01.12.2018 | Spielbericht

Balingen im Topspiel zu abgezockt für den TUSEM

Foto: Reiner Worm


Der TUSEM Essen hat das Spitzenspiel in der 2. Handball-Bundesliga gegen die HBW Balingen-Weilstetten verloren. Am Ende musste sich die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert mit 34:36 (14:19) geschlagen geben.

Es war ein Spiel, auf das sich viele im Vorfeld freuten. Dementsprechend war die Arena „Am Hallo“ gut gefüllt und die Stimmung eines Spitzenspiels würdig. Nach der bitteren Niederlage in Großwallstadt wollte der TUSEM eine Reaktion zeigen. Klar war aber auch, dass die Partie gegen den Tabellenzweiten nicht einfach werden würde. Doch die Essener kamen zunächst gut in das Spiel, standen ordentlich in der Abwehr und waren nach vorne hin zielstrebig. Das zwischenzeitliche 3:1 machte Lust auf mehr.

Allerdings kippte das Ergebnis in der Folge. Die Hausherren machten einige Fehler und fanden häufig nicht die richtige Position, um abzuschließen. Balingen stand in der Deckung clever und ließ kaum etwas anbrennen. Und wenn, dann war da immer noch Torwart Tomas Mrkva im Weg. Der TUSEM musste somit schon früh einem Rückstand hinterherlaufen, der Mitte der ersten Halbzeit schon bei 8:14 (20.) lag. Das macht es nicht einfacher, zumal sich die Baden-Württemberger mehr und mehr in einen Rausch spielten. Immer wieder fanden sie Lücken in der Defensive der Essener. Der Halbzeitstand von 14:19 ging somit in Ordnung.

Auch nach der Pause ließ Balingen nicht locker, kam immer wieder durch Oddur Gretarsson oder Marcel Niemeyer gefährlich vor das TUSEM-Tor. Meist waren die Abschlüsse auch erfolgreich, weshalb der Vorsprung nicht kleiner wurde. Aber die Hausherren wehrten sich, waren vor allem in Person von Tom Skroblien mutiger. Die Abschlüsse saßen nun und es keimte noch einmal Hoffnung. Auch Justin Müller zeigte eine gute Leistung, erzielte sogar das Tor des Tages aus der Drehung. Der TUSEM gab alles, blieb dabei allerdings nicht fehlerfrei. Jedes einzelne kleine Missgeschick wurde von der HBW eiskalt bestraft und somit kam die Mannschaft von der Margarethenhöhe nicht mehr richtig heran. Zwar startete sie eine Aufholjagd, doch die Zeit rannte davon. Am Ende blieb es beim Sieg für die HBW Balingen-Weilstetten, die auf Platz eins übernachten durfte.

„Balingen hat eine richtig gute Leistung gebracht und jeden Fehler von uns gnadenlos ausgenutzt. Wir hatten phasenweise zu überhastete Abschlüsse und zu viele Tore gefressen. Unser Problem liegt momentan in der Abwehr, da haben wir vielleicht nicht so viel Vertrauen und Konsequenz aktuell. Das Vertrauen müssen wir jetzt wieder stärken. Im Moment ist es ein Strudel von Unsicherheit, aus dem wir uns nicht so leicht herausziehen können. Daran arbeiten wir jetzt aber weiter“, sagte TUSEM-Trainer Jaron Siewert nach der Niederlage.

Justin Müller, der eine gute Leistung zeigte, fügte hinzu: „Diesmal müssen wir anerkennen, dass Balingen besser war. Aber ich denke auch, dass wir vor dem Spiel eigentlich gleichauf waren. Wir kriegen am Anfang keinen Zugriff in der Abwehr und viel zu viele Tore. Wir geben uns zwar nicht auf, aber laufen die ganze Zeit einem Rückstand hinterher. Das macht es schwer. Das Gute ist, dass das nächste Spiel direkt wieder kommt und wir gar nicht so viel Zeit zum Nachdenken haben.“

Denn der TUSEM spielt schon am kommenden Mittwoch (5.12.) beim TuS Ferndorf. Anwurf wird um 20 Uhr sein.

TUSEM Essen – HBW Balingen-Weilstetten 34:36 (14:19)

TUSEM:
Bliß, Borchert; Beyer (3), J.Ellwanger (3), Witzke (2), Akakpo (5), Szczesny (1), Ridder, Müller (4), Firnhaber (4), Seidel, Klingler (1), Skroblien (10/5), Ingenpass, Zechel (2).

Balingen:
Baumeister, Mrkva (1); Zobel (3), Niemeyer (7), Kirveliavicius (4), Flohr, Hausmann (1), Thomann (1), Friedrich (5), Nothdurft, Gretarsson (8/1), Strobel, Schoch (2), Saueressig (3), Strosack.

Siebenmeter:
7/5 – 2/1.

Strafminuten:
6 – 12 (Disq. Kirveliavicius, 56.).

Schiedsrichter:
C.Hannes (Aachen)/D.Hannes (Frankfurt).

Zuschauer:
2124.