04.12.2017 | Sonstige Presse

Dramatisches Derby -Punkteteilung in Hamm


www.wa.de , 01.12.2017 Hamm - Dramatische Szenen in der Westpress Arena. Vor der Saisonrekord-Kulisse von 2561 Zuschauern bekämpften sich der ASV Hamm-Westfalen und Tusem Essen in der Handball-Zweitliga-Begegnung bis zum letzten Schweißtropen – am Ende jubelte keiner. 25:25 (13:14) hieß es nach 60 aufreibenden Minuten.

Bei den Gastgebern stand Markus Fuchs nach komplett ausgeheilter Sprunggelenksblessur wieder im der Startformation. Essens spielender Co-Trainer Michael Hegemann, einer der Garanten für die Tuem-Serie von zuletzt fünf Siegen in Folge, saß dagegen zunächst nur auf der Bank. Was der Spannung der Partie aber keinen Abbruch tat.

Denn die Essener entpuppten sich von Beginn an als der erwartet unangenehme Gegner. Der Ligazwölfte spielte sehr selbstbewusst auf, deckte beweglich und kompakt und war vor allem im Angriff mit seinen dynamischen Vorstößen nur schwer zu bändigen.

Der ASV hatte dennoch den besseren Start, erarbeitete sich durch Vyron Papadopoulos (drei Tore) und Lukas Blohme beim 4:2 (7.) die erste Zwei-Tore-Führung und hatte anschließend sogar die Chance, auf 5:2 wegzuziehen. Doch Björn Zintel scheiterte mit seinem Tempogegenstoß am guten Sebastian Bliss im Essener Geäuse. Dennoch blieb der ASV zunächst beherrschend, lag noch bis zum 8:6 (16.) vorn.

Doch während die Gäste sich immer weiter stabilisierten, fiel den Hausherren im Angriff nicht mehr viel ein. Nach 22 Minuten war es dann ein Tempogegenstoß von Richard Wöss, der Tusem erstmals wieder in Führung brachte (10:11). Die Hammer standen trotz 5:1-Deckung zu passiv, ließen Dennis Szczesny und Co. zu nah vor das Tor rücken. Die Folge: Drei Essener Treffer in Folge zum 12:14 bis zur Pause.

Ein Abwärtstrend, dem Julian Krieg Sekunden vor dem Wechsel noch einmal mit dem 13:14 unterbrach. Wer gehofft hatte, dass es nach der Pause besser für die Gastgeber aussehen würde, sah sich zunächst getäuscht. Essen legte noch zwei Tore zum 13:16 nach (32.) langsam wurde es eng für die Hausherren, die sich weiter darin übertrafen, ihre Chancen leichtfertig zu vergeben.

Kaum eine Überzahlsituation wurde ausgenutzt – obwohl die Gäste nach 33 Minuten bereits zehn Strafminuten auf dem Konto hatten. So entwickelte sich nach der Pause ein reines Kampfspiel – nicht schön, aber spannend. Dass die Hammer doch noch einmal zurück in die Partie kamen, war ein Verdienst von Fabian Huesmanan, Lars Gudat und vor allem Torhüter Gregor Lorger, der ab der 32. Minute zwischen den Pfosten stand und gleich mehrfach stark parierte.

Mit vier Treffern in Folge zum 18:17 (43.) eroberte sich das Team die Führung zurück – die ASVer unter den 2561 Zuschauern standen Kopf. Bis zum 20:18 hielt die Euphorie, dann wurde die Partie wieder zur zähen Angelegenheit, die sie in der ersten Halbzeit bereits gewesen war.

Nach 52 Minuten waren die Gäste wieder vorn (21:22). Beim Stand von 25:25 nahm Rothenpieler sein letztes Team-Timeout – 20 Sekunden vor Schluss, nachdem Gregor Lorger zuvor die erneute Gästeführung vereitelt hatte. Und ließ anschließend Lorger zu Gunsten des siebten Feldpielers auf der Bank. Der versuchte Kempa-Trick Sekunden vor dem Ende misslang jedoch – es blieb bei der Punkteteilung.