Essen bleibt Auswärts-Angstgegner für GWD
22.05.12

Essen (jru). Die erste Niederlage seit Ende März. Das Gastspiel beim Tusem Essen in der Sporthalle "Am Hallo" wurde für GWD Minden zu einem kleinen Hallo-Wach-Erlebnis. Vor 2817 Zuschauern war der flotte Tabellenzweite insbesondere in der Schlussviertelstunde nicht nur einen Schritt schneller und gewann gegen schwache Mindener verdient mit 29:25 (13:11).

Die siebte Saisonniederlage der Mindener wäre auf jeden Fall vermeidbar gewesen. Zu viele einfache Fehler raubten den Dankersern in der entscheidenden Phase Mitte der zweiten Halbzeit allerdings die Chance auf einen Punkt gegen den Angstgegner aus Essen.

Symptomatisch war ein Fehlpass von Geburtstagskind Evars Klesniks (er wurde 32 Jahr alt) knapp zwei Minuten vor dem Ende. Beim 25:27 hatten die Mindener nach einer Persson-Parade noch einmal die Möglichkeit, auf ein Tor zu verkürzen.

Doch der Ball flog von Klesniks aus nicht in die Hände von Dalibor Doder, sondern der zeitweise überragende Ole Rahmel ersprintete die Abgabe und traf zum 25:28.

"In der Aktion vorher hatte ich Pech und dann mache ich zum Glück doch noch alles richtig. Sonst hätte es noch mal knapp werden können. So bin ich unglaublich froh, dass ich da die richtige Entscheidung getroffen habe", sagte ein von jungen Autogrammjägern umringter Ole Rahmel.

Schon in der Anfangsphase machte der beste Torschütze der Liga alles richtig. GWD war gut gestartet und führte 2:0, doch Rahmel und seine Teamkollegen ließen sich davon nicht beeindrucken. Beim 6:4 für Essen (12.) hatte der flinke Rechtsaußen schon drei seiner insgesamt zwölf Treffer im Mindener Gehäuse untergebracht.

GWD hingegen scheiterte immer wieder am guten Jan Kulhanek im Essener Kasten. Der kleine, stämmige Torhüter narrte in der Anfangsphase insbesondere Dalibor Doder. Erst mit seinem vierten Versuch überwand der Mindener Ausnahmespieler Kulhanek zum 7:8.

Doch auch Essen ließ im Angriff einige Chancen ungenutzt und der Mindener Rückstand pendelte sich bis zur Halbzeitpause konstant bei ein bis zwei Treffern ein. So blieb es, dank eines nach der Pause starken Dalibo Doders, bis zum 21:22 durch Aleksandar Svitlica (47.).

Dann brachen die von Verletzungen gebeutelten Mindener (auch Steinert schied nach zehn Minuten mit Knieproblemen aus) ein. Zweimal Rahmel, Handschke und Kühn nutzten neben technischen Fehlern auch die zahlreichen Lücken in Mindens Abwehr und hatten beim 26:21 (53.) die Vorentscheidung erzwungen.

Eine Mindener Auszeit brachte zwar noch mal ein kurzzeitiges Aufbäumen der Grün-Weißen, doch mehr war nicht drin. Spätestens der Fehlpass von Evars Klesniks entschied die Begegnung.

"Wir haben alles versucht, aber mit der Umstellung auf eine 5:1-Deckung sind die Räume noch größer geworden. Wir hatten in der Abwehr und auf der Torwartposition einfach nicht den Rückhalt, um das Spiel hier zu gewinnen. Es gab zu viele Lücken und wir haben auch Gegentore aus zehn oder elf Metern bekommen, die nicht drin sein dürfen", ärgerte sich GWD Co-Trainer Aaron Ziercke über "ein ganz schlechtes Spiel" und die verlorenen Punkte.