10.12.2012 | WAZ

Ernst genommen

Handball-Bundesligist Tusem verliert klar gegen die Rhein-Neckar Löwen - auch, weil die Mannheimer den Aufsteiger nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Wir haben alles versucht“, so Christian Prokop, Trainer der Essener.

„Zweistellig zu verlieren, war natürlich nicht unser Ziel. Wir hatten natürlich keine Vorgabe, mit einem bestimmten Ergebnis zu verlieren, sondern wollten auf Punkte spielen, wie in jedem Spiel“, sagte Essens Trainer Christian Prokop nach der 20:30-Niederlage des Tusem gegen die Rhein-Neckar Löwen (wir berichteten). Die bereits im Vorfeld geringen Chancen auf einen Erfolg gegen den Tabellenzweiten tendierten am Hallo schnell gegen Null. „In der Summe war die Deckung der Löwen saustark“, zollte Prokop der Defensive der Mannheimer ein dickes Lob. Und wenn ein Tusem-Spieler sich mal durchsetzte, war da ja noch Goran Stojanovic. Der 35-jährige montenegrinische Torwart wurde zum überragenden Akteur des Tabellenzweiten. Ihm stand Kreisläufer Bjarte Myrhol allerdings kaum nach. Der neunfache Torschütze wühlte in der Tusem-Abwehr, war stets für auch noch so gewagte Anspiele zu haben, die er mit stoischer Ruhe verwandelte.

Selbst für einen Teil-Erfolg kamen die Essener schon zur Halbzeit nicht mehr in Frage. Trotzdem hätte das Ergebnis am Ende etwas erträglicher ausfallen können. Und engagiert waren alle Essener. Die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung spielte den Löwen zusätzlich in die Karten. Zum Verdruss von Christian Prokop, der, als er eine Stürmerfoul-Entscheidung gegen Julius Kühn gestenreich reklamierte, von Schiedsrichter Sebastian Grobe die Gelbe Karte sah.

Apropos Julius Kühn. Der hoch aufgeschossene Tusem-Rückraumspieler musste in der Schlussphase notgedrungen auch im Angriff spielen, da Niclas Pieczkowski nach einem „Pferdekuss“ passen musste. Kühn zeigte die Zweikampfstärke, die gegen diese Löwen-Abwehr erforderlich war. Seine enorme Wurfstärke konnte er wegen der lädierten Schulter nicht einmal andeuten.

„Wir müssen nichts schön reden und die Niederlage akzeptieren. Die Löwen haben uns ernst genommen und in keiner Phase des Spiels nachgelassen. Dann haben wir mit unseren Möglichkeiten keine Chance. Positiv ist, dass wir bis zum Ende alles versucht und gekämpft haben“, so Prokop.

Dietmar Mauer