16.09.2018 | Spielbericht

Auswärtssieg in Lübbecke: TUSEM packt die Überraschung

Foto: Brigitte Holtgreve


Der TUSEM Essen hat in der 2. Handball-Bundesliga ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Beim Erstliga-Absteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke gewann die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert mit 26:25 (13:9).

Schon wenige Sekunden vor dem Spielschluss hatte das Zittern für den TUSEM ein Ende. Der letzte Angriff der Gastgeber scheiterte, noch einmal gab es Ballbesitz für die Essener. Doch diesen nutzten sie gar nicht mehr, stattdessen jubelten sie gemeinsam. Der erste Auswärtssieg der Saison war in diesem Moment sicher, zudem war das 26:25 für den TUSEM gegen den Favoriten und Erstliga-Absteiger aus Lübbecke eine große Überraschung.

Und diese zeichnete sich schon in der ersten Halbzeit ab. Bereits von Beginn an versuchten die Gäste aus dem Ruhrgebiet an die starken Heimspiele anzuknüpfen und spielten mutig. Nettelstedt-Lübbecke wirkte noch recht verunsichert, fand kein richtiges Mittel gegen die stabile Essener Deckung. Das wusste der TUSEM für sich zu nutzen und erspielte sich eine Führung. Schnell lagen sie mit 4:1 (9.) vorn, was die Hausherren vor eine noch größere Aufgabe stellte. Der TUSEM ließ nicht locker, auch nicht als Lübbecke bis auf einen Treffer herankam (5:6, 20.). Stattdessen legte er noch einmal nach, bestrafte die Fehler des Erstliga-Absteigers immer wieder gnadenlos. Das zeigte sich dann im Halbzeit-Ergebnis, die Essener führten mit 13:9.

Doch damit war die Partie noch längst nicht entschieden. Jeder weiß um die Stärke des Gastgebers, der im zweiten Durchgang alles versuchte. Unter anderem wurde Essens Kapitän Jonas Ellwanger besonders bewacht und auch sonst verteidigte Lübbecke nun offensiver. Das machte es dem TUSEM nicht einfach, doch diese Herausforderung nahm er an. Weiterhin galt es in der Deckung aggressiv und stabil zu stehen, zudem weiterhin schnelle Angriffe nach vorne zu fahren. Das gelang über weite Strecken, aber Lübbecke holte dennoch von Minute zu Minute auf. Marian Orlowski und Dener Jaanimaa ließen den Favoriten wieder hoffen und tatsächlich gelang sogar der zwischenzeitliche Ausgleich (23:23, 55.). Dem hielt aber vor allem Noah Beyer dagegen, der Essener bewies ein ums andere Mal vom Siebenmeterpunkt Nervenstärke.

Dennoch: Das Spiel drohte zu kippen, stand nun auf des Messers Schneide. Die letzten Augenblicke der Partie waren an Spannung kaum zu überbieten, beide Mannschaften schenkten sich nichts und kämpften mit offenem Visier um den Sieg. Beim Stand von 25:25 wurde es dramatisch: Lübbecke bekam einen Siebenmeter zugesprochen und Jens Bechtloff trat an. Drei Siebenmeter hatte er in dieser Partie bereits verwandelt. Doch diesmal scheiterte er an Torwart Sebastian Bliß! Und so bekam der TUSEM noch einmal selbst die Chance auf den Sieg. Und tatsächlich. Mit drei großen Schritten tankte sich Luca Witzke durch die Lübbecker Abwehr und traf zum 26:25 ins Netz. Der Siegtreffer!

„Am Ende war sicherlich viel Glück dabei, das ist uns aber egal. Es war das Glück des Tüchtigen, für das wir vor allem in der ersten Halbzeit viel getan haben. Da waren wir deutlich dominanter als der Gegner und deswegen ist heute nicht der Tag, an dem man ein Haar in der Suppe suchen sollte. Es war eine Riesen-Leistung der gesamten Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben die Jungs die Grundlage gelegt, mit einer bärenstarken Abwehr und gutem Tempospiel. In der zweiten Halbzeit haben sie dann einen kühlen Kopf bewahrt. Aus diesem Sieg können wir extrem viel lernen“, freute sich TUSEM-Trainer Jaron Siewert.

Der TUSEM dürfte damit mit noch mehr Rückenwind in das kommende Heimspiel gehen. Am Freitag (21.9.) ist der EHV Aue in der Mülheimer Innogy-Sporthalle zu Gast. Anwurf ist um 19.30 Uhr.

TuS Nettelstedt-Lübbecke – TUSEM Essen 25:26 (9:13)

Lübbecke:
Tatai, Birlehm; Genz, Walczak (5), Bechtloff (3/3), Gierak (1), Bagaric, Strosack (2), Rakovic, Spohn, Jaanimaa (6), Schade (1), Orlowski (6), Speckmann (1), Hövels.

TUSEM:
Bliß, Mangold; Beyer (6/5), J.Ellwanger (2), Witzke (3), Akakpo (1), Szczesny (3), Müller (2), Firnhaber (1), Seidel, Klingler (2), Skroblien (3), Zechel (2).

Siebenmeter:
5/3 – 5/5.

Strafminuten: 16 – 6.

Schiedsrichter:
Hörath (Zirndorf)/Hofmann (Bamberg).

Zuschauer:
1389.