09.10.2017 | WAZ

Tusem kann Vorsprung in der Schlussphase nicht verteidigen


In der 2. Bundesliga hatte die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert den ersten Auswärtssieg vor Augen. Drei Tore Vorsprung reichen nicht.

Wie ein Häufchen Sand glitten den Handballern vom Tusem Essen die Punkte aus der Hand. In der 2. Bundesliga war die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert nah dran am ersten Auswärtssieg der laufenden Saison, doch eine Drei-Tore-Führung zehn Minuten vor dem Ende reichte beim Dessau-Roßlauer HV nicht. Letztendlich musste sich der Tusem mit 30:31 (16:17) geschlagen geben.

Es war ein kampfbetontes und emotionsgeladenes Spiel in der Anhalt-Arena, in dem sich beide Mannschaften von Beginn an nichts schenkten. Warum denn auch? Schließlich ging es um wertvolle Punkte. Die Essener wollten ihren kleinen Lauf von zwei ungeschlagenen Spielen ausbauen und die Gastgeber hatten ihren ersten Heimsieg fest im Blick.

Der Tusem begann im Offensivspiel nahezu optimal, schloss jeden seiner Angriffe erfolgreich ab. So war die Führung nach zehn Minuten absolut verdient. Doch es ist eine Marotte der Essener in dieser Spielzeit, dass sie sich plötzlich mal eine Auszeit erlauben. Nachdem es zunächst wie geschmiert lief, rutschte der Tusem dann offenbar auf dieser Schmiere aus und verzog seine Würfe. Drüber oder daneben, kombiniert mit technischen Fehlern. Plötzlich war der Faden gerissen. Die Hausherren nutzten das aus und drehten das Ergebnis.

Trainer Siewert schien in der Kabine aber die richtigen Worte gefunden zu haben. Seine Jungs kämpften sich zurück, was vor allem an den guten Abschlussquoten von Richard Wöss, Dennis Szczesny und Tom Skroblien gelegen hat. Die drei setzten sich immer wieder gegen die Deckung der Gastgeber durch und blieben vor dem Tor in den meisten Fällen kühl im Kopf.

Ergebnis auf den Kopf gestellt

Jetzt hatte Dessau-Roßlau Probleme wieder in die Spur zu finden und so fürchteten die meisten der 1245 Zuschauer in der Anhalt-Arena, dass es wieder nichts mit einem Heimsieg werden würde. Spätestens nach dem Tor von Tusem-Kapitän Jonas Ellwanger zum 25:22 schien eine Vorentscheidung gefallen. Doch dieser Schein trog.

Binnen vier Minuten war die Partie wieder auf den Kopf gestellt und die Essener gleich mit. Zwar traf der starke Tom Skroblien noch einmal zum zwischenzeitlichen Ausgleich, aber der reichte nicht, um den Zug des Dessau-Roßlauer HV anzuhalten. Der nahm Kurs auf Heimsieg Nummer eins und daran sollte sich dann auch nichts mehr ändern. Endstation war das entscheidende 31:29 durch Libor Hanisch.

Nach einer erfolgreichen Woche war die knappe Niederlage in Sachsen-Anhalt ein kleiner Dämpfer für den Tusem, der sich in den wichtigen Phasen der Begegnung den einen oder anderen Fehler zu viel erlaubte.