03.04.2017 | WAZ

Tusem bringt einen Punkt aus Bietigheim mit

29:29 beim Aufstiegskandidaten SG BBM Bietigheim. Essener kassieren sechs Sekunden vor dem Ende den Ausgleichstreffer. Dennoch war der Jubel am Ende groß.

Gemischte Gefühle bei den Handballern vom Tusem in der 2. Bundesliga. Auf der einen Seite Freude über den gewonnenen Punkt beim Aufstiegskandidaten, auf der anderen Seite der Ärger über die vergebene Chance auf den Sieg. Am Ende musste sich die Mannschaft von der Margarethenhöhe mit einem 29:29 (12:15) begnügen, obwohl es lange so aussah, als wäre mehr drin.

Der Tusem spielte eine starke erste Halbzeit. Der Favorit hatte immer wieder Schwierigkeiten mit der griffigen und hochkonzentrierten Abwehr der Gäste. Oft wirkte Bietigheim verunsichert und wenn mal was in der Offensive ging, hatte mindestens ein Essener seine Hände dazwischen. Spätestens bei Torwart Sebastian Bliß war ein ums andere Mal Endstation für die Baden-Württemberger. Und im Angriff der Gäste lief es rund: Immer wieder fand der Tusem einen Weg zum Tor und im richtigen Moment die Lücke. Meist vollstreckten Rückraumspieler Jonas Ellwanger oder Justin Mürköster am Kreis. So erspielten sich die Gäste aus dem Ruhrgebiet zur Pause eine komfortable Führung, die durchaus auch noch höher hätte ausfallen können.

Ein Duell auf Augenhöhe

Nach dem Seitenwechsel schmolz der Vorsprung allerdings, so schnell wie ein Eiswürfel im Feuer. Als die Hausherren ausgleichen konnten, blieb der Tusem aber ruhig und fing sich einigermaßen rasch. 20 Minuten vor dem Ende begann ein ausgeglichenes und spannungsgeladenes Spiel. Kaum einer in der Sporthalle am Viadukt hätte während der Begegnung gedacht, dass es ein Duell zwischen einem Aufstiegs- und einem Abstiegskandidaten ist. Beide Mannschaften begegneten sich absolut auf Augenhöhe und so ging es mit vielen Emotionen in die Schlussphase. Immer wieder schnupperte Bietigheim an der Führung und damit am Sieg. Aber der Tusem wehrte sich, investierte viel in die Abwehr und zeigte im Angriff Nervenstärke. Als Jonas Ellwanger das 24:22 für den Tusem erzielte (50.) waren es die Gäste, die der Überraschung wieder einen Schritt näher kamen. Doch in einem packenden Kampf steigerte sich der Tabellendritte und erkämpfte sich letztendlich noch das Unentschieden. Sechs Sekunden vor dem Ende traf Babarskas Gerdas zum großen Jubel der 978 Zuschauer und zur Enttäuschung der Essener.

Sieg wäre Bonus gewesen

Dennoch kann der Tusem mit dem Ergebnis leben, denn immerhin gibt es wieder einen Punkt mehr im Abstiegskampf. Und ein Sieg in Baden-Württemberg wäre ohnehin Bonus gewesen, denn die Punkte muss die Mannschaft von Trainer Stephan Krebietke vor allem gegen die direkten Konkurrenten sammeln. Und im Optimalfall schon im nächsten Heimspiel, dann kommt der ThSV Eisenach nach Essen.