11.12.2017 | WAZ

Tusem Essen verteidigt sich zum Sieg gegen Rimpar


In einem emotionalen Spiel setzten sich die Essener gegen die Rimpar Wölfe mit 23:21 (11:9) durch. Beide Torhüter mit starker Leistung.

Das war kein gewöhnliches Handballspiel. Das Duell zwischen den beiden „Teams der Stunde“, wie es Matthias Obinger, der Trainer der Rimpar Wölfe, im Vorfeld angedeutet hatte, entpuppte sich als eine emotionale und ungewöhnliche Begegnung. Viele hitzige Zweikämpfe, wenige Tore, starke Torhüter und zwei Schiedsrichter, die hin und wieder im Mittelpunkt standen. Am Ende setzte sich der Tusem dank einer kämpferischen Leistung mit 23:21 (11:9) durch und ist damit auch nach dem siebten Spiel in Serie in der 2. Bundesliga ungeschlagen.

Brustmann hätte der Held sein können

Er hätte der Held des Abends werden können, konnte nach der Schlusssirene aber nur mit dem Kopf schütteln. Max Brustmann, der Torhüter der Rimpar Wölfe tat alles, um den auswärtsstarken Bayern den nächsten Sieg auf fremdem Boden zu bescheren, doch der Großteil seiner Mitspieler dankten es ihm nicht zurück. Satte 21 Gegentreffer vereitelte der Schlussmann mit seinen Paraden, eine gute Bilanz für die Wölfe. Doch betrachtet man es aus Sicht des Tusem, dann ist diese Bilanz eher enttäuschend. „Wir haben viel zu viele hundertprozentige Chancen liegengelassen“, ärgerte sich Essens Trainer Jaron Siewert nach der Partie.

Beide Mannschaften hadern

Die begann schon ziemlich ungewöhnlich. Denn der erste Treffer sollte erst nach rund sieben Minuten fallen. Bis dahin war es eher ein Warmschießen für die Torhüter beider Mannschaften. Brustmann war dafür ziemlich dankbar, denn die Gäste aus Rimpar verspäteten sich und hatten dementsprechend wenig Zeit, sich auf das Duell vorzubereiten.

Dann entwickelte sich aber doch noch ein Handballspiel, in dem es rassige und emotionale Zweikämpfe zu sehen gab. Immer wieder musste das Berliner Schiedsrichterduo eingreifen – oft wirkten Christian Kroll und Emanuel Polke dabei nicht glücklich. Eine fragwürdige Zeitstrafe hier, vermeintliche technische Fehler da: Beide Mannschaften haderten.

Tusem behält die Ruhe

Das verkraftete der Tusem aber insgesamt besser, ließ sich in schwierigen Phasen nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht, als Rimpar plötzlich das Ergebnis zu ihren Gunsten drehen konnte. Mit einer kompakten und griffigen Deckung und mit einem starken Torhüter Sebastian Bliß (16 Paraden) kamen die Essener lediglich auf 21 Gegentreffer. Sie verteidigten sich also zum Sieg, denn im Angriff überwog der Eindruck von zu vielen Missverständnissen und verpassten Chancen.

„Die Kunst war, diesmal nur 21 Gegentore zu bekommen“, brachte es Trainer Jaron Siewert letztendlich auf den Punkt.