10.03.2017 | WAZ

Zweitligist Tusem Essen ist bereit für Derby gegen Hamm


Am Hallo steigt ein klassischer „Abstiegsgipfel“ in der 2. Handball-Bundesliga. Doch sowohl Tusem als auch Hamm präsentieren sich formstark.

Am Hallo steigt ein klassischer „Abstiegsgipfel“ in der 2. Handball-Bundesliga. Doch sowohl Tusem als auch Hamm präsentieren sich formstark.

Adrenalin, Emotionen, gute Stimmung, Jubel und Enttäuschung: Die Sporthalle „Am Hallo“ in Stoppenberg wird an diesem Freitag wieder zum Gefühls-Zirkus. In der 2. Handball-Bundesliga steigt mitten im Abstiegskampf das Derby zwischen Tusem Essen und dem ASV Hamm-Westfalen (Anwurf 19.30 Uhr). „Das ist ein klassischer Abstiegsgipfel. Wir werden uns zerreißen und Essen wird sich auch zerreißen“, ahnt Lars Gudat.

Der Rechtsaußen vom ASV Hamm weiß, was ihn am Hallo erwartet: Die bislang stärkste Rückrunden-Mannschaft der Liga. Doch auch die Westfalen sind nach drei ungeschlagenen Spielen in Serie in Form, was der Brisanz dieser Begegnung noch einmal etwas mehr Schärfe verleiht. Zudem liegen zwischen den Essenern auf Rang zwölf und Hamm auf 17 gerade einmal zwei Zähler. „Sie werden motiviert sein und wollen bei uns die Punkte holen. Da wird uns eine Mannschaft auf Augenhöhe begegnen, denn in den letzten Wochen konnte man ein paar Parallelen zu uns sehen“, sagt Tusem-Trainer Stephan Krebietke.

Tusem hat die besseren Karten

Die eindeutig besseren Karten hat dennoch die Mannschaft von der Margarethenhöhe in der Hand. Nicht nur, weil die Formkurve in den vergangenen Wochen steil nach oben gezeigt hat, sondern auch, weil die der Westfalen auswärts in dieser Spielzeit nahezu bei Null liegt. Bislang hat das Team von Trainer Stephan Just noch kein Auswärtsspiel gewonnen, zuletzt reichte es lediglich zu einem Unentschieden in Friesenheim, der erste Punkt überhaupt auf fremdem Hallenboden.

„Aber wir gucken nur auf uns“, lässt sich Essens Coach Krebietke von dieser negativen Bilanz nicht irritieren. „Ich habe volles Vertrauen in unsere Abwehr und wir haben uns nach vorne hin enorm weiterentwickelt. Das Paket stimmt momentan und deswegen wollen wir uns nicht den Kopf über den Gegner zerbrechen.“

Gastgeber sind noch ungeschlagen in der Rückrunde

Der Tusem will seinen Aufschwung nutzen und auch im sechsten Spiel der Rückrunde ungeschlagen bleiben. Im Optimalfall sogar noch mehr: „Hamm kommt mit neu gewonnenem Selbstbewusstsein nach Essen und wird uns alles abverlangen. Allerdings sind wir ebenfalls gut drauf und werden natürlich wieder alles daran setzen, die extrem wichtigen Punkte hier zu behalten“, so der Trainer.

Für dieses Vorhaben haben die Essener unter der Woche im Training gearbeitet, allerdings gab es am Mittwoch eine Schrecksekunde: Carlos Donderis Vegas knickte unglücklich um und verletzte sich am Knöchel. Der Torwart gab jedoch schnell Entwarnung. Ob der Spanier gegen Hamm zwischen den Pfosten stehen kann, ist aber fraglich. „Das wäre schlecht“, weiß Trainer Krebietke. Donderis Vegas war zuletzt ein Garant für den Erfolg.
Team von Stephan Krebietke hat noch Rechnung offen

Dennoch schmälert ein möglicher Ausfall des Torhüters nicht die Vorfreude auf das Derby – und schon gar nicht die Motivation: „Es wird ein heißes Spiel und wir haben mit Hamm noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen“, betont Krebietke. Damals verlor der Tusem trotz deutlicher Führung mit 27:29. „Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen. Aber jetzt haben wir einen Lauf und wir sind absolut optimistisch.“