaften gingen phasenweise mit ihren Chancen zu leichtfertig um. Während es bei den Essenern vor allem Abspielfehler waren, scheiterten die Großwallstädter einige Male an der erneut soliden Abwehr der Gastgeber und an Lukas Diedrich im Tor. Der Schlussmann sorgte dafür, dass sich der TVG nicht noch weiter absetzen konnte. Dies hatte wiederum zur Folge, dass seine Mannschaft kurz vor der Pause noch auf 12:13 verkürzte.
Die zweite Halbzeit war ein echtes Auf und Ab für beide Mannschaften – und dementsprechend auch für die Gefühlslage der Fans. Diedrich war sofort mit wichtigen Paraden zur Stelle, seine Vorderleute taten sich aber weiter schwer im Angriff. Einige Male trafen sie nicht die besten Entscheidungen und prallten an der aufmerksamen Defensive der Gäste ab. Großwallstadt stand ziemlich kompakt und veränderte einige Male die Abwehrformation, womit der TUSEM Probleme hatte.
Aber die Essener kämpften und waren nun etwas erfolgreicher. Nach etwas mehr als 40 Minuten schien die Partie zu ihren Gunsten kippen zu können, als Felix Eißing zum 17:16 traf. Die Freude hielt jedoch nicht allzu lange, denn nun war der Gegner wieder am Zug. Binnen einer Minute traf er dreimal, drehte so das Spiel und setzte sich leicht ab 18:20 (48.). Die Achterbahnfahrt ging weiter, denn nun hatte der TUSEM die richtige Antwort parat. Max Neuhaus und auch Malte Seidel preschten vor und stellten die Begegnung ein weiteres Mal auf den Kopf. Beim Zwischenstand von 21:20 (51.) war die Stimmung in der Arena „Am Hallo“ auf dem Höhepunkt und die Essener schienen auf Siegeskurs zu sein.
Doch in einer umkämpften Schlussphase waren es wieder die Gäste, die das Zepter in die Hand nahmen und auf jeden Fehler lauerten. Und der TUSEM tat ihnen den Gefallen, ließ einige Möglichkeiten liegen und lud den TVG zum Torewerfen ein. Der starke Stefan Salger machte letztendlich den Deckel drauf und beerdigte die Hoffnungen der Hausherren auf einen Heimsieg. Somit feierte die Mannschaft von Michael Roth mit dem 22:24 den ersten Auswärtssieg der Saison.
„Wir haben einfach im Angriff wieder zu viel Mist gebaut. Mit so vielen technischen Fehlern ist es nicht möglich ein Spiel zu gewinnen. Wir haben teilweise zu viele risikoreiche Pässe gespielt und waren im Angriff zu statisch. Großwallstadt hat auch eine gute Abwehr gestellt und viele Zweikämpfe gewonnen. Wir haben den Ball nicht weitergespielt bekommen und waren nicht einfallsreich genug. Da müssen wir mehr auf den Punkt spielen“, ärgerte sich TUSEM-Spieler Malte Seidel.
Auch Trainer Michael Hegemann war enttäuscht: „Wir haben uns ein Stück weit selbst geschlagen. Wir sind nicht so in den Rhythmus gekommen und haben eine unglaublich hohe Anzahl an Fehlern produziert. Trotz der schwachen Leistung schaffen wir es die Phase zu bekommen das Spiel kippen zu lassen. Aber wenn du einen schlechten Tag hast und die Chance das Spiel zu drehen nicht richtig nutzen kannst, dann gewinnst du eben nicht. Wir müssen weiter an den Abläufen feilen.“
Für den TUSEM geht es nun mit einem Auswärtsspiel weiter. Am kommenden Freitag (17. November) steht die Partie beim HSC Coburg an, Anwurf in der Huk-Coburg-Arena ist um 20.30 Uhr.
TUSEM Essen – TV Großwallstadt 22:24 (12:13). TUSEM: Fuchs, Diedrich (14 Paraden); Ellwanger (5), Wolfram (1), Wilhelm, Homscheid, Eißing (4), Szczesny (3), Seidel (2), Klingler, Neuhaus (1), Rose (1), Mast (4), Werschkull, Schoss (1). Großwallstadt: Boukovinas (4 Paraden), Minverva (1 P.); Salger (3), Klenk (2), Eisenträger (3/1), Bandlow (4), Schauer (2), Bicer (1), Strakeljahn, Wullenweber (3), Corak, Mohr, Stark (3), Schalles (2). Schiedsrichter: Cesnik/Konrad (Gummersbach). Siebenmeter: 0/2 – 2/4. Strafminuten: 6 – 8. Zuschauer: 1589.
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