19.08.2018 | Spielbericht

DHB-Pokal: Kiel lässt dem TUSEM keine Chance

Foto: Sascha Klahn


Der Handball-Zweitligist TUSEM Essen ist aus dem DHB-Pokal ausgeschieden. Beim Erstrunden-Finalfour in Göttingen unterlag die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert im Halbfinale dem Rekordmeister THW Kiel mit 23:39 (11:19).

Ein Duell, das nach viel Tradition klingt: Der TUSEM Essen trifft auf den THW Kiel. Das klingt nicht nur nach viel Tradition, sondern sie ist es auch. Zwei Vereine mit einer langen Erfolgsgeschichte trafen nun in der ersten Runde des DHB-Pokals aufeinander, wobei die Vorzeichen nun anders standen, als in den 80er- und 90er-Jahren, den erfolgreichen Zeiten des TUSEM.

Der Zweitligist aus Essen forderte den Erstligisten heraus und zu Beginn der Begegnung sah es auch gar nicht schlecht aus. Der TUSEM ging in Führung, immerhin fünf Minuten lang hielt er zudem hinten die „Null“. Doch der THW kam allmählich ins Rollen. Nach dem 3:3 (8.) setzten sich die Kieler erst einmal ab, letztendlich sogar auf 9:3 (12.). Natürlich ein komfortabler Vorsprung für die Nordlichter, ein herber Rückstand für die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet. Zwar fing sich der TUSEM dann schnell wieder, konnte dem THW aber nicht wirklich gefährlich werden. Die Starbesetzung aus Schleswig-Holstein zeigte immer wieder, warum sie auch in der kommenden Saison ein Wörtchen um die Deutsche Meisterschaft mitspielen kann und baute somit den Vorsprung weiter aus. Über 13:6 (17.) stand es zur Pause 19:11. „Kiel hat nicht wirklich verhalten angefangen, sondern direkt Vollgas gegeben und wir haben am Anfang auch ganz gute Akzente setzen können. Insgesamt können wir mit der ersten Halbzeit im Großen und Ganzen zufrieden sein, obwohl die 19 Gegentore doch zu viel sind“, fasste Trainer Jaron Siewert den ersten Durchgang zusammen.

In der zweiten Hälfte wurde es für den TUSEM natürlich nicht wirklich einfacher. Ganz im Gegenteil: Kiel hörte nicht auf, wollte sogar noch mehr. Teilweise überrollte der THW die Essener, die sich in dieser Phase kaum wehren konnten. Prompt schraubte der Favorit den Zwischenstand auf 25:12 hoch (37.), womit natürlich eine Vorentscheidung längst gefallen war. Erst im Laufe der zweiten Halbzeit konnte sich der TUSEM hin und wieder mal bemerkbar machen und gegen Ende auch öfter einnetzen. So schrumpfte der 18-Tore-Rückstand beim 35:18 (54.), immerhin noch auf 16 Treffer Differenz, doch mehr als das 23:39 war an diesem frühen Abend nicht drin.

In der zweiten Halbzeit war es leider ein bisschen ‚Run-andGun‘, wir haben vereinzelt immer noch gute Aktionen gehabt, in den ersten 15 Minuten aber zu wenig Drang und Durchschlagskraft gehabt“, sagte Siewert.

Auf Seiten der Kieler waren vor allem die starken Magnus Landin (8 Tore/2 Siebenmeter), Niklas Ekberg (6/2) und Torwart Niklas Landin nicht zu stoppen, sie legten den Grundstein für den am Ende deutlichen Sieg aus Sicht des Erstligisten. Beim TUSEM waren Tom Skroblien und Tim Zechel die erfolgreichsten Schützen, beide kamen jeweils auf fünf Tore. Einen guten Eindruck hinterließ auch Lucas Firnhaber, der im Duell gegen seinen Bruder Sebastian auf Kieler Seite immerhin drei Treffer für den TUSEM beisteuern konnte. Am Ende war Kiel allerdings mindestens eine Nummer zu groß.

„Vom Ergebnis her, war es am Ende ein bisschen ärgerlich. Ob es zu hoch war, ist schwer einzuschätzen. Kiel hat uns auf jeden Fall die Grenzen aufgezeigt. Ich finde aber, dass wir das Ergebnis mit einer besseren Leistung hätten enger gestalten können. So ist es leider sehr deutlich geworden. Aber im Großen und Ganzen müssen wir das abhaken und die Schlüsse draus ziehen. Unser Blick richtet sich jetzt komplett nach vorne auf das erste Ligaspiel gegen Rimpar, bei dem es für uns um wichtige Punkte geht“, sagte TUSEM-Trainer Jaron Siewert abschließend.

Das erste Ligaspiel gegen die Rimpar Wölfe steht am kommenden Freitag, den 24. August an. Anwurf ist um 19.30 Uhr, ausgetragen wird das „Heimspiel“ des TUSEM allerdings nicht in der Sporthalle „Am Hallo“ in Stoppenberg, sondern in der innogy-Sporthalle in Mülheim.

TUSEM Essen – THW Kiel 23:39 (11:19)

TUSEM Essen:
Bliß, Borchert, Mangold – Beyer (1), J. Ellwanger, Witzke, Akakpo (1), Szczesny (1), Müller (5), L. Firnhaber (3), Seidel, Klingler (2), Skroblien (5/3), Ingenpaß, Zechel (5).

THW Kiel:
N. Landin, Wolff (n.e.) – Duvnjak (3), Reinkind, M. Landin (8/2), S. Firnhaber (2), Weinhold (1), Dissinger, Wiencek (1), Ekberg (6/2), Rahmel (4), Dahmke (n.e.), Zarabec (4), Vujin (4), Pekeler (3), Nilsson (3).

Siebenmeter:
3/2 – 4/4.

Zeitstrafen:
1 – 1.

Schiedsrichter:
Heine/Standke (Wendeburg/Göttingen).

Zuschauer:
2250 (Sparkassen-Arena Göttingen).