06.03.2017 | Sonstige Presse

Unerwartete Rimparer Niederlage gegen Essen


Katastrophales Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe. Nach zehn Heimsiegen setzte es im 13. Spiel in der s.Oliver Arena die zweite Heimniederlage dieser Saison für die Wölfe - ausgerechnet gegen einen abstiegsgefährdeten Klub. Gegen den TuSEM Essen verloren die Rimparer am Samstagabend vor 1788 Zuschauern mit 22:25 (15:10) – nachdem sie in der ersten Halbzeit zwischenzeitlich mit sieben Toren geführt hatten. In der Tabelle bleiben sie zwar Vierter, ihre heimlichen Aufstiegsträume haben jedoch einen herben Dämpfer erlitten.

www.mainpost.de, 04.03.2017:

Katastrophales Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe. Nach zehn Heimsiegen setzte es im 13. Spiel in der s.Oliver Arena die zweite Heimniederlage dieser Saison für die Wölfe - ausgerechnet gegen einen abstiegsgefährdeten Klub. Gegen den TuSEM Essen verloren die Rimparer am Samstagabend vor 1788 Zuschauern mit 22:25 (15:10) – nachdem sie in der ersten Halbzeit zwischenzeitlich mit sieben Toren geführt hatten. In der Tabelle bleiben sie zwar Vierter, ihre heimlichen Aufstiegsträume haben jedoch einen herben Dämpfer erlitten.

„Ich bin enttäuscht“, sagte DJK-Trainer Matthias Obinger. „Aber wenn man in der zweiten Halbzeit nur sieben Tore macht, kann man schwierig ein Spiel gewinnen. Der Knackpunkt war die Phase kurz vor und nach der Pause, als wir einen 1:8-Lauf kassiert haben.“

Die einzig gute Nachricht aus Sicht der heimischen Fans hatte Geschäftsführer Roland Sauer bereits vor Anpiff verkündet: Auch der Spreefuchs bleibt ein Wolf. Wie schon einige Teamkollegen vor ihm hat der Berliner Max Bauer seinen Vertrag bei der DJK Rimpar vorzeitig um zwei Jahre bis Sommer 2019 verlängert. Parallell zu seiner Handballerkarriere wird der Rechtsaußen in der Region eine Ausbildung beginnen. Damit bleibt der Kader in der kommenden Saison bis auf Julian Bötsch, der zu den Hätzfelder Bullen wechselt, zusammen. Noch aus steht die Vertragsverlängerung von Kreisläufer Jan Schäffer. Sie gilt jedoch als Formsache.

Schäffer bestritt am Samstag gegen Essen sein 200. Spiel im Trikot der Grün-Weißen. Er eröffnete seine Jubiläumspartie gleich mit dem Tor zum 1:0 und ließ zwei frühe weitere Treffer zum 5:3 und 6:3 (8.) folgen. Damit schien die Grundlage für den fest eingeplanten Sieg der Gastgeber gelegt, der einen Durchgang lang auch sicher schien. Nach der Pause aber gaben die Wölfe ihn durch einen unfassbaren Leistungseinbruch noch aus den Händen.

Bei den Rimparern blieben die beiden Flügelspieler Sebastian Kraus (links) und Julian Sauer (rechts) erst mal außen vor. Sauer hatte nach eigenen Angaben unter der Woche Halsschmerzen gehabt und einen Tag nicht trainieren können, ihn erwischte es diesmal als Streichkandidaten; Kraus kam noch in Hälfte zwei.

Die Unterfranken begannen mit Spielfeude und Schmackes. Gegen die 5:1-Abwehr der Ruhrpottler agierten sie im Angriff mit einem klaren Konzept und mit Druck. Auch die eigene Defensive stand stabil, die nicht immer platzierten Würfe der Gäste waren für Max Brustmann im DJK-Tor leichte Beute. Doch er parierte auch schwere Dinger, etwa die ersten beiden Siebenmeter des eigentlich sicheren TuSEM-Schützen Noah Beyer.

Gegen Mitte der ersten Halbzeit verflachte die anfangs flotte Partie zwischenzeitlich etwas. Sechs Minuten lang glückte beiden Mannschaften kein Treffer. Dann erzielte Patrick Schmidt drei Tore in Folge für die Wölfe und machte damit offenbar auch seinen Mitspielern Lust. Durch einen 4:0-Lauf zogen die Rimparer bis auf 14:7 davon (27.). Dass sie die Essener bis zur Halbzeit bei zehn Toren hielten, sprach zum einen für deren hohe Fehlwurfquote, vor allem aber auch für ihre eigene gute Defensivarbeit.

Wohl niemand in der Halle hatte erwartet, wie es nach der Pause weitergehen würde. Das Spiel drehte sich. Der TuSEM legte einen halbzeitübergreifenden 6:0-Lauf hin – und war plötzlich auf 14:15 (36.) dran. Vorausgegangen waren Schludrigkeiten der Wölfe im Angriff, die schon vor dem Seitenwechsel begonnen hatten und sich mit Wiederanpfiff noch mehrten. Zwei von sieben Kreisanspielen, die nicht ankamen, ein Fehlwurf und ein Wurf in den Abwehrblock nutzten die Gäste, um sich zurück ins Spiel zu bringen. In der 43. Minute glichen sie erstmals aus. 17:17. Zwei Minuten später gingen sie erstmals in Führung (18:17.), noch drei Minuten später sogar mit zwei Toren (21:19).  

Die Essener waren nun obenauf – und die Rimparer völlig von der Rolle. Nichts ging mehr bei ihnen – und nichts ging mehr zusammen. Sie bespielten die TuSEM-Deckung ohne Konzept, ohne Idee, ohne Durchschlagskraft, ohne Tempo und vor allem auch ohne Mut. „Wir haben vorne gespielt wie Weicheier", meinte Benjamin Herth zerknirscht. „Wo wir in der ersten Halbzeit noch Lösungen gegen die 5:1-Abwehr hatten, hatten wir dann nur noch Probleme“, konstatierte Obinger und kritisierte: „Von der Bank und von
Außen kam diesmal überhaupt nichts." Bei den Gästen dagegen drehte Beyer nun auf dem linken Flügel auf.
 
21 Fehlwürfe und neun Fehlpässe standen bei den Grün-Weißen am Ende zu Buche. Dazu kamen „Undiszipliniertheiten“, wie es der DJK-Coach nannte. So trat Herth aus Frust die Harzdose um und bekam dafür zweieinhalb Minuten vor Schluss eine Zeitstrafe aufgebrummt. In doppelter Unterzahl verloren die Wölfe dann erneut den Ball – und Malte Seidel traf zum vorentscheidenden 24:22 ins leere Rimparer Tor. 

Kommenden Samstag gastieren die Unterfranken beim noch viel akuter als Essen abstiegsgefährdeten TV Neuhausen, bei dem unter der Woche Trainer Aleksandar Stevic sein Amt niedergelegt hat. Dann wollen die Wölfe wieder ein Kapitel ihrer Erfolgsstory schreiben.