23.04.2018 | WAZ

Tusem erkämpft sich Unentschieden in letzter Sekunde


Kaum war die Schlusssirene in der Emslandarena ertönt, rannten die Handballer vom Tusem Essen zu ihrem Torschützen. Justin Müller traf im Auswärtsspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen in der letzten Sekunde zum 27:27 (13:15) und bescherte der Mannschaft von der Margarethenhöhe damit doch noch einen Punkt, der wenige Sekunden zuvor noch recht weit entfernt schien.

Der Tusem begann gut, spielte insgesamt eine ordentliche erste Halbzeit und verdiente sich somit auch einen knappen Zwei-Tore-Vorsprung zur Halbzeit. „Aber auch da haben wir einige ärgerliche Fehler gemacht“, erinnerte sich Trainer Jaron Siewert nach der Partie. Und diese bestraften die Gastgeber vor allem in der zweiten Halbzeit.

Die Gäste aus Essen taten sich vor dem gegnerischen Tor schwer und erlaubten sich immer wieder kleine Ungenauigkeiten. Nordhorn-Lingen wusste das zu nutzen und drehte das Ergebnis. „Wir sind auf einen starken gegnerischen Torhüter getroffen und hatten auch reichlich Wurfpech“, hielt Siewert fest. Allen voran war es Pavel Mickal, der immer wieder gefährlich vor dem Essener Tor auftauchte und seine Mannschaft auf die Siegerspur brachte.

Dennoch blieb es in der Schlussphase richtig spannend. Beide Teams kämpften und wollten bloß als Sieger des Traditionsduells von der Platte gehen. Beim Tusem war Torwart Sebastian Bliß auch diesmal wieder mit einigen Paraden zur Stelle und wahrte somit die Hoffnung auf etwas Zählbares. Als die Gastgeber aber rund 90 Sekunden vor dem Ende auf 27:24 stellten, schien die Partie entschieden. Doch der Tusem, mit dem Selbstvertrauen von fünf Siegen in Serie ins Emsland gekommen, ließ nicht locker. Und Tatsache: Dennis Szczesny, Luca Witzke und eben Justin Müller waren in den letzten Sekunden erfolgreich und ließen die Essener dann doch noch jubeln.

„Die Freude ist sehr groß. Man hat gesehen, dass der Doppelspieltag an die Substanz geht. Aber die Jungs haben gekämpft und sich das Unentschieden erarbeitet“, freute sich Trainer Jaron Siewert. Seine Mannschaft ist damit sechs Spiele in Folge ungeschlagen und hat den Klassenerhalt damit praktisch sicher. Nur noch theoretisch sind den Essenern die zwölf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze zu nehmen.