30.03.2019 | Spielbericht

TUSEM kommt ohne Punkte aus Wilhelmshaven zurück


Der TUSEM Essen hat in der 2. Handball-Bundesliga seine dritte Niederlage in Serie kassiert. Beim Tabellenvorletzten Wilhelmshavener HV unterlag die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert mit 30:33 (16:16).

Nach zwei bitteren Niederlagen in Folge war der TUSEM fest entschlossen endlich wieder zu punkten. Dementsprechend motiviert brachen die Essener in Richtung Nordseeküste auf und wollten beim Abstiegskandidaten aus Wilhelmshaven zurück in die Erfolgsspur finden. Allerdings war es von Beginn an kein einfaches Unterfangen bei den kämpfenden Nordlichtern, die um jeden Preis die zwei Punkte in der Nordfrost-Arena behalten wollten. Die Hausherren schenkten ihren Gegnern nichts, waren aggressiv in den Zweikämpfen und konsequent im Abschluss. Das zwischenzeitliche 4:1 (6.) ging in Ordnung, auch weil sich der TUSEM ein paar Fehler zu viel leistete. Wie schon in den Vorwochen stimmte auch in der Abwehr die Feinabstimmung nicht, was die Wilhelmshavener zu nutzen wussten. Aber die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet kämpfte sich in das Duell hinein, unter anderem dank der kräftigen Abschlüsse von Dennis Szczesny. Der Rückraumspieler traf für die Gäste immerhin sechsmal in der ersten Halbzeit. Insgesamt war es eine robust geführte Partie, in der es einige Zeitstrafen gegen beide Parteien gab und das Schiedsrichtergespann zahlreiche Siebenmeter pfiff.

 

Zudem konnte Torhüter Sebastian Bliß gegen Ende des ersten Durchgangs mit acht Paraden dafür sorgen, dass sein Team nicht noch deutlicher in Rückstand geriet. Ganz im Gegenteil sogar: Bis zur Pause schaffte es tatsächlich noch den Ausgleich zum 16:16.

 

Das machte Mut für Halbzeit zwei, doch es waren die Gastgeber, die aufdrehten. Sie fanden immer wieder Lücken in der TUSEM-Abwehr und erspielten sich somit wieder eine Führung. Diese wurde zwischenzeitlich sogar etwas deutlicher, so führte der WHV sogar mit 28:23 in der 50. Spielminute. Bis dahin hatten die Essener zwar einige gute Gelegenheiten, doch vor dem gegnerischen Tor blieben beste Chancen ungenutzt.

Auch weil Torhüter Dennis Doden immer wieder seine Hände und Füße im Spiel hatte. Zwölf Versuche der Gäste konnte der 25-Jährige erfolgreich entschärfen. Vor dem anderen Tor wirbelten gleich drei Spieler: Rene Drechsler, Tobias Schwolow und Evgeny Vorontsov. Alle drei waren jeweils achtmal erfolgreich und hatten somit entscheidenden Anteil daran, dass die Führung bis in die Schlussphase hielt.

 

Aber dann wurde es doch noch einmal spannend. Denn der TUSEM startete die Aufholjagd und wäre dafür fast belohnt worden. Plötzlich leisteten sich die Hausherren einige Fehler zu viel und die Essener holten auf, sie kamen sogar bis auf einen Treffer heran (30:29, 58.). Doch dann landeten zwei Abschlüsse über dem Tor des Gegners und so war die Chance auf den Ausgleich – und damit einen Punktgewinn – dahin. Am Ende jubelte der Tabellenvorletzte über den 33:30-Heimsieg. Der TUSEM ging erneut leer aus.

 

„Wir fangen in der ersten Halbzeit schlecht an, aber immerhin konnten wir zur Pause noch den Ausgleich machen. Das war okay. Dann aber kommen wir wieder nicht gut aus der Halbzeit raus und lassen in der entscheidenden Phase abreißen. Das war ein ähnliches Bild wie in den letzten Wochen. Zwar sind wir trotzdem nochmal herangekommen, doch in dieser Phase hatten wir auch nicht das maximale Glück, sondern treffen nur den Pfosten oder lassen andere Chancen liegen. Die gegnerischen Rückraumspieler kommen auf 21 Treffer, das ist nicht die Abwehrleistung, die wir von uns erwarten. Oft fehlt uns der eine Schritt und die letzte Konsequenz in der Abwehr. Mit Blick auf das nächste Spiel müssen wir einen Weg finden, wie wir unsere Deckung gut gestellt bekommen. Die Grundlage muss immer die Abwehr sein“, sagte TUSEM-Trainer Jaron Siewert nach der Niederlage.

 

Für die Essener geht es nun mit einem Heimspiel weiter. Am kommenden Freitag (05. April) geht es gegen das Spitzenteam vom HSC Coburg. Anwurf in der Arena „Am Hallo“ ist um 19.30 Uhr.

 

Wilhelmshavener HV – TUSEM Essen 33:30 (16:16)

WHV: Doden, Grunz; ten Velde (1), Maas (1), Lehmann, Kozlina, Postel (1), Schauer (1), Vorontsov (8/5), Köhler, Konitz (5), Kozul, Schwolow (8), Andrejew, Drechsler (8), Pust.

TUSEM: Bliß, Borchert, Mangold; Beyer (5/3), J.Ellwanger (5), Witzke (2), Akakpo (3), Szczesny (10), Ridder, Müller (2), Firnhaber, Seidel, Klingler, Skroblien (2/1), Ingenpaß, Zechel (1).

Siebenmeter: 5/5 – 4/7.

Strafminuten: 10 (Disq. Andrejew, 43.) – 10.

Schiedsrichter: Heine (Wendeburg)/Standke (Göttingen).

Zuschauer: 1150.