Am vergangenen Freitag hat der TUSEM Essen die höchste Heimniederlage der laufenden Saison kassiert. Das schmerzhafte 25:34 gegen Balingen-Weilstetten resultierte einerseits aus der Stärke des Gegners, andererseits halfen die Essener in Phasen auch kräftig mit. Zwei Wechselfehler binnen kurzer Zeit sowie ein insgesamt ausbaufähiges Überzahlspiel ließen den TUSEM größtenteils nicht für Punkte in Frage kommen. Dass man gegen den Tabellenzweiten durchaus verlieren kann, war wohl allen Beteiligten im Vorhinein bewusst. Doch die Art und Weise, gerade mit der Leistung gegen Spitzenreiter Bietigheim in der Vorwoche, hinterließ an der ein oder anderen Stelle dennoch Fragezeichen. Das ohnehin schon arg in Mitleidenschaft gezogene Torverhältnis der Essener wurde weiter (negativ) ausgebaut. Nutznießer ist vorerst die HSG Krefeld-Niederrhein, die sich durch ein spektakuläres Unentschieden gegen Potsdam am TUSEM vorbeischlängelten und die Abstiegszone verlassen haben. Der Druck liegt jetzt also ganz klar bei den Essenern, wenngleich sich die Situation für Cheftrainer Kenji Hövels erstmal nicht großartig verändert hat: „Klar ist Druck da, aber sind wir ehrlich, der war auch schon vor drei Wochen da oder auch seitdem ich hier bin. Wir wissen, dass wir noch Punkte holen müssen, um unser Ziel zu erreichen. Wir haben nicht mehr viele Chancen. Das Endergebnis gegen Balingen war unnötig, wir machen lange ein ordentliches Spiel bis zum 21:24. Ein engerer Spielstand wäre möglich gewesen.“
Hat Potsdam den Aufstieg schon verspielt? Ein TUSEM-Schreck aus dem Hinspiel fehlt
Apropos höchste Heimniederlage: Bis zum Balingen-Spiel hielt das 27:35 gegen Potsdam aus der Hinrunde diesen unrühmlichen Rekord. Die Mannschaft von Cheftrainer Emir Kurtagic musste in den letzten Wochen etwas abreißen lassen und hat die letzten drei Spiele allesamt nicht gewinnen können, wodurch Potsdam mittlerweile acht Punkte Rückstand auf die Aufstiegsplätze hat. Mit dem angesprochenen Unentschieden gegen Krefeld am letzten Spieltag können die Brandenburger derweil äußerst zufrieden sein, da sie sich nach einer in weiten Teilen katastrophalen ersten Hälfte inklusive Neun-Tore-Rückstand noch einen Punkt erkämpfen konnten. Gegen den TUSEM zeigte der Erstliga-Absteiger im Hinspiel eine überragende Leistung, unter anderem machte der Ex-Essener Dustin Kraus ein ganz starkes Spiel, ähnlich wie Spielmacher Marco Mengon. Der Italiener verließ Potsdam allerdings im Winter Richtung Stuttgart, wo auch sein Zwillingsbruder Simone unter Vertrag steht, fällt darüber hinaus mit einem Kreuzbandriss lange aus. In fremder Halle wartet der TUSEM seit dem Sieg in Backnang auf Zählbares, ein Auswärtssieg in der MBS-Arena käme schon einer Überraschung gleich, wie auch Hövels weiß: „Wir dürfen nicht vergessen, gegen wen wir spielen, auswärts beim Vierten ist das schon eine maximal schwere Aufgabe. In den letzten Wochen war Potsdam allerdings schon etwas anfälliger aufgrund von Verletzungen oder Abgängen. Sie haben gerade im Angriff große Qualität, kommen viel über das Tempo. Ich sehe uns aber nicht chancenlos.“ Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der am Freitag die weite Reise nach Potsdam auf sich nimmt, um die Jungs vor Ort zu unterstützen. Tickets gibt es unter https://vflpotsdam.venuemanager.net/. DYN überträgt ab 19:10 Uhr live und on demand.
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