27.02.2017 | WAZ

Tusem befreit sich aus dem Tabellenkeller

29:27-Sieg gegen den Tabellenvorletzten TV Neuhausen. Nach verpatztem Start steigert sich Tusem Essen und behält die Nerven.

Das war ein ordentliches Stück Arbeit für die Handballer vom Tusem Essen. In der 2. Bundesliga hat die Mannschaft von der Margarethenhöhe den TV Neuhausen mit 29:27 (13:15) geschlagen und damit ihre Serie ausgebaut. Mittlerweile ist der Tusem seit vier Spielen ungeschlagen. Doch beinahe hätten sich die Essener gegen den Tabellenvorletzten selbst ein Bein gestellt.

Trotz der breiten Brust aus den vergangenen Partien begannen die Gastgeber schwach. Zu viele technische Fehler und zu wenig Tempo im Angriff sorgten dafür, dass der Tusem schnell in Rückstand geriet. Zudem hielten die Essener die beiden Neuhausener Christian Wahl und Jona Schoch selten in Schach, so dass die Gäste keine Probleme hatten. Nach rund 20 Minuten kam dann aber auch mal der Tusem auf dem Spielfeld an, und plötzlich gab es ein Handballspiel. Dies lag vor allem daran, dass Trainer Stephan Krebietke seine Mannschaft personell verändert hatte: Für den unsicheren Michael Hegemann kam Carsten Ridder – und das mit Wucht. Jetzt waren die Angriffe dynamischer und auch die Bälle im Tor. Der TV Neuhausen hielt zwar dagegen, doch nicht immer konnte er dem Druck standhalten.

Die Essener nahmen noch vor der Pause Schwung für den zweiten Durchgang und belohnten sich schnell mit dem Ausgleich, aber die Wende war noch lange nicht erreicht. Stattdessen wehrten sich die stark abstiegsbedrohten Gäste und kämpften um jedes Tor. Als der gute Jonas Ellwanger nach zähem Ringen die erste Führung für den Tusem erzielte (51.) lief es für die Hausherren in die richtige Richtung. Zudem behielten sie in der wichtigen Phase kurz vor dem Ende die Oberhand: Justin Mürköster erzielte ein Tor in doppelter Unterzahl und Torwart Sebastian Bliß parierte einen Siebenmeter. Irgendwie hatte der Tusem die Partie dann doch noch gedreht. Und wie Trainer Krebietke im Vorfeld angekündigt hat: Ein Leckerbissen war es tatsächlich nicht.

Das war ihm dann aber auch egal: „Die Hypothek vom Anfang war groß, aber wir haben nachher recht schlau angegriffen. Wir können schon sehr zufrieden sein, auch aufgrund der Brisanz des Spiels.“ Lobende Worte fand der Coach vor allem für Jonas Ellwanger und Carsten Ridder: „Die Beiden haben das Spiel geführt. Das freut mich sehr.“ Auch Kreisläufer Justin Mürköster war erleichtert und brachte es auf den Punkt: „Der Sieg war sehr wichtig, vor allem zuhause. Wir hatten anfangs Probleme, haben die Abwehr aber in den Griff bekommen und alle an einem Strang gezogen. So wollen wir jetzt weitermachen.“