30.11.2012 | WAZ

TUSEM-Gastgeber Wetzlar hat eine Erfolgsgeschichte

Tusem Essen läuft am Freitag bei der HSG Wetzlar auf, die sich vom Abstiegskandidaten in der Vorsaison zum Top-Team gemausert hat. „Im gesicherten Mittelfeld habe ich sie schon erwartet, so weit vorne nicht“, sagt Tusem-Neu-Trainer Christian Prokop.

In der vergangenen Saison hielt die Handball-Spielgemeinschaft Wetzlar als Tabellen-Fünfzehnter gerade einmal die Klasse. In dieser Spielzeit - man reibt sich verwundert die Augen - stehen sie vor dem heutigen Vergleich mit dem Tusem (19.45 Uhr, Rittal-Arena) auf Rang vier. Vom Abstiegs- zum Champions-League-Kandidaten: In Mittelhessen haben sie in dieser Saison bereits dreizehn Kapitel dieser Erfolgsgeschichte geschrieben – zuletzt eines, das von einem 28:27-Erfolg bei den Füchsen Berlin handelt.

Personeller Umbruch

„Im gesicherten Mittelfeld habe ich sie schon erwartet, so weit vorne nicht“, ist auch Tusem-Neu-Trainer Christian Prokop von dem bisherigen Saisonverlauf der Gastgeber beeindruckt. Die Erfolgsgeschichte der HSG Wetzlar stützt sich auf mehrere Pfeiler. Da sind der Halblinke Steffen Fäth, Kreisläufer Kari Kristjan Kristjansson, Linksaußen Kevin Schmidt oder der österreichische Torwart Nikola Marinovic, die allesamt bereits in der vergangenen Saison in Wetzlar spielten. Letzterem, mit 35 Jahren der Oldie der HSG, bescheinigt Christian Prokop eine sehr gute Form. Richtig in die Erfolgsspur fand das Team von der Trainer Kai Wandschneider aber erst durch personelle Veränderungen. Sieben Spieler gingen nach der Saison 2011/12. Vier – drei davon von einem Erstligisten – kamen dazu: Fannar Fridgeirsson (TV Emsdetten/Rückraummitte), Michael Müller (Rhein-Neckar-Löwen/Rückraum rechts), Tobias Reichmann (THW Kiel/Rechtsaußen) und Jens Tiedtke (TV Großwallstadt/Kreis). „Die HSG Wetzlar spielt sehr konstant – und sie kann auch knappe Spiele gewinnen“, sagt Christian Prokop.

Möglichst lange die Partie knapp halten – nur so kann das oberste Ziel der Essener lauten. Dazu müssen sie gegen eine sehr körperbetont spielende 6:0-Deckung bestehen. Tempospiel – so Christian Prokop – sei in dieser Woche trainiert worden. Gegen Melsungen sei dies zu kurz gekommen. Ein Allheilmittel sei dies freilich nicht. „Wir müssen eine gesunde Mischung von Tempohandball und Positionshandball finden“, erklärt der 33-Jährige. Mehr „einfache Tore“ als gegen Melsungen, als der Tusem nur einen erfolgreichen Gegenstoß verbuchte, wären nicht schlecht. Leichter gesagt, als getan. Auf „einfache Tore“ spekulieren nämlich auch die Wetzlarer. „Sie spielen gut die zweite Welle und machen zudem auch durch die schnelle Mitte viel Tempo“, weiß Christian Prokop aus der Videoanalyse. Auch ein Grund dafür, dass Wetzlar mit einem Sieg über Tusem wieder auf den dritten Rang vorrücken kann.