04.11.2017 | WAZ

Tusem Essen hat HG Saarlouis fest im Griff


Essener feiern gegen den Konkurrenten im Abstiegskampf den zweiten Saisonsieg. Starker Torwart Sebastian Bliß und gute Abwehr als wichtige Faktoren.

Dreieinhalb Minuten stehende Ovationen mit anschließendem Jubel. Die 2200 Fans des Tusem Essen hatten am Abend in der Sporthalle Am Hallo richtig Spaß und konnten gemeinsam mit der Mannschaft den zweiten Saisonsieg in der 2. Handball-Bundesliga feiern. Gegen die HG Saarlouis setzte sich der Tusem verdientermaßen mit 29:19 (13:11) durch und kann daher erst einmal kurz durchatmen.

Gute Laune beim Trainer

„Nach so einem Spiel ist die Laune deutlich besser“, sagte Essens Trainer Jaron Siewert nach der Partie mit einem Schmunzeln im Gesicht. Und er hatte auch Grund dazu, zufrieden zu sein, zumindest mit der Leistung seiner Jungs in der zweiten Halbzeit. Da brannte kaum etwas an, was vor allem an einer kompakten und aggressiven Deckung, aber auch an einem diesmal gut aufgelegten Torwart Sebastian Bliß gelegen hat. „Die Abwehr zusammen mit Blissi war in der zweiten Halbzeit überragend“, meinte der Trainer, der von der bislang „konsequentesten Saisonleistung“ sprach. Diesmal hielt die Führung tatsächlich bis zum Ende, nein, sie wurde sogar ausgebaut.

Schwache Saarländer

Dabei war es in der ersten Halbzeit kein wirklich schönes Spiel. Beide Mannschaften konzentrierten sich darauf, alles abzuwerfen, anstelle den Ball ins Tor zu befördern. Gut war der Tusem eigentlich nur dann, wenn er sein Tempospiel ausleben konnte.

In Durchgang zwei stellten die Gäste aus dem Saarland dann ihre Auswärtsschwäche eindrucksvoll unter Beweis. Hüftsteif in der Abwehr und nur mit dem Mute der Verzweiflung im Angriff agierten die Saarlouiser, was für hängende Köpfe sorgte. Ihre Mimik gab einen Einblick in das Innenleben, und da passierte viel, nur offensichtlich nichts Handballtaktisches.

Zwei Rote Karten gegen den Tusem

Die Essener dagegen brachten Emotionen in die Begegnung – teilweise zu viele. So mussten erst Dennis Szczesny und dann Jonas Ellwanger nach einer Roten Karte den Platz auf dem Feld mit einem auf der Tribüne tauschen. Ihre Kollegen bewahrten aber die Ruhe und spielten die Unterzahl clever aus. Der Vorsprung wuchs an und geriet nicht mehr in Gefahr. Am Ende sprangen bei der Rückkehr von Routinier Michael Hegemann – der eine ordentliche Leistung zeigte – zwei wichtige Punkte heraus.

„Wir haben den ganzen Frust rausgelassen. Das war diesmal einfach nur geil“, freute sich Sebastian Bliß. Und die Fans verziehen es ihrem Torhüter, dass er bei der anschließenden „Humba“ weniger Töne traf, als er zuvor Bälle pariert hatte.