20.02.2017 | WAZ

Ein Krimi ohne Opfer – Tusem erkämpft sich Remis


Dieser Handball-Krimi war nichts für Sensibelchen. In einem packenden und hart umkämpften Zweitliga-Duell trennten sich der Tusem Essen und der TV Emsdetten 25:25 (13:13)-Unentschieden. Vor allem die Schlussphase hatte es in sich.

Dieser Handball-Krimi war nichts für Sensibelchen. In einem packenden und hart umkämpften Zweitliga-Duell trennten sich der Tusem Essen und der TV Emsdetten 25:25 (13:13)-Unentschieden. Vor allem die Schlussphase hatte es in sich.

Lange sah es so aus, als würde ein Ex-Essener dem Tusem richtig weh tun: Georg Pöhle, noch bis zum letzten Sommer für die Mannschaft von der Margarethenhöhe aktiv, kannte gegen seine ehemaligen Kollegen keine Gnade und stach insgesamt sieben Mal zu. Und als Pöhle vier Minuten vor dem Ende den Vorsprung seiner Mannschaft auf zwei Tore ausbaute, wurde den Essener Fans in der Sporthalle „Am Hallo“ schon Angst und Bange. „Wir haben aber alle dran geglaubt und uns untereinander noch einmal richtig gepusht“, sagte Tusem-Rückraumspieler Pasqual Tovornik nach der Partie. Und die letzten Augenblicke einer zu jedem Zeitpunkt spannenden und offenen Begegnung gehörten den Gastgebern. Jonas Ellwanger und der erneut starke Carsten Ridder glichen für den Tusem aus.

Zittern bis zum Schluss

Doch 90 Sekunden vor Schluss hatte Emsdetten einen letzten Angriff. Einmal noch mussten die Essener zittern, einmal noch so gut verteidigen, wie in den 60 Minuten zuvor. Zwar musste sich die Verteidigung geschlagen geben, aber Torhüter Carlos Donderis Vegas sicherte mit einer tollen Parade den Punkt für den Tusem – angetrieben von über 1900 Fans, die die Schlussphase im Stehen erlebten.

„Es war mehr drin und wir haben uns auch mehr vorgenommen“, sagte Tovornik, „aber im Endeffekt war es ein gerechtes Unentschieden.“ Über weite Strecken mutete die Partie wie ein Thriller an, mit wilden Nahkämpfen und kribbelnden Angriffen. Der Tusem startete gut in die Begegnung, Emsdetten blieb jedoch jederzeit im Spiel und lag bis weit in die zweite Halbzeit hinein in Führung. Die offensive Deckung der Gäste bereitete den Hausherren Probleme. Eine starke mentale und körperliche Leistung rettete dem Tusem schließlich aber einen verdienten Punkt gegen den Abstieg.

Trainer Krebietke zufrieden

„Es war ein Kampfspiel. Ausschlaggebend war am Ende der Wille“, betont Pasqual Tovornik. Sein Trainer Stephan Krebietke fand lobende Worte: „Wir haben das Spiel nicht verloren, das war wichtig. Wir haben eine vernünftige Partie gemacht und die Ruhe behalten. Die Jungs waren hinten hellwach und haben hart gearbeitet. Ich kann meiner Mannschaft nur ein großes Kompliment machen.“

Der Tusem ist damit auch nach dem dritten Duell in der Rückrunde ungeschlagen und schafft sich somit eine gute Grundlage für den weiteren Saisonverlauf. Ein Spiel wie das gegen Emsdetten wäre vor wenigen Wochen wohl verloren gegangen. Doch das Team von der Margarethenhöhe wirkt im Kopf einen Schritt weiter und hält somit auch einen Krimi bis zum Schluss aus.