02.05.2018 | WAZ

Tusem kann sich wieder auf seine Moral verlassen


Essener ringen dem EHV Aue beim 27:27 (14:13) einen Punkt ab.

Spannend können sie – sogar sehr gut. Die Handballer vom Tusem Essen haben in der 2. Bundesliga ihre Serie ausgebaut und sind mit dem 27:27 (14:13) gegen den EHV Aue auch nach dem siebten Spiel ungeschlagen. Doch dieser Punkt war mehr erkämpft als herausgespielt. Erneut nur wenige Sekunden vor der Schlusssirene hatte die Mannschaft von der Margarethenhöhe das Glück auf ihrer Seite.

Starker Angriff, schwache Abwehr

Beim Tusem fehlten diesmal nicht nur einige verletzte Spieler, sondern auch der Trainer. Jaron Siewert lag krank im Bett und musste von dort aus per Live-Übertragung zusehen, was seine Mannschaft leistete. Das war zu Beginn viel Zug zum Tor, allerdings gemischt mit einigen Ungenauigkeiten im Passspiel. Nach vorne hin lief es dennoch einigermaßen erfolgreich, während hinten in der Deckung immer wieder elefantengroße Löcher klafften. Genau darin stand Kreisläufer Phillip Jungemann, der in Ruhe vollstrecken durfte.

Diesmal musste Co-Trainer Michael Hegemann in der Kabine die richtigen Worte finden, um die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Allerdings änderte sich zunächst nicht viel, stattdessen schöpfte AueHoffnung. Hoffnung auf den Sieg und damit auf den nächsten Schritt in Richtung Ligaverbleib. Der Tusem spielte ziemlich neben der Spur, verzog seine Abschlüsse und ließ sich immer wieder zu Abspielfehlern verleiten.

Aue berauscht, Tusem benebelt

Und die Hausherren kassierten schlicht zu viele Gegentore. Fast jeder Angriff der Erzgebirgischen endete mit einem Jubel. „Aufwachen“, rief ein Fan, aber es passierte zunächst nicht viel. Aue spielte wie berauscht, der Tusem wie benebelt. 20:25 stand es zwölf Minuten vor dem Ende. Eigentlich deutlich.

Plötzlich verzog sich der Nebel aber und die Gastgeber kamen zurück. Mit lautstarker Unterstützung ging es in die Schlussphase, in der der Vorsprung der Gäste immer weiter schmolz. Der Tusem verteidigte nun offensiver. Spielerisch war zwar immer noch nicht viel drin, aber die Moral brachte doch noch einen Punkt. Denn – und das muss man den Essenern lassen – sie haben wieder gekämpft. „Vor der Mentalität der Mannschaft muss man den Hut ziehen“, sagte Co-Trainer Hegemann, „denn sie hat wieder bis zum Ende an den Punkt geglaubt.“