06.10.2018 | Spielbericht

Witzke und Skroblien führen TUSEM zum Derbysieg

Foto: Brigitte Holtgreve


Der TUSEM Essen baut seine Siegesserie in der 2. Handball-Bundesliga aus. Beim TSV Bayer Dormagen gewann die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert mit 35:34 (19:17) und bejubelte somit den sechsten Sieg in Folge.

Die Erleichterung kurz nach Spielende war riesengroß. Der TUSEM hatte ein umkämpftes, stimmungsvolles und spannendes Derby knapp für sich entschieden und sich damit vorübergehend die Tabellenführung zurückgeholt.

Schon in der ersten Halbzeit bekamen die 1328 Zuschauer im Bayer Sportcenter einiges geboten. Es ging sprichwörtlich hin und her, Tore fielen im Minuten-, gar im Sekundentakt. Bereits nach acht Minuten stand es 7:7, was die Anfangsphase gut wiederspiegelte. Denn beide Mannschaften gingen volles Tempo und vernachlässigten dabei ihre Verteidigung. Auf Seiten der Gäste wirbelte vor allem Luca Witzke immer wieder, bei den Hausherren kam zunächst Kreisläufer Carl Löfström häufig zum Torerfolg.

Beide Mannschaften stellten ihre Deckungen um, doch wesentlich besser wurde es dadurch nicht. Dennoch: Der TUSEM konnte sich etwas absetzen und sich einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielen. Mit diesem ging es auch in die Pause, in der man noch einmal taktische Dinge korrigieren konnte. Trainer Jaron Siewert war jedenfalls unzufrieden: „Wir hatten gar keine Abwehr. Bei 17 Gegentoren brauchen wir nicht über eine Abwehrleistung zu reden.“

Die Essener versuchten es in der zweiten Halbzeit besser zu machen, doch Dormagen hielt dagegen. Immerhin gelang es der Mannschaft von der Margarethenhöhe, sich kurzzeitig auf vier Tore abzusetzen (25:21, 35.), doch auch das hielt nicht lang. Es entwickelte sich ein sehr umkämpftes, teilweise emotionales Spiel. Die Zuschauer sorgten für eine klasse Derbystimmung und die Spieler für ein echtes Drama auf der Platte.

Auf Seiten der Gastgeber bereiteten Rechtsaußen Tim Wieling und Rückraumspieler Lukas Stutzke dem TUSEM Kopfschmerzen, denn diese beiden waren es, die die Hoffnung für Dormagen am Leben hielten. Die Gäste fanden kein Mittel, mussten ihr Heil dementsprechend in der Offensive finden. Und das gelang: Luca Witzke lenkte das Spiel, gemeinsam mit den Treffern von Tom Skroblien hielt die Führung Bestand. In den letzten Spielminuten wurde es noch einmal richtig spannend, aber Dormagen verpasste den Ausgleich gleich mehrfach. Der TUSEM machte es dagegen clever und abgezockt, durfte dementsprechend über den nächsten Sieg jubeln.

„Zum Glück haben wir das Spiel über den Angriff gerettet. Es war ein Spiel zweier Mannschaften, die identisch gespielt haben. Ohne Abwehr, offensives Abwehrsystem und dann Run-and-Gun. Am Ende haben wir glücklicherweise die Oberhand behalten. Bei uns waren es zwei Akteure, die überragend gespielt haben, das waren Tom und Luca. Und beim Gegner waren es Stutzke und Wieling. Das einzige Positive, was wir mitnehmen können, ist dass wir gewonnen haben und richtig abgezockt am Ende waren. Darüber dürfen wir uns freuen, dennoch dürfen wir nichts schönreden, was nicht schön war“, sagte TUSEM-Trainer Jaron Siewert nach dem Sieg.

Der Mann des Spiels, Luca Witzke, fand ähnlich selbstkritische Worte: „Dormagen hat ein starkes Spiel im Eins-gegen-Eins gemacht und wir standen da einfach nicht kompakt genug. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und dann wird so ein Spiel eben sehr knapp. Jetzt sind wir natürlich sehr erleichtert, denn wir wollten unsere Serie ausbauen. Solche Spiele müssen auch erstmal gespielt und gewonnen werden. Also sind wir glücklich, dass wir die nächsten zwei Punkte eingefahren haben.“

Für den TUSEM steht nun wieder ein Heimspiel an, ein „echtes“ Heimspiel sogar. Zum ersten Mal treten die Essener in der Sporthalle „Am Hallo“ in Stoppenberg an, Gegner ist am nächsten Freitag (12.10.) der Wilhelmshavener HV. Anwurf ist um 19.30 Uhr.

TSV Bayer Dormagen – TUSEM Essen 34:35 (17:19)

Dormagen:
Rozsavölgyi, Broy, Bartmann; Reuland, Pyszora, Eggert (4), Löfström (6), I. Hüter (3), Richter (3), P. Hüter (1), Braun, Jagieniak, Eberlein, Stutzke (8), Wieling (9/5).

TUSEM:
Bliß, Mangold; Beyer, J.Ellwanger (3), Witzke (12), Akakpo (1), Szczesny (1), Müller (1), Firnhaber (2), Seidel, Klingler (2), Skroblien (13/4), Ingenpaß, Zechel.

Siebenmeter:
5/5 – 6/4.

Strafminuten:
2 – 2.

Schiedsrichter:
Fratczak (Geldern)/Ribeiro (Diepholz).

Zuschauer:
1328.