02.04.2018 | WAZ

VfL Eintracht Hagen fehlt in Essen die Durchschlagskraft


Nach 0:5-Fehlstart laufen Zweitliga-Handballer des VfL Eintracht bei TuSEM Essen immer hinterher. 19:30-Klatsche ist Delle im Trend.

Das Beste aus Hagener Sicht in der Sporthalle Am Hallo waren die Eintracht-Anhänger. Sebastian Bliß, Torwart des Handball-Zweitligisten TuSEM Essen, hatte gerade mit einem Wurf übers ganze Feld ins leere Gästetor das 26:18 (52. Minute) erzielt, trotzdem trommelten die Mitglieder des VfL-Fanclubs Crocodiles weiter heftig. An Unterstützung fehlte es bis zum bitteren Ende nicht: Mit 19:30 (8:12) musste das Team von Trainer Niels Pfannenschmidt eine in dieser Höhe nicht erwartete Niederlage hinnehmen und verpasste damit jenen großen Schritt zum rettenden Ufer, den die zuvor punktgleichen Essener mit ihrem Erfolg machten.

„Wir hatten uns so viel vorgenommen, wollten von Anfang an alles reinwerfen“, sagte Eintracht-Kapitän Sebastian Schneider am Ende, „und sind dann überhaupt nicht ins Spiel gekommen.“ Als Kreisläufer Tilman Pröhl den ersten Hagener Treffer zum 5:1 erzielte, waren bereits zwölf Minuten gespielt. „Dem Anfangsrückstand sind wir praktisch immer hinterher gelaufen“, fasste Schneider das Geschehen zusammen. Genauer gesagt bis zum 23:18 - in den letzten zehn Minuten wurde es noch eine richtige „Klatsche“. „Am Ende ist der Sieg etwas zu hoch ausgefallen“, gab der starke Bliß zu, der das Torwartduell gegen „Tobi“ Mahncke und den eingewechselten Dragan Jerkovic gewann. Weitere Erfolgsgaranten in Reihen des TuSEM waren Tim Skroblien und Dennis Szczesny, die zusammen 20 Treffer erzielten.

Warum die Grüngelben nach vorausgegangenen 12:6 Punkten im zehnten Rückrundenspiel chancenlos waren, das versuchte nicht nur Niels Pfannenschmidt zu ergründen. Natürlich konnte der Eintracht-Coach darauf verweisen, dass es die erste Partie ohne Kreisläufer Julian Renninger war, der nach seinem im Spiel gegen Elbflorenz erlittenen Kreuzband- und Innenmeniskusriss lange ausfällt. Jan-Lars Gaubatz und Tim Lindner schauten ebenfalls verletzt zu. Aber auch das Gastgeber-Team von Trainer Jaron Siewert hat etliche Akteure auf der Ausfallliste stehen.

Pause tut der Mannschaft gut

Beim VfL Eintracht fehlte an diesem Tag neben „etwas Spielglück“ (Pfannenschmidt) - Sören Kress und Dragan Tubic scheiterten vor der Pause vom Siebenmeterpunkt aus - die Durchschlagskraft. Beispielsweise im halblinken Rückraum, wo sowohl Bartosz Konitz als auch Sebastian Schneider und Dominik Waldhof torlos blieben. „Bei uns muss schon ein Rädchen ins andere greifen, wenn das nicht der Fall ist, wird es schwer“, so Niels Pfannenschmidt, der die Entwicklung seines Teams mit einem Aktienkurs verglich: „Heute gab es eine Delle, aber ingesamt sind wir auf einem guten Weg.“

Am kommenden Wochenende ist spielfrei („die Pause braucht die Mannschaft auch“), danach geht es zum Tabellenelften Dessau-Roßlau. Dort wollen die Eintrachtler wieder ihr anderes Gesicht präsentieren.