20.11.2017 | WAZ

Tusem Essen baut seine Siegesserie beim Schlusslicht Aue aus


Die dunkle Jahreszeit wird für die Essener Handballer zu einem gefühlten Frühling. Es gab Grund zu freute, aber Zittern mussten die Gäste auch.

Die dunkle Jahreszeit entwickelt sich für die Essener Handballer mehr und mehr zu einem gefühlten Frühling. Glücksgefühle machen sich mittlerweile auf der Margarethenhöhe breit, was daran liegen könnte, dass die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert auf vier Siege in Serie in der 2. Bundesliga zurückschauen kann. Auch beim EHV Aue hatte der Tusem Grund zur Freude – wobei die Essener beim 29:27 (14:11)-Sieg am Ende fast noch ins Wanken geraten wären.

„Ohne Spannung geht es bei uns einfach nicht“, sagte Siewert nach der Partie mit einem kleinen Augenzwinkern. Wohlwissend, dass die Partie beim Tabellenletzten gegen Ende noch leicht hätte kippen können. „Aber hinten raus haben wir es dann doch sehr souverän gelöst“, befand der Trainer. Vor allem dank der Treffer von Kreisläufer Tim Zechel, der die heraneilenden Sachsen auf Abstand hielt. Denn nachdem die Essener bereits mit fünf Toren geführt hatten (55.), spielten die Gastgeber um alles oder nichts und offenbarten ihren Kampfgeist. Plötzlich glaubte das Schlusslicht der Liga wieder an sich, erahnte einen Lichtblick und holte auf. Bis auf zwei Tore kam Aue heran, doch das war‘s. Die Schlusssirene kam für den Tusem zur rechten Zeit. Unnötig spannend war es geworden, denn die Gäste aus dem Ruhrgebiet lieferten über weite Strecken eine solide Leistung in der Erzgebirgshalle ab.

Vor allem beim Start in die zweite Halbzeit konnten sich die 1250 Zuschauer von den Stärken des Tusem überzeugen. Diese sind momentan eine stabile Abwehr und ein schneller Angriff. Michael Kintrup marschierte mit seinen Treffern aus dem Rückraum voran, und auch über die Außenpositionen gab es immer wieder einen Weg zum Erfolg. So kamen Noah Beyer, Tom Skroblien und Richard Wöss gemeinsam auf 13 Treffer. „Michael Kintrup hat uns sehr stark geholfen, aber am Ende war es das Ergebnis von vielen guten Spielern“, lobte Trainer Siewert.

In den wichtigen Phasen stabil

Wenn es auf Seiten der Gastgeber mal gefährlich wurde, hatte das in den meisten Fällen mit Jort Neuteboom zu tun. Der Niederländer sorgte mit insgesamt neun Treffern dafür, dass Aue zumindest ansatzweise hoffen durfte, die bittere Serie von acht Niederlagen zu beenden. Doch daraus wurde nichts, weil die Essener letztendlich in den wichtigen Phasen stabiler und abgezockter waren. Der Tabellenletzte hingegen leistete sich zu viele Fehlwürfe.

Der Tusem musste den weiten Weg aus Sachsen nicht mit leeren Händen antreten, stattdessen reiste er die rund 400 Kilometer mit Rückenwind zurück in die Heimat. „Natürlich ist es immer schön, eine Serie zu haben“, sagte Siewert, „aber wir schauen weiter nur auf uns. Das haben wir auch getan, als wir viele Niederlagen kassiert haben.“ Nach dem fürchterlichen Saisonstart hat sich der Tusem aber nun etwas Ruhe verschafft.