28.04.2017 | Sonstige Presse

Heißer Tanz für HSG Konstanz


Die Konstanzer Zweitliga-Handballer spielen am Freitag bei TUSEM Essen. Für Torwart Stefan Hanemann ist das "eine der wichtigsten Partien der Saison".

www.suedkurier.de | 28.04.2017

Die Konstanzer Zweitliga-Handballer spielen am Freitag bei TUSEM Essen. Für Torwart Stefan Hanemann ist das "eine der wichtigsten Partien der Saison".

Gegen Rimpar ist der HSG Konstanz beim 29:28-Heimsieg eine eindrucksvolle Revanche für die bittere 19:31-Hinspielniederlage gelungen, beim Auswärtsspiel am Freitag in Essen haben die Konstanzer ebenfalls noch etwas gutzumachen. In voller Halle bei einem zur Rückrunde noch einmal deutlich verstärkten Team wird dies kein leichtes Unterfangen.

So war der Jubel bei den HSG-Akteuren nach dem Coup gegen den bisherigen Tabellendritten zwar groß – aber auch kurz. „Die zwei Punkte sind verdammt wichtig“, urteilte Co-Kapitän Mathias Riedel, „vor allem, da mit den letzten Ergebnissen wieder alles gegen uns lief.“ Daher warnte er gleich nach dem Rimpar-Spiel: „Das ist alles gar nichts wert, wenn wir nicht auch in Essen alles geben. Wir müssen auch gegen Mannschaften, die hinter uns stehen, punkten. Der Tabellenplatz sagt rein gar nichts über die Stärke der Teams. Mit einem Sieg kletterst du fünf Plätze nach oben, bei einer Niederlage geht es fünf Ränge nach unten.“ Torwart Stefan Hanemann pflichtete Riedels Warnungen bei: „Der Sieg gegen Rimpar war wichtig und geil, aber das in Essen ist eine der wichtigsten Partien der ganzen Saison, weil es ein direkter Konkurrent ist.“

Die sehr unglückliche 26:29-Niederlage im Hinspiel in eigener Halle beschäftigt die damals ersatzgeschwächten Konstanzer noch. „Wir haben bitter verloren“, meint Hanemann, „und deswegen haben wir dort etwas gutzumachen. Wir sind gut in Fahrt und es ist wichtig, am Freitag noch eins draufzusetzen.“ Neben der Rückkehr des talentierten Schlussmanns konnte zudem Kreisläufer Sebastian Bösing nach seinem Comeback ebenfalls wichtige Akzente setzen und eröffnet Eblen nun weitere Varianten. HSG-Cheftrainer Daniel Eblen: „Über frisches Blut ist man immer froh. Beide haben starke Spiele gemacht und waren schnell mittendrin, denn beide mussten und können gleich Verantwortung übernehmen. Die zusätzlichen Alternativen stimmen mich positiv.“

In guter Verfassung präsentiert sich auch der Gegner aus dem Ruhrgebiet. Dank prominenter Zugänge in der WM-Spielpause konnte der dreimalige deutsche Meister und Pokal- sowie Europapokalsieger mit 15:11 Punkten das siebtbeste Rückrundenergebnis verbuchen. Neben der Verstärkung durch Profi-Rechtsaußen Richard Wöss, 76-facher österreichischer Nationalspieler und Ex-Bundesligaspieler beim Bergischen HC und TuS N-Lübbecke, nutzten die Verantwortlichen ihre guten Kontakte zum gebürtigen Essener und ehemaligen TUSEM-Jugendtrainer Bob Hanning – heute Manager von Füchse Berlin und DHB-Vizepräsident Leistungssport – für einen Transfercoup. Bis zum Saisonende wird Berlins Erstliga-Rückraumspieler Christoph Reißky per Zweitspielrecht für die Margarethenhöher auflaufen. Der 21-jährige Linkshänder erzielte im letzten Spiel sechs Treffer gegen Tabellenführer Lübbecke.

HSG-Cheftrainer Daniel Eblen warnt neben der gestiegenen individuellen Qualität von TUSEM Essen insbesondere vor der ungewöhnlichen Abwehrarbeit mit einer 5:1-Deckung. „Gegen so eine Formation spielst du nicht oft, alleine das macht es schwierig. Zudem ist Essen eine dynamische Mannschaft, die mit Reißky einen guten Linkshänder und Michael Hegemann einen echten Leitwolf im Team hat. Das ergibt eine gute Mischung.“ Wie Hegemann ist auch TUSEM-Trainer Stefan Krebietke ehemaliger deutscher Nationalspieler. Während sich die HSG in Essen zwei wichtige Punkte sichern möchte, wird sie in der Heimat beim zeitgleich stattfindenden Konstanzer Ball des Sports noch für die Süddeutsche Meisterschaft und die Zweitliga-Rückkehr geehrt. „Eine schöne Belohnung für unsere Arbeit“, freut sich Daniel Eblen, der in der mit im Schnitt bei jedem Spiel knapp 1900 Zuschauer gefüllten Sporthalle am Hallo einen heißen Tanz erwartet.