24.02.2017 | Sonstige Presse

TVN erwartet ein Hexenkesssel


Wenn am Freitagabend der TV Neuhausen zum Abstiegsduell in der Sportarena „am Hallo“ seine Visitenkarte abgibt, ist die Partie für beide Seiten besonders wichtig.

Südwestpresse, 23.02.2017: 

Wenn am Freitagabend der TV Neuhausen zum Abstiegsduell in der Sportarena „am Hallo“ seine Visitenkarte abgibt, ist die Partie für beide Seiten besonders wichtig.

Der Gastgeber liegt mit einem Punkt knapp über den Abstiegsrängen, während der TVN bis dahin drei Zähler aufholen muss. Verlieren als verboten für die Ermstäler. Dass die Aufgabe alles andere als einfach wird zeigen weitere Tatsachen. Der Gastgeber hat gerade einen Lauf, sicherte sich aus den letzten drei Begegnungen satte fünf Zähler. Und noch eines gibt es zu bedenken. Die Spielstätte „am Hallo“ gleicht einem Tollhaus. Zuletzt fanden sich gegen den TV Emsdetten 2000 Zuschauer ein. Und in der Zuschauergunst der ganzen Liga belegt der Traditionsverein aus dem Ruhrpott mit 1800 Fans pro Spiel Rang zwei.

„Natürlich ist es von der Konstellation her ein unglaublich wichtiges Spiel für uns. Mit einem Sieg sind wir im Abstiegskampf gut dabei, anders herum würde uns eine Niederlage zurückwerfen“, sagt TVN-Coach „Aco“ Stevic.

Respekt zeigt er beispielsweise vor den Außen des Gegners: „Da können Beyer und Ellwanger schon wirbeln, da müssen wir extrem auf der Hut sein.“ Dazu kommt mit Hegemann ein echter Leitwolf beim Traditionsclub. Der frühere Nationalspieler, der die Kommandos im Spiel gibt, ist fast 40 Jahre alt, aber immer noch ein fast unverzichtbarer Bestandteil des Teams.

Der TV Neuhausen muss sich auf all diese Dinge einstellen. Die Frage ist, wie in den Spielen zuvor, als der „Ausfall-Teufel“ mächtig zugeschlagen hat, auf welche Spieler Aleksandar Stevic zurückgreifen kann. Im günstigsten Fall könnte es sein, dass Bornemann und Schoch wieder mit von der Partie sind. Bornemann hat seine Grippe soweit überstanden, wird natürlich nicht 100 Prozent bringen können. Auch Schoch wird spielen können, aber eben auch nicht mit der vollen Drehzahl.

Neben den langzeitverletzten Witte und Toom, plagen Tim Keupp nach wie vor die Adduktoren. Bleiben noch zwei Stammspieler, deren Einsatz mehr als fraglich ist. Michalik tauchte zwar am Mittwoch beim Training auf, konnte sich aber kaum belasten (Grippe) und Stüber muss mit einem Muskelfaserriss in der Wade leben. Sein Einsatz im letzten Heimspiel am Sonntag gegen Friesenheim kam wohl noch etwas zu früh.

Gut, dass wenigstens der Torschütze vonm Dienst, Srdjan Predragovic, soweit gesund und in Form ist. Der wurfgewaltige Linkshänder spielte vergangene Saison noch bei TUSEM, kennt also die gegenerische Mannschaft genau. Ihm dürfte eine besondere Rolle zukommen.

TUSEM Essen ist wie der TVN ein Traditionsverein. Allerdings kämpfen die Ruhrpöttler seit Jahren gegen den Abstieg. Sie bauen auf junge, deutsche Spieler und haben bisher Erfolg damit. Jedenfalls haben sie ein treues und zahlreiches Publikum, das in den Heimspielen eisern hinter der Mannschaft steht.

Der TVN kann auf jeden Fall auf die Leistung gegen Ludwigshafen-Friesenheim aufbauen, als man vergangenen Sonntag drauf und dran war, den Favoriten zu kicken. „Ich vertraue meiner Mannschaft voll. Ich hätte nie gedacht, dass wir mit einem so kleinen Kader so lange so gut mithalten könnten. Kompliment an mein Team.“

Der Trainer weiß, dass noch 16 Spiele zu absolvieren sind und noch viel passieren kann: „Wir sollten zum einen auch mal das Glück zurückgewinnen, zum anderen baue ich darauf, dass einige Stammkräfte nach und nach zurückkehren.“