09.10.2017 | WAZ

Erfolgserlebnisse machen Tusem Essen wieder selbstbewusst


Die Stimmung beim Tusem ist gekippt. Allerdings in die gute Richtung, denn in der 2. Handball-Bundesliga nimmt die Mannschaft von der Margarethenhöhe allmählich Fahrt auf. Die fünf Auftaktniederlagen scheinen vergessen, und nach zwei überzeugenden Spielen in Folge wächst das Selbstbewusstsein. Auch bei Trainer Jaron Siewert, der vor der Auswärtspartie beim Dessau-Roßlauer HV (Sonntag, 17 Uhr) sagt: „Es wäre vermessen zu sagen, dass wir in Dessau nicht gewinnen können und wollen.“

Seinen Optimismus zieht der 23-Jährige aus den Leistungen der letzten Woche: Erst der insgesamt verdiente Heimsieg gegen den HC Elbflorenz aus Dresden (27:22) und dann der überraschende Punktgewinn beim Erstliga-Absteiger HSC Coburg (25:25). „Vor allem die Abwehrleistung war sehr gut“, merkt der Trainer an. Carsten Ridder, Dennis Szczesny und Kapitän Jonas Ellwanger hielten dem Druck der Gegner stand und hielten zuletzt die Anzahl der Gegentore im Rahmen.

Die Fehlerzahl bei den Abschlüssen ist etwas zu hoch

Doch bei allem Optimismus: Der Tusem zeigte in den vergangenen Partien auch immer wieder Schwächen. In Coburg ging offensiv zehn lange Minuten lang gar nichts und auch gegen Dresden drohte die Partie zu kippen. „Die Fehleranzahl bei den Abschlüssen ist etwas zu hoch“, sagt Siewert und ergänzt: „Wir sind noch weit davon entfernt über die kompletten 60 Minuten eine Top-Leistung abzurufen.“

Diese wird allerdings nötig sein, um etwas Zählbares aus Sachsen-Anhalt mitzunehmen. Der Dessau-Roßlauer HV ist seit vier Spielen ungeschlagen und möchte diese Serie nur ungern zu Ende gehen lassen. „Das ist eine sehr unangenehme Mannschaft, die hart und clever spielt“, hat Tusem-Trainer Siewert analysiert. Sein Vorhaben lautet deshalb: „Wir dürfen uns nicht von der Härte und der Stimmung in der Halle beeinflussen lassen.“ Gewarnt sind die Essener in erster Linie vor dem Tempospiel des DRHV, für das allen voran Vincent Sohmann oder auch Max Scheithauer verantwortlich ist.

Gastgeber Dessau hat zu Hause noch nicht gewonnen

Allerdings lief es in der heimischen Anhalt-Arena noch nicht wirklich nach Maß: In den bisherigen vier Heimspielen durften die Fans noch keinen einzigen Sieg bejubeln. „Dessau-Roßlau will den ersten Heimsieg, wir wollen unseren ersten Auswärtssieg. Eine der Mannschaften wird dieses Ziel erreichen. Das wollen wir sein“, betont Jaron Siewert, der vielleicht auf seinen Rückraumspieler Michael Kintrup nach seinem Nasenbeinbruch zurückgreifen kann. Diese Entscheidung soll kurzfristig fallen.