01.05.2017 | Sonstige Presse

HSG Konstanz: Hängende Köpfe statt Big Points


Die HSG Konstanz verliert bei TUSEM Essen mit 34:38 (18:19). Eine 24:22-Führung reicht dem Gästeteam nicht zum Sieg beim Tabellennachbarn.

www.suedkurier.de | 29.04.2017

Die HSG Konstanz verliert bei TUSEM Essen mit 34:38 (18:19). Eine 24:22-Führung reicht dem Gästeteam nicht zum Sieg beim Tabellennachbarn.

Es wurde von beiden Seiten zum extrem wichtigen Spiel im Kampf um den Klassenerhalt ausgerufen, und sowohl dem TUSEM Essen als auch der HSG Konstanz war die Nervosität und die Anspannung in den ersten Minuten deutlich anzumerken. Mit höchstem Tempo schenkten sich beide Mannschaft nichts – am Ende vergab die HSG nach der 24:22-Führung einen möglichen wichtigen Sieg und musste sich mit 34:38 (18:19) geschlagen geben.

Beide Mannschaften suchten in den ersten Minuten ihr Heil im schnellen Ball nach vorne. Vor allem der österreichische Nationalspieler Richard Wöss wirbelte in den ersten Minuten auf Rechtsaußen und traf fast nach Belieben in der ersten und zweiten Welle, aber auch von Außen aus spitzem Winkel – vor allem, weil die HSG-Abwehr noch nicht ihre Stabilität gefunden hatte.

So hatten es sowohl zunächst Konstantin Poltrum als auch später der eingewechselte Stefan Hanemann schwer, in die Partie zu finden. Dafür spielten Mathias Riedel & Co. Chris Berchtenbreiter in der Offensive immer wieder schön am Kreis frei – Siebenmeter oder Tor, denn Berchtenbreiter bewies große Durchsetzungsstärke. Und mit zunehmender Spieldauer gelang es Konstanz, auch die Defensive zu stabilisieren und die 6:3 (5.)-Führung der Nordrhein-Westfalen zu kontern. Aus einem 8:11-Rückstand machten die Bodensee-Handballer innerhalb von drei Minuten den 11:11-Ausgleich und hatten kurz darauf mehrmals die Chance zur Führung. Zwei vergebene Siebenmeter und einige freie Großchancen verhinderten jedoch den ersten Führungswechsel, stattdessen ging Essen mit einem 19:18-Vorsprung in die Kabine.

Danach brachen die Minuten der HSG Konstanz an. Der an diesem Abend wieder sehr starke Paul Kaletsch brachte die Gelb-Blauen nach 35 Minuten erstmals in Führung, und Konstanz schien im weiter temporeichen Spiel langsam die Kontrolle zu übernehmen, als kurz darauf auch noch HSG-Kapitän Fabian Schlaich zum 22:24 traf. Allerdings bekamen weder Konstanz noch Essen aufgrund des hohen Tempos und vielen leichten Fehlern Stabilität in die Defensive. Bei Essen waren es wie schon vor dem Seitenwechsel vor allem die blitzschnellen Außen Richard Wöss und Noah Beyer, die Konstanz das Leben richtig schwer machten und gegen die kein Mittel gefunden wurde.

Die Konsequenz: Essen startete einen 4:0-Lauf zum 26:24 (41.) und legte fortan immer vor, setzte sich dank vieler technischer Fehler der HSG auf 35:31 und kurz sogar mit fünf Toren ab, ehe Paul Kaletsch per Kempa-Trick zum 34:38-Endstand vollendete und die junge Eblen-Equipe mit einer bitteren Niederlage im Gepäck und ohne die erhofften Big Points mit gesenktem Haupt vom Feld schlich.