21.10.2018 | Spielbericht

Packendes Topspiel: TUSEM schlägt Spitzenreiter Coburg!


Der TUSEM Essen hat das Topspiel der 2. Handball-Bundesliga für sich entschieden. Beim HSC Coburg setzte sich die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert knapp, aber verdient mit 30:29 (16:17) durch.

Das war Werbung für den Handball! Am Ende eines dramatischen und packenden Topspiels jubelte der TUSEM Essen über einen 30:29-Sieg in letzter Sekunde gegen den Tabellenführer HSC Coburg, der somit seine erste Saisonniederlage einstecken musste. „In Coburg die zwei Punkte zu holen, ist wirklich überragend“, freute sich Trainer Jaron Siewert unmittelbar nach der Partie.

Aber nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern auch wegen der Leistung seiner Mannschaft hatte der 24-Jährige allen Grund zur Freude. Von Beginn an traten die Essener vor über 2700 Zuschauern in der HUK-Coburg-Arena mutig auf und boten dem Spitzenreiter die Stirn. Das machte sich schnell in Toren bemerkbar, immerhin konnten sich die Gäste eine erste Führung erarbeiten. Das 10:7 für den TUSEM nach 13 Minuten zeugte von einer starken Anfangsphase. Aber die Hausherren kamen in der Folge besser in die Partie und hatten es Top-Torjäger Florian Billek zu verdanken, dass der Rückstand egalisiert wurde.

Die Zuschauer bekamen für ihr Eintrittsgeld einiges geboten, zwei kämpfende und spielerisch starke Teams, die immer wieder mit sehenswerten Treffern glänzen konnten. Bis zur Pause erspielte sich der HSC eine knappe 17:16-Führung, die viel Spannung für den zweiten Durchgang versprach.

Und dieses Versprechen wurde gehalten. Was sich in der zweiten Halbzeit abspielte, war etwas für’s Museum. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe und auf einem Niveau, das einem Spitzenspiel der 2. Bundesliga gerecht wurde. Immer wieder zeigten die Akteure spielerische Klasse, mit cleveren Zuspielen zum Kreis oder technisch feinen Abschlüssen. Zudem blieb es durchweg spannend, ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Ziel. Und in der „Crunchtime“ war klar: Kleinigkeiten würden über Sieg und Niederlage entscheiden. Beim Stand von 29:29 hatten die Coburger noch einmal Ballbesitz. Doch dann: Technischer Fehler, Ballgewinn TUSEM und noch einmal ging es in die andere Richtung. Und dann fand dieses ohnehin schon verrückte Spiel ein nahezu unglaubliches Ende: Carsten Ridder, der nach monatelanger Verletzungspause seine Rückkehr feierte, vollendete einen Tempo-Gegenstoß mit dem Siegtreffer für die Essener. Aus, Jubel!

„Was soll ich sagen? Mir fehlen ein bisschen die Worte. Dass das Comeback so verläuft, wie ein Märchen, war natürlich Wahnsinn und hätte ich nie gedacht. Ich denke das Spiel war eines Topspiels würdig. Coburg war gut, wir aber auch richtig gut. Es war die ganze Zeit eng und dann habe ich am Ende den Ball von Luca Witzke bekommen und einfach nur gedacht: ‚Der muss irgendwie rein‘. Der Rest war pure Emotionen und ich bin überglücklich, dass die harte Reha-Zeit vorbei ist und ich wieder spielen kann. Es läuft einfach gut im Moment und es freut mich, dass ich dem Team helfen konnte“, sagte Siegtorschütze Carsten Ridder im Anschluss an die Partie.

Sein Trainer Jaron Siewert war ebenfalls sehr glücklich: „Am Ende waren es Kleinigkeiten, die entschieden haben. Wir hatten eine super Startphase, dann eine Schwächephase. In der zweiten Halbzeit haben wir viel taktisch umgestellt, es blieb somit immer offen. Die letzte Minute war von Spannung nicht zu überbieten. Und dass dann ausgerechnet Carsten das Tor macht, ist natürlich unglaublich. Der Sieg hat eine Riesen-Bedeutung für uns und die Saison macht uns bislang einfach nur stolz.“

Für den TUSEM steht nun eine knapp zweiwöchige Pause in der Liga an, ehe am 2. November der TV Hüttenberg nach Essen kommt. Anwurf in der Sporthalle „Am Hallo“ ist dann um 19.30 Uhr.

HSC Coburg – TUSEM Essen 29:30 (17:16)

Coburg:
Kulhanek, Poltrum; Hagelin, Jäger (1), Wucherpfennig, Spross (1), Kelm, Linhart, Prakapenia (1), Billek (10/4), Timm (4), Knauer (1), Zetterman (3), Varvne (4), Neuhold (4).

TUSEM:
Bliß, Mangold; Beyer (2), J.Ellwanger (4), Witzke (2), Akakpo, Szczesny (4), Ridder (1), Müller (2), Firnhaber (4), Seidel, Klingler (4), Skroblien (3/1), Ingenpaß, Zechel (4).

Siebenmeter:
5/4 – 2/1.

Strafminuten:
8 – 10.

Schiedsrichter:
Kilp (Oberursel)/Maier (Steinbach).

Zuschauer:
2702.