| Eine Frage der Wirtschaftlichkeit |
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| 06.03.10 | |
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WAZ, 04.03.2010 - TUSEM Interview: Geschäftsführer Ellwanger und Hecker zum Vertragsangebot an Trainer Kristof Szargiej Der Tusem steckt im Abstiegskampf der 2.Handball-Bundesliga. Mit den Geschäftsführern Dr. Niels Ellwanger und Stefan Hecker sprachen die Redakteure Rolf Hantel und Dietmar Mauer über den Ist- und Soll-Zustand. Trainer Kristof Szargiej hat angekündigt, zum Saisonende aufzuhören. Wie ist der Stand der Dinge? Ellwanger: Wir haben Kristof eine Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2011 angeboten. Das Angebot haben wir zwischenzeitlich noch einmal nachgebessert. Aber die Positionen liegen nicht beeinander. Kristof hat daraufhin erklärt, dass er unser Angebot nicht annimmt. Das ist der Stand heute. Wir haben zur Zeit keine Möglichkeit, unser Angebot noch weiter zu verbessern. Szargiej hat betont, dass es ihm nicht ums Geld geht. Uneinigkeit soll über die Vertragsdauer bestehen. Warum bieten Sie keinen längerfristigen Vertrag an? Ellwanger: Dazu muss man sehen, wo wir uns sportlich derzeit befinden und finanziell nach zwei Insolvenzen auch nur sehr geringen Handlungsspielraum haben. Alleine aus wirtschaftlicher Sicht können wir die Risiken eines längerfristigen Vertrages nicht eingehen. Hecker: In der Vergangenheit musste der Tusem oftmals Trainer bezahlen, die gar nicht mehr da waren. Das können wir uns nicht wieder leisten. Ist damit aus Ihrer Sicht das letzte Wort gesprochen? Ellwanger: In Zeiten akuter Abstiegsgefahr ist es sicherlich nicht vernünftig, einen längerfristigen Vertrag abzuschließen. Im Falle des Klassenerhaltes ist es aber möglich, noch einmal über einen Zwei-Jahres-Vertrag mit dem Trainer nachzudenken. Und bis dahin? Ellwanger: Wir nehmen sehr ernst, was Kristof sagt, dass er zum Saisonende aufhört. Daher sondieren wir Alternativen. Hecker: Natürlich stellen wir Überlegungen an. Alles andere wäre doch fahrlässig. Gespräche mit anderen Trainern wurden bislang aber noch nicht geführt. Wie weit sind die übrigen Planungen für die kommende Saison gediehen? Hecker: Der Kader für die kommende Saison steht weitgehend. Wir suchen aber noch punktuell Verstärkungen. Die Planungen wurden in der sportlichen Leitungsrunde mit Mark Dragunski, Stefan Krebietke, Kristof Szargiej, Niels Ellwanger und mir gemeinsam durchgeführt. Was bedeutet punktuell? Ellwanger: Wir suchen zum Beispiel weiterhin noch nach einem Spieler für den rechten Rückraum. In der Weihnachtspause wurden Verstärkungen angekündigt. Warum hat es unmittelbar bis zum Ende der Wechselfrist gedauert, bis in Milan Berka ein neuer Spieler präsentiert wurde? Hecker: Die Forderung von Kristof nach einer Verstärkung war verständlich und wir haben uns auch intensiv darum bemüht. Wir hatten immer wieder Spieler zum Probetraining. Mitten in der Saison ist es aber schwer, einen guten Mann zu bekommen, der uns weiterhilft. Und einen Spieler z.B. von den Rhein-Neckar-Löwen auszuleihen, können wir uns einfach nicht leisten. Milan Berka ist eine Lösung, die uns weiterbringt, auch wenn er leider zurzeit angeschlagen ist. Apropos leisten können: Wie hoch ist der Etat und wie teilt er sich auf? Ellwanger: Alles drum und dran eine Million Euro. Der größte Teil des Etats sind Personalkosten, die rund 70% der Gesamtkosten ausmachen. Der Rest sind hauptsächlich Spielbetriebskosten. Wie schwierig ist es in der heutigen Lage, neue Sponsoren zu gewinnen? Hecker: Bei mittelgroßen Sponsoren läuft es ganz gut. Bei Großsponsoren ist es in der heutigen wirtschaftlichen Lage schwieriger. Die sagen: Wenn ich als Sponsor einsteige, habe ich gleich den Betriebsrat hier stehen, weil ich jüngst 1000 Leute entlassen musste. Wie sehen Sie die sportliche Zukunft des Tusem? Hecker: Wir sehen die sportliche Zukunft weiterhin sehr positiv, wir müssen ganz einfach in die eingleisige zweite Liga in der übernächsten Saison. Dazu muss die Mannschaft erst einmal den Klassenerhalt schaffen. Hat sie das Potential dazu? Hecker: Mit dem Thema Abstieg beschäftigen wir uns gar nicht. Schlechter als das Spiel gegen Groß-Bieberau kann es nicht werden. Ellwanger: Für unser Potential, das uns von allen Seiten bestätigt wird, stehen wir im Moment einfach zu weit unten. Ist da etwa doch Kritik am Trainer zu herauszuhören? Ellwanger: Die sportliche Situation haben wir alle gemeinsam zu verantworten, Mannschaft und Trainer und wir von der Geschäftsführung schließen uns da nicht aus. Und wir können uns aus dieser Situation auch nur befreien, wenn wir die Ärmel hochkrempeln und gemeinsam daran arbeiten. |





