Glücklicherweise war der TUSEM schon in Berlin, bevor das Schnee-Chaos in Deutschland ausbrach. Somit konnten sich die Essener voll und ganz auf das Duell mit den Füchsen fokussieren und sich auf das Wiedersehen mit Ex-Trainer Jaron Siewert freuen. Doch für diese 60 Minuten ruhte die Freundschaft, stattdessen ging es für beide Mannschaften um wichtige Punkte.
Der TUSEM begann gegen den Favoriten mutig und sehr engagiert. Die Abwehr stellte die Berliner immer wieder vor Aufgaben und wirkte recht stabil. Im Angriff spielten die Essener immer wieder durchdachte Spielzüge und kam somit in gute Abschlusspositionen. Einzig an der Chancenverwertung haperte es, teilweise fehlte auch das Glück. Immer wieder prallten die Bälle an Latte und Pfosten, teilweise war aber auch der gut aufgelegte Torhüter Dejan Milosavljev im Weg.
Auf der anderen Seite konnte sich Berlin, angeführt von den Handball-Nationalspielern Paul Drux, Fabian Wiede und Marian Michalczik, etwas absetzen (14:10, 25.). Aber auch, weil der erfahrene Hans Lindberg nur wenige seiner Chancen auf der Strecke ließ. Doch noch vor der Pause kämpften sich die Gäste aus dem Ruhrgebiet heran, verkürzten immerhin auf 15:13. Entscheidenden Anteil daran hatte Lukas Diedrich im Tor, der immer wieder zur Stelle war und die gegnerischen Würfe entschärfte.
Der TUSEM kam gut aus der Kabine, sorgte schnell für den Ausgleich. Justin Müller, Dennis Szczesny und Co. nahmen sich eine ganze Menge vor und wollten die Chance auf die ersten Auswärtspunkte der Saison so lange wie möglich am Leben halten. Doch die Füchse hatten natürlich etwas dagegen und steigerten sich immer mehr. Im Angriff zeigten sie sich sehr abgezockt, in der Defensive hielten sie den TUSEM vom Tor fern. Die Mannschaft von der Margarethenhöhe hatte es nicht einfach, fand dennoch immer wieder kreative Ansätze, um sich Torchancen zu erspielen. Einzig die Ausbeute ließ zu wünschen übrig. Zu viele Fehlwürfe sorgten dafür, dass sich Berlin recht früh in der zweiten Halbzeit entscheidend absetzen konnte.
Nicht zuletzt, weil die Gastgeber über eine hohe individuelle Qualität verfügten. So konnte Siewert unter anderem seine frisch gebackenen Weltmeister Lasse Andersson und Jacob Holm schonen. Der TUSEM wehrte sich zwar noch, unter anderem konnte Torwart Sebastian Bliß einige Paraden verzeichnen, aber letztendlich reichte es nicht mehr, um den Hauptstädtern richtig gefährlich zu werden. Der 30:23-Sieg war somit verdient.
„Uns war schon vorher klar, dass gegen so eine Mannschaft alles passen muss. Mich ärgert, dass wir nach der Pause dran waren und dann direkt einem Sieben-Tore-Rückstand hinterherlaufen müssen. Wenn wir in der Phase unseren Job besser gemacht hätten, wären wir auf zwei bis drei Tore drangeblieben. Aber natürlich verfügen die Füchse auch über eine hohe individuelle Qualität, das muss man dann akzeptieren. Ich habe den Jungs aber nach dem Spiel auch direkt gesagt: wenn wir weiterhin daran glauben, dann wird irgendwann so ein Gegner auch mal gegen uns fallen“, sagte TUSEM-Trainer Jamal Naji nach der Niederlage.
Für die Essener geht es schon am Donnerstag (11.2.) in der Liqui Moly HBL weiter, dann kommt die MT Melsungen in die Arena „Am Hallo“. Anwurf ist dann um 19 Uhr.
Füchse Berlin – TUSEM Essen 30:23 (15:13) Berlin: Genz, Milosavljev; Ernst (1), Wiede (7), Holm, Gojun, Andersson, Lindberg (5/2), Michalczik (4), Chrintz (1/1), Matthes, Kopljar (2), Vujovic (4), Koch (1), Marsenic, Drux (5). TUSEM: Fuchs, Bliß, Diedrich; Beyer (4), Rozman, Durmaz, Becher (2), Ignatow (1), Szczesny (4), Müller (3), Firnhaber (3), Seidel, Morante, Klingler (3/1), Kluth, Zechel (3). Siebenmeter: 3/6 – 1/3. Strafminuten: 10 – 8. Schiedsrichter: Otto (Syke) / Piper (Kiel).
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